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Bewertung und Kritik zu

VOR DEM FEST
von Saša Stanišić
Regie: Charlotte Sprenger 
Premiere: 18. Januar 2019 
Thalia Theater Hamburg 

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Zum Inhalt: Überhaupt ist die Einwohnerzahl fallend. Die einzige Tankstelle hat dichtgemacht. Kneipen gibt es auch nicht mehr. „Wir trinken in Ullis Garage“, sagt das Dorf. Es heißt Fürstenfelde und hat für ein Dorf eine Menge zu erzählen, obwohl die Fürstenfelder eher wortkarg sind.
Saša Stanišić, der 1978 im bosnischen Višegrad geboren wurde, 1992 als Flüchtling nach Deutschland kam und heute in Hamburg lebt, lässt sein Dorf als vielstimmigen Chor sprechen: „Was War, Was Ist, Was Wird Geschehen.“ Das Annenfest ist der Höhepunkt des Jahres. Es wird eine dramatische Nacht. Im Dorfarchiv wird eingebrochen, die alten Sagen und Geschichten fliehen durch das offene Fenster in die Nacht. Die Archivarin Frau Schwermuth dreht durch. Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, sucht einen funktionierenden Zigarettenautomaten und findet Gründe gegen das Leben. Da ist die alte Malerin Frau Kranz, deren Gemälde seit Jahrzehnten nur ein Motiv kennen – Fürstenfelde und seine Bewohner, und die taumeln durch die Nacht.

Mit Marie Löcker, Merlin Sandmeyer, Birte Schnöink, André Szymanski, Oda Thormeyer, Tilo Werner

Regie: Charlotte Sprenger
Bühne und Kostüme: Aleksandra Pavlović
Dramaturgie: Matthias Günther


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3.0/5 Insgesamt 1 Bewertungen (1 mit Rezension)
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Jedes Dorf ist individuell
  · 13.03.19
Jedes Dorf ist individuell

Ein weiterer Abgesang auf das Dorf? Speziell wenn es in der ehemaligen DDR, in der Uckermark liegt? Die erste Szene scheint das nahe zu legen. Alle hängen traurig in dem kleinen Boot auf dem leeren hellblauen Teppichbodensee unter dem weiten weißen Bühnen-Tücher-Himmel herum und machen ein trauriges Gesicht. Ausgerechnet der stumme Suse (Oda Thormeyer) singt ein lautloses Lied am Mikro dazu. Denn der Fährmann ist tot, ertrunken auf seinem Arbeitsplatz und kein Nachwuchs in Sicht. Doch zu Glück gibt es Johan (Merlin Sandmeyer), der ist unbezahlter Lehrling beim alten Glöckner und versteht dessen Handwerk, auch wenn ihm das kaum jemand zutraut. Das wird er am Schluss beweisen. Mit nur drei Glocken versteht er zu spielen: die hohe Kunst des Glockenspiels.
Autor Saša Stanišić betonte beim anschließenden Publikumsgespräch, dass in einem Dorf auf die Talente jedes einzelnen geschaut werde, mögen sie auch noch so verborgen sein. Nicht wie in der Stadt, wo nicht der Mangel sondern das Überangebot für eine schnelle Aussortierung sorgen würde.
So geht es in seinem Roman "Vor dem Fest" ebenso wenig wie in der Inszenierung von Charlotte Sprenger nicht vorrangig um ein Lamento auf das Aussterben des Dorfes sondern um die Würdigung der Individualität jedes einzelnen Dorfbewohners mit seinen eigenen besonderen Geschichten. Die breiten sich mit Hilfe der fünf wunderbar wandlungsfähigen Schauspieler unter dem Bühnenhimmel aus. Die junge Regisseurin hat mit ihrem Ensemble offensichtlich Spaß an dieser überbordenden Vielfalt der Einfälle und spiegelt diese auch durch die Kostüme wieder, die auf jedem Lilabe-Karneval-Fest für Aufsehen sorgen würden. So pendelt sie geschickt zwischen lustigem Klamauk, gekonntem Witz und melancholischer Hintergründigkeit hin und her.
Die Auswahl von Sprenger erweist sich als geschickter Schachzug des Thalia-Theaters, um diese Inszenierung zu einem beliebten Programmpunkt für Deutschlehrer dieser Stadt werden zu lassen; schließlich ist "Vor dem Fest" zum Abiturstoff erklärt worden.
Birgit Schmalmack vom 23.1.19
www.hamburgtheater.de
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3.5
Durchschnittsnote aller Stücke
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4 22
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Kritiken: 42

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