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Bewertung und Kritik zu

BILDER DEINER GROSSEN LIEBE
von Wolfgang Herrndorf
Regie: Marie Rosa Tietjen 
Premiere: 10. Dezember 2017 
Thalia Theater Hamburg 

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Zum Inhalt: Ein Abend über Isa, die Herrscherin über das Universum, die Planeten und Alles.
Ein Roadtrip. Durch Wälder und Pfützen, Gedanken und Gedankenstriche. Isa ist bewaffnet. Eine radikale Denkerin, die wenn sie es will, die Sonne verschieben kann. Sie geht zu Fuß. Mit einer Pause am goldenen Berg. „Von oben sehe ich über das Land und bin müde. Im Innern wüten eiserne Zangen. Ich versuche zu schlafen und kann es nicht. Ich versuche weiterzugehen und kann es nicht. Ich konzentriere mich auf die Sachlage und komme zu dem Ergebnis, dass ich Hunger habe.“
Dann geht Isa weiter. Satz für Satz. Ort für Ort. Und dazwischen? „Das sind die Löcher der Kausalität. Es sind die fehlenden Übergänge von Ursache und Wirkung. An diesen Stellen klafft das ganze Universum auf.“, so zitiert Wolfgang Herrndorf den Philosophen Joseph Vogl in seinem Blog „Arbeit und Struktur“.

Mit Birte Schnöink

Regie: Marie Rosa Tietjen
Bühne: Katharina Pia Schütz
Kostüme: Birte Schnöink, Marie Rosa Tietjen
Dramaturgie: Christina Bellingen

TRAILER


 

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3.0/5 Insgesamt 1 Bewertungen (1 mit Rezension)
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Roadmovie im Kopf
  · 28.03.18
Sie sei normal, auch wenn die Ärzte das sicher anders sähen. Davon ist Lisa überzeugt. Genauso wie von ihren zahlreichen Fähigkeiten. Sie kann vieles. Sie kann mit ihrem Finger die Sonne anhalten und sogar ein Stück zurückschieben. Das beweist Birte Schnöink auch gleich auf der Bühne der Garage des Thalia in der Gaußstraße, indem sie den Scheinwerferstrahl auf der Rückwand nach ihren Wünschen ausrichtet. 

Lisa bewegt sich in ihrer Welt. Sie ist wie ein Cowgirl gekleidet, denn sie reitet durch ihr Lisa-Universum ohne große Selbstzweifel. Sie begegnet auf ihrem Trip durch die Wildnis kleinen Jungs und älteren Seebären. Ohne Berührungsängste und voller Selbstvertrauen stellt sich allen Herausforderungen, sei es welche durch Menschen, Hindernisse, Hunger, Nässe oder Kälte. 

Birte Schnöink spielt das vierzehnjährige Mädchen sehr überzeugend. Sie bewegt sich durch den kargen weißen Bühnenraum wie durch ein Experimentierfeld. So bleibt unklar, ob alle diese Ereignisse nur in ihrem Kopf stattfinden oder tatsächlich passieren. Letzteres erscheint eher unwahrscheinlich. Zu wenig werden sie ausgeschmückt. Zu rein bleibt die schicke Kleidung dieses Cowgirls in feiner Plisseebluse und weißen breitkrempigen Hut. So scheint dieses Mädchen nie auf die Realität zu treffen. Ihr Regen kommt aus dem Sprühpumper, ihre Sonne aus dem Scheinwerfer und ihr Wind aus dem Gebläse. 

Wenn zum Schluss zwei kleine Jungs und ein älterer Mann mit ihr im Gegenwind des Gebläses stehen, wirkt das wie ein ganz überzeugender Versuch die Beweise der Abenteuer-Geschichten nachzuliefern. Denn ausstaffiert sind sie wie kleine hyperrealistische Comicfiguren. Das Große-Weite-Welt-Gefühl der Tschick-Aufführungen, in denen zwei Jungen ähnliche Abenteuer erlebten, bleibt aus. So macht diese Inszenierung deutlich, dass Wolfgangs Hermanns letztes Buch ein Fragment geblieben ist, dem ein vorzeitiges unfreiwilliges Ende gesetzt wurde.

Birgit Schmalmack vom 28.3.18
www.hamburgtheater.de
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3.5
Durchschnittsnote aller Stücke
5 11
4 22
3 16
2 11
1 1
Kritiken: 42

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