NEW/WORKS

Bewertung und Kritik zu

NEW/WORKS 
Spuck / Goecke / Clug / Forsythe
Premiere:  19. Juni 2021 
Stuttgarter Ballett

Zum Inhalt: Seit über 60 Jahren beglückt das Stuttgarter Ballett sein Publikum jährlich mit neuen Werken. Fast 400 Uraufführungen und über 200 Erstaufführungen wurden seit 1961 präsentiert; eine Bilanz, die europaweit ihresgleichen sucht. Der Ballettabend NEW/WORKS vereint Werke vier herausragender Choreographen, die exemplarisch für diesen steten Innovationsdrang stehen: die ehemaligen Hauschoreographen William Forsythe, Christian Spuck und Marco Goecke sowie Edward Clug.

Mit seinen dramaturgisch klug durchdachten, hochmusikalischen und vielseitigen Gesamtkunstwerken hat sich Christian Spuck weit über die Grenzen von Deutschland und der Schweiz, wo er aktuell Direktor des Balletts Zürich ist, bekannt gemacht. Marco Goecke, europaweit für seine eigenwillige, einzigartige und prägnante Tanzsprache berühmt, leitet inzwischen das Ballett der Staatsoper Hannover. Für NEW/WORKS sind sie zurück zu ihren künstlerischen Wurzeln gekehrt, um im Auftrag von Ballettintendant Tamas Detrich neue Werke für das Stuttgarter Ballett zu kreieren.

Cassiopeia's Garden (UA)
Choreographie: Christian Spuck
Musik: Salvatore Sciarrino, Johann Sebastian Bach, György Kurtág, Yan Cook, I Hate Models
Bühne: Rufus Didwiszus
Kostüme: Emma Ryott
Licht: Martin Gebhardt
Sound Design: Michael Utz

Nachtmerrie (UA)
Choreographie: Marco Goecke
Kostüme: Thomas Lempertz
Licht: Udo Haberland

Source (UA)
Choreographie: Edward Clug
Musik: Milko Lazar
Bühne: Marko Japelj
Kostüme: Leo Kulaš
Licht: Tom Visser

Blake Works I (DEA)
Choreographie: William Forsythe
Bühne: William Forsythe
Licht: Tanja Rühl und William Forsythe
Kostüme: Dorothee Merg und William Forsythe
Musik: James Blake
Musikalische Leitung: Mikhail Agrest/ Wolfgang Heinz
Staatsorchester Stuttgart


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Auf dem Weg von Balanchine zu Holzinger
  · 26.07.21
''In Cassiopeia’s Garden von Christian Spuck folgen die Tänzer mit gleitenden, fast lasziven Bewegungen in einer über das übliche Maß hinausgehenden Strenge der Musik. Spucks Choreographie ist noch, ohne Einschränkungen, dem Ideal der Eleganz verpflichtet.

Von Spucks Grandezza weit entfernt ist Marco Goeckes mittlerweile vertraute Zappelästhetik, deren meist von Händen und Armen ausgehende Nervosität für jene, die sie nicht von vornherein ablehnen, immer wieder fasziniert.

Bei Edward Clugs Source tritt im Graben endlich, vom Publikum freundlich begrüßt und von Mikhail Agrest dirigiert, das Orchester auf. Die Perfektion der synchronen Abläufe, die makellose Parallelität von Figuren im Corps de Ballet bedürfen keiner speziellen Erwähnung: sie gehören zu den Unverzichtbarkeiten, die die Stuttgarter Compagnie von weniger professionellen Ensembles unterscheidet.

William Forsythe präsentiert in Blake Works I Positionen des klassischen Balletts und nimmt sie zugleich auf die Schaufel. Am Schluss schält sich aus der Reminiszenz an eine Disco ein ehrwürdiges Pas de deux. Es nennt sich bedeutungsschwanger F.O.R.E.V.E.R. und wird getanzt von Hyo-Jung Kang und David Moore.'' schreibt Thomas Rothschild am 26. Juli 2021 auf KULTURA-EXTRA
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