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Bewertung und Kritik zu

MADAMA BUTTERFLY
von Giacomo Puccini
Regie: Pier Luigi Samaritani
Premiere: 20. Juni 1987 
Deutsche Oper Berlin
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Zum Inhalt: Der amerikanische Leutnant Pinkerton ist mit seinem Schiff im Hafen von Nagasaki vor Anker gegangen. Um sich die Zeit zu vertreiben, hat er der erst 15-jährigen Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, den Hof gemacht, die einer vornehmen, aber verarmten Familie entstammt und ihre Liebe sehr ernst nimmt. Pinkerton will mit ihr eine „Ehe auf Zeit“ – damals zwischen europäischen Männern und Geishas nicht unüblich – eingehen und sucht sogar, unterstützt von dem Heiratsvermittler Goro, ein kleines Haus für die gemeinsamen Flitterwochen aus. Als der amerikanische Konsul Sharpless ihn vor dieser Ehe warnt, macht er sich über seinen Freund lustig und stößt sogar auf den Tag an, an dem er mit einer Amerikanerin seine „echte“ Hochzeit feiern werde. Für die junge Japanerin, die aus Liebe sogar zum Glauben ihres Geliebten übergetreten ist, hat die Verbindung mit dem Ausländer schmerzhafte Konsequenzen: Sie wird von ihrer Familie verstoßen, nachdem die Trauung vollzogen ist. Nur schwer gelingt es Pinkerton, seinen „Schmetterling" zu trösten.

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Musikalische Leitung: Yves Abel 
Inszenierung, Bühne, Kostüme: Pier Luigi Samaritani
Chöre: Thomas Richter


Spieldauer: 2 Stunden 45 Minuten / Eine Pause


TRAILER


 
Meinung der Presse zu „Madama Butterfly“ - Deutsche Oper Berlin


Die Welt

★★★☆☆

FAZ
★★☆☆☆

Der Tagesspiegel
★★★★☆

Süddeutsche Zeitung
★★★☆☆ 

Zitty
★★★★☆

tip
★★★☆☆

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3.5/5 Insgesamt 8 Bewertungen (2 mit Rezension)
3 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
America first oder die enttäuschte Hoffnung
  · 19.02.17
Sie gehört ohne Zweifel zu den erfolgreichsten Opern Giacomo Puccinis. Zunächst als Zweiakter konzipiert, wurde „Madama Butterfly“ dann zum Dreiakter umgearbeitet, der 1904 in Brescia erstmals aufgeführt wurde. Die Tragödie der kleinen Japanerin Cio-Cio-San, die als Geisha mit dem amerikanischen Marineoffizier Benjamin Franklin Pinkerton nach Landessitte getraut wird und dann, inzwischen Mutter eines Sohnes aus dieser Beziehung, eine erschütternde Enttäuschung erleben muss, hat von jeher die Herzen des Opernpublikums bewegt und gerührt. Pinkerton steht nach drei langen Jahren mit seiner tatsächlichen amerikanischen Ehefrau wieder vor der Tür der „Madama Butterfly“, aber nur, um tief zerknirscht den Sohn mitzunehmen. Cio-Cio-San gibt sich den Tod: „Wer nicht ehrenvoll leben kann, soll wenigstens ehrenvoll sterben.“ 

In der Deutschen Oper Berlin war jetzt die 140. Aufführung dieser Oper in der Inszenierung von Pier Luigi Samaritani zu erleben, die erstmals 1987 auf die Bühne kam - eine dieser langlebigen Stützen des Repertoires, die vom nie erlahmenden Publikumsinteresse zehren. Die Vitalität dieser Inszenierung ist durchaus bewunderungswürdig: Ein ausverkauftes Haus ist der Lohn sorgsamer Aufführungstradition. Besonders reizvoll an dieser Inszenierung ist, dass hier die chinesische Sopranistin Hui He die Rolle der kleinen Japanerin übernimmt - ein Hauch von asiatischem Flair findet auf diese Weise Eingang in die Handlung. 

Das optische Bild dieser Inszenierung lebt von hintereinander gestaffelten Reihen zarter Gazevorhänge, die einerseits Räume abgrenzen, andererseits, vom Wind bewegt, auch Landschaften oder die Meeresoberfläche zu imaginieren vermögen. Als der zornige Onkel Bonze mit der ganzen Verwandtschaft auftaucht, um Cio-Cio-San wegen ihres Glaubenswechsels zu verfluchen, senkt sich ein blutroter Vorhang von oben herab. Im Vordergrund ist lediglich eine Zimmerwand in japanischer Leichtbauweise zu sehen, die sich zur Seite fahren lässt, um den Blick in die Weite freizugeben. 

