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Bewertung und Kritik zu

LILIOM
von Ferenc Molnár
Regie: Kornél Mundruczó 
Premiere: 21. September 2019 
Thalia Theater Hamburg 

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Zum Inhalt: Liliom ist bekannt als Ausrufer auf dem Rummelplatz und Liebhaber der Karussellbesitzerin Muskat, bis er gemeinsam mit dem Dienstmädchen Julie alles hinschmeißt und durchbrennt. Bald ist Julie schwanger. Ohne Arbeit, Geld und Wohnung steht das Paar vor dem Abgrund.
Der Regisseur Kornél Mundruczó seziert die Geschichte des arbeitslosen Karussellausrufers, der in seinem Frust beginnt, seine schwangere Geliebte zu schlagen, der trinkt, spielt und auch bei einem Raubüberfall katastrophal versagt. Wie geht man mit einem brutalen Draufgänger wie Liliom in Zeiten von #metoo und No Means No um? Während Ferenc Molnár ihm im Jahr 1909 noch durch ein himmlisches Gericht auf der Welt eine zweite Chance schenkt und ihm am Schluss des Stücks Julie selbst die Absolution erteilt, ist es bei Mundruczó ein Chor der Nonkonformisten, dem er im Jenseits begegnet und vor dem er sich verantworten muss: Weshalb konnte er die Spirale der Gewalt nicht durchbrechen? Wieso fehlt ihm bis zuletzt das Bewusstsein für die eigene Schuld?
Kornél Mundruczó gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Theater- und Filmregisseuren Ungarns, dessen Filme u.a. bei den Filmfestspielen von Cannes gezeigt werden. „Liliom“ ist – nach dem „Judasevangelium“, der Uraufführung „Die Zeit der Besessenen“ und „Die Weber“ nach Gerhart Hauptmann – die vierte Begegnung zwischen dem Regisseur und dem Ensemble des Thalia Theater.

Regie: Kornél Mundruczó
Bühne: Monika Pormale
Kostüme: Sophie Klenk-wulff
Musik: Xenia Wiener
Choreografie: Yohan Stegli
Licht-design: Felice Ross
Live-kamera: Martin Prinoth
Dramaturgie: Christina Bellingen, Soma Boronkay, Kata Wéber

Koproduktion Salzburger Festspiele 2019

TRAILER





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DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Toxische, ungebändigte Männlichkeit
  · 22.09.19
''Mundruczó kürzt die Vorlage recht stark, lässt Szenen in der Wohnung der Frau Hollunder (Sandra Flubacher, hier eigene Dada-Künstlerin), wo das Paar Liliom und Julie unterkommt, mit Live-Kamera aus dem Inneren übertragen. Wir sehen toxische Männlichkeit zwischen der Begehrlichkeit einer Frau Muskat (Oda Thormeyer) und den Versuchen von Julie den arbeits- und perspektivlosen Liliom zu bändigen. Das soll ihn aber nicht entschuldigen. Zur Buße wird ihm vor dem Himmelstor auferlegt, 100 mal „Ich bin Teil des repressiven Patriarchats“ an die Wand zu schreiben.

Dass dieser Mensch ein gewissen Bedrohungspotential ausstrahlt, will die Inszenierung mit kleinen Zwischenspielen verdeutlichen. Ansonsten schreckt Mundruczó auch nicht vor Albernheiten zurück, wenn er Liliom und Ficsur (Tilo Werner) in einem Pool planschen lässt. Doch auch ein Herz scheint dieser ungehobelte Klotz zu haben, auch wenn es erst nach etlichen Versuchen mit seiner Tochter, die hier von einer Darstellerin mit Downsyndrom gespielt wird, Seil zu springen schlägt. Ein vielschichtiger Theaterabend, der zwischen Witz und Poesie die Mitte sucht wie Liliom den Eingang zum Himmel, einem „Safe Space“, der für den ganz bewusst reuelosen Sünder unerreichbar scheint.'' schreibt Stefan Bock am 22. September 2019 auf KULTURA-EXTRA
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