Network

Bewertung und Kritik zu

NETWORK
nach dem Film von Paddy Chayefsky
Regie: Jan Bosse 
Premiere: 24. Oktober 2020 
Thalia Theater Hamburg 

Zum Inhalt: Howard Beale, Moderator bei einem großen amerikanischen Nachrichten-Network, ist nicht gerade ein Quotenkönig. Nachdem der Sender kurzerhand entscheidet, ihn durch einen jüngeren Kollegen zu ersetzen, sieht er die Stunde der Wahrheit gekommen: vor laufender Kamera kündigt er seinem Publikum an, sich in der nächsten Sendung – seiner letzten – als Konsequenz seiner Absetzung das Hirn rauszupusten. Für den Sender eine Katastrophe, möchte man meinen, und völlig untragbar – doch ein Blick auf die Quote und das Medienecho zerschlägt alle Zweifel: Binnen weniger Sekunden ist Howard Beale ein Star geworden! Da seriöse Nachrichten mit ihm nicht mehr zu machen sind, wird ihm kurzerhand ein Sendeplatz als populistischer Prediger der wütenden, ungehörten Masse eingeräumt – und Howard liefert!

Mit Wolfram Koch (Howard Beale), Christiane von Poelnitz (Diana Christensen), Felix Knopp (Max Schumacher), Jirka Zett (Frank Hackett), Julian Greis (Aufnahmeleiter Harry Hunter), Björn Meyer (Assistentin / Schlesinger / Anheizer), Oliver Mallison (Ed Ruddy / Jack Snowden)
Live-Musik: Jonas Landerschier, Günter Märtens, Matthias Strzoda

Regie: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Kathrin Plath
Dramaturgie: Christina Bellingen
Musik: Jonas Landerschier
Licht: Christiane Petschat

TRAILER


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Medien-Satire im 70er Jahre-Retro-Ausstattungs-Look
  · 16.01.21
Für die Entwicklung der 1980er und 1990er Jahre mit dem steilen Aufstieg von Privatfernseh-Managern wie Helmut Thoma von RTL wirkt die „Network“-Satire von 1976 geradezu prophetisch. Viele seiner markigen Sprüche könnten auch 1:1 von den damaligen Filmfiguren stammen. Seitdem hat sich die Medienwelt aber doch drastisch gewandelt. Aus unserer heutigen Perspektive mit Social Media-Konzernen wie Facebook aus dem Silicon Valley, die sich zu weltweiten Oligopolen ausbreiten, wirken die damaligen Hahnenkämpfe fast schon putzig und harmlos.

Die deutsche Erstaufführung von „Network“, die Jan Bosse in Hamburg nach der Broadway-Bühnen-Fassung von Lee Hall inszenierte, bleibt zu sehr im Retro-Look stecken. „Network“ ist ein großes Ausstattungsfest: Stéphane Laimé (Bühne) und Katrin Plath (Kostüme) schufen eine 70er-Jahre-Welt in knalligem Orange, bei dem bis hin zum Wählscheibentelefon jedes Detail passt. Die Thalia-Spieler*innen um Stargast Wolfram Koch in der Hauptrolle als Mischung aus Wutbürger, Gernot Hassknecht und esoterisch-verstrahltem Fernseh-Prediger stürzen sich lustvoll in die Karikaturen bis an den Rand der Klamotte.

Aber für unsere Gegenwart hat unser dieser durchaus unterhaltsame Abend wenig zu sagen, wie einige Hamburger Kritiken nach der Premiere zu Recht schrieben.

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