Maria Stuart

Bewertung und Kritik zu

MARIA STUART
von Friedrich Schiller
Regie: Stephan Kimmig 
Premiere: 24. Februar 2007 
Thalia Theater Hamburg 

Zum Inhalt: Beschuldigt ihren Gatten ermordet zu haben, wird die schottische Königin Maria Stuart vom protestantisch gesinnten Adel ihres Landes vertrieben und flieht, um Schutz zu suchen, nach England. Dort wird die Katholikin unter dem Vorwand, als Rivalin mit legitimem Anspruch auf den englischen Thron einen Anschlag auf Elisabeth I. arrangiert zu haben, gefangen genommen und zum Tod verurteilt. Es formieren sich verschieden Parteien, um Maria Stuart vor dem Tode zu bewahren oder um so bald wie möglich ihre Hinrichtung zu erreichen. Immer wieder neu aufkeimende Hoffnungen auf ein glückliches Ende zerschlagen sich.

Mit Paula Dombrowski (Elisabeth), Susanne Wolff (Maria Stuart), Werner Wölbern (Leicester), Helmut Mooshammer (Shrewsbury), Peter Jordan (Burleigh), Asad Schwarz-Msesilamba (Davison / Aubespine), Christoph Bantzer (Paulet), Daniel Hoevels (Mortimer)

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Katja Haß
Kostüme: Anja Rabes
Musik: Michael Verhovec
Video: Helena Ratka
Licht: Matthias Vogel
Dramaturgie: Juliane Koepp


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Susanne Wolff glänzt in der Titelrolle
  · 17.04.20
Es ist meisterlich, wie sie an den Stuhl gefesselt mit minimalem Bewegungsspielraum eine gewaltige Palette von Gefühlen ausdrückt. Mal blickt sie in der Titelrolle mit einem leichten Zucken der Mundwinkel und mokantem Lächeln im Gefühl ihrer Überlegenheit auf ihre Gegner*innen herab. Mal windet sie sich in den Fessekn, krallt sich am Stuhl fest, versucht sich aufzubäumen und spuckt dabei Gift und Galle.

Die 3sat-Fernsehregie fängt diese Performance von Susanne Wolff mit einem geschickten Wechsel aus Totalen und Großaufnahmen auf Gesicht oder Hände ein, so dass diese „Maria Stuart“ zu den gelungenen Beispielen gehört, wie sich eine Theateraufführung, die längst nicht mehr auf dem Spielplan steht, wirkungsvoll auf den Bildschirm übertragen und konservieren lässt.

Die Erinnerung an das Live-Erlebnis im Haus der Berliner Festspiele ist mehr als ein Jahrzehnt später verblasst, aber das Ringen der Protagonistin mit sich und ihren Kontrahent*innen ist auch als Aufzeichnung so wirkungsvoll, dass sich das Aufrufen des Thalia Digital-Angebots lohnt. Leider ist Susanne Wolff, seitdem sie 2016 aus dem Ensemble des Deutschen Theaters Berlin ausgeschieden ist, kaum noch auf den Theaterbühnen zu sehen.

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