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Bewertung und Kritik zu

PATENTÖCHTER
von Julia Albrecht und Corinna Ponto
Regie: Gernot Grünewald 
Premiere: 15. September 2018 
Thalia Theater Hamburg 

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Zum Inhalt: Am 30. Juli 1977 bekommt Jürgen Ponto Besuch von Susanne Albrecht, der Tochter seines Jugendfreundes Hans­Christian Albrecht. Völlig überraschend erschießen ihre Begleiter Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar, Mitglieder der Rote Armee Fraktion, den Vorstandssprecher der Dresdner Bank in seinem eigenen Haus. Corinna Ponto ist 20 Jahre alt, als ihr Vater ermordet wird, Julia Albrecht erst dreizehn, als ihre Schwester Susanne den Mördern ihres Patenonkels Zugang zu seinem Haus verschafft. Das Band zwischen den befreundeten Familien ist zerstört. 13 Jahre lang sieht Julia ihre Schwester nur auf Fahndungsplakaten. Als nach dem Mauerfall 1990 Susannes zweites Leben in der DDR enttarnt wird, kommt es zu einer ernüchternden Begegnung in einem Berliner Untersuchungsgefängnis. 

30 Jahre nach der Tat, die beider Leben geprägt hat, nimmt Julia Albrecht Kontakt zu Corinna Ponto auf. Der in ihrem gemeinsamen Buch „Patentöchter“ dokumentierte Briefwechsel wirft einen neuen Blick auf die bis heute ausschließlich von Dritten gedeutete Tat. Gemeinsam beginnen die beiden Frauen einen Dialog über Schuld und Vergebung. Entstanden ist ein faszinierendes Dokument der Zeitgeschichte, das weit über die seelischen Verletzungen hinausweist, von denen es eindrücklich und berührend erzählt.

Regie: Gernot Grünewald
Ausstattung: Michael Köpke
Dramaturgie: Susanne Meister
Musik: Daniel Sapir
Video: Jonas Plümke

TRAILER


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Gewalt von links
  · 14.01.19
Gewalt von links

Die Verknüpfung der beiden Frauen wird durch die Bühnenausstattung (Michael Köpke) auf den ersten Blick deutlich: Sie wohnen in völlig identischen Wohnungen. Die Wohn- und Esszimmer von Julia Albrecht und Corinna Ponto sind identisch eingerichtet. Gleich dreifach und in je drei verschiedenen Lebensaltern(Alicia Aumüller, Sandra Flubacher, Oda Thormeyer, Maria Magdalena Wardzinska) tauchen sie in der Szenerie der beiden Wohnungen auf. Nur zu identifizieren und zuzuordnen durch ihre unterschiedlichen Kleidungen. Diese beiden Frauen waren Patentöchter von zwei Jugendfreunden: dem Bankmanager Jürgen Ponto und dem Anwalt Hans-Christian Albrecht. Sie teilen außerdem ein schreckliches Erlebnis, das ihre jeweiligen Familien auseinander riss. Die Schwester von Julia Albrecht schleuste am 30. Juli 1977 zwei RAF-Terroristen in das Haus von Ponto ein, wo sie Jürgen Ponto erschossen. Die dreizehnjährige Julia verlor dadurch ihre große Schwester und Corinna Ponto ihren Vater. Dreißig Jahre später nehmen die beiden Frauen Kontakt zueinander auf und arbeiten in einem gemeinsamen Buch ihre Vergangenheit und ein Stück deutscher Geschichte auf.
Davon erzählt jetzt Gernot Grünewald auf der Bühne des Thalia in der Gaußstraße. Er nutzt dazu den vorgetragenen Wortlaut aus dem Buch, manchmal in kurzen Spielszenen oder in Lesungen vor einem Mikro. Oft absolvieren die Frauen auch Alltagsverrichtungen auf der Bühne: Sie bügeln, decken den Tisch, schauen fern, staubsaugen oder räumen auf, während ihre anderen Vertreterinnen vorlesen. Sie sind bemüht ihren Alltag aufrecht zu erhalten, während ihre bisherige Welt zusammen gebrochen ist. Wie sehr beide, die Opfer- und Täterfamilien von dem Tun ihrer Verwandten in Mitleidenschaft gezogen sind, wird schmerzlich erkennbar. Die RAF-Terroristen töteten nicht nur einzelne Vertreter der verhassten Systems sondern sie verwundeten auch Familien. Ein Kapitel deutscher Geschichte, über das bisher viel zu wenig in der Öffentlichkeit diskutiert wird, das über spektakuläre Entführungsfilme hinaus geht. Grünewald bezieht mit seinem Stück klare Position: Gewalt ist durch keine politische Überzeugung zu legitimieren. Ein überaus spannender und aufrüttelnder Theaterabend.
Birgit Schmalmack vom 6.1.19.

www.hamburgtheater.de
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3.5
Durchschnittsnote aller Stücke
5 11
4 22
3 16
2 11
1 1
Kritiken: 42

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