In dieser Szenerie bewegen sich die handelnden Personen in sehr einfachen, übersichtlichen Gängen. Da ist zunächst Diener Goro (Ya-Chung Huang), der als Vermittler zur Außenwelt agiert. Der amerikanische Konsul Sharpless, der das Unheil kommen sieht und es doch nicht abwenden kann, ist auch real Amerikaner (Noel Bouley), stammt aus Houston/Texas und skizziert mit kräftigem Bariton die Figur eines etwas hilflosen Diplomaten inmitten eines fremden Landes. „Butterflys“ helfende Begleiterin ist Suzuki (Katharina Kammerloher) mit ausdrucksvollem Mezzo, die alle Schmerzen ihrer Freundin mitfühlt und doch im entscheidenden Moment das Schicksal nicht aufhalten kann. Im Mittelpunkt der Handlung steht Hui He in der Rolle der Cio-Cio-San: eine kleine, aber zu großen Gebärden fähige Person, die ihre unerschütterliche Hoffnung bis zur schließlichen Katastrophe aufrecht erhält. Die Stimme der Sopranistin ist unerwartet kräftig, anfangs etwas belegt wirkend, dann aber zunehmend frei und mit weit ausgreifendem dramatischen Duktus. Stefano La Colla ist Pinkerton, ein hell getönter, in der Höhe leicht geschärfter Tenor, dessen anfängliche Verliebtheit sich in hilflose Feigheit angesichts der durch ihn ausgelösten Konflikte wandelt. 

Yves Abel am Pult des Orchesters der Deutschen Oper konnte an diesem Abend anfänglich kein ungetrübtes Hörvergnügen servieren. Im ersten Akt gab es gelegentliche Synchrondifferenzen, und Puccinis so zarter, wie ein Hauch gezeichneter Orchestersatz wollte seinen Zauber anfangs nicht entfalten. Stattdessen stachen einzelne Instrumente hervor, und die verführerische Atmosphäre dieser japanischen Hochzeitswelt schien zu grob gezeichnet. Im weiteren Verlauf besserten sich viele Teilaspekte, sowohl die Geschlossenheit des Orchesterklangs wie die stimmliche Präsenz der beiden Hauptpersonen, und den berühmten Summchor vor der Nacht des Wartens konnten die von Thomas Richter einstudierten Damen des Chors mit aller erforderlichen Delikatesse darbieten. 

Am Ende gabs reichen Applaus vom hochzufriedenen Publikum, allen voran natürlich für die überaus dankbar reagierende Hui He, aber in abgestufter Weise auch für die übrigen Solisten. 

http://roedigeronline.de/
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Mit 16 Jahren habe ich Giacomo Puccinis (1858-1924) Oper „Madama Butterfly“ mit meinen Eltern in Verona erleben dürfen. Schon damals hat mich die Tragödie in drei Akten nach „Madam Butterfly“ von David Belasco fasziniert und aufgrund der tragischen Liebe eines jungen Mädchens erschüttert.
Jetzt als Frau musste ich diese Oper noch einmal sehen und überprüfen, ob ich diesen Schmerz genauso nachempfinden kann wie damals mit 16 Jahren. Am Samstag, den 10. März 2018, hatte ich dazu in der Deutschen Oper Berlin die Gelegenheit.

Die weltbekannte Oper wurde in einem ausverkauften Saal in italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln gesungen. Carlo Rizzi, der zu den führenden Dirigenten weltweit zählt, übernahm die musikalische Leitung.

Doch zuerst zu der Handlung, die mich auch noch fast zehn Jahre danach in ihren Bann zieht: Der amerikanische Marineoffizier Pinkerton heiratet in Japan die junge Geisha Cio-Cio-San, die er liebevoll Butterfly nennt. Butterfly empfindet eine echte und tiefe Liebe für den Amerikaner und nimmt deswegen seinen Glauben an, woraufhin sie von ihrer Familie verstoßen wird.
Doch Pinkerton freut sich schon auf den Tag, wenn er eine Amerikanerin in den USA heiraten wird. Nach den Flitterwochen geht Pinkerton in die USA. Butterfly wartet drei Jahre auf ihn, ohne eine Nachricht von ihm zu erhalten. Die Heiratsanträge der anderen Männer lehnt sie ab. Schließlich kommt Pinkerton eines Tages zurück. Doch kommt er nicht allein, sondern mit seiner amerikanischen Ehefrau, mit der er Butterfly den gemeinsamen Sohn wegnehmen will, um ihn mit seiner neuen Ehefrau gemeinsam in den USA groß zu ziehen. Die verzweifelte Butterfly sieht nur einen Ausweg: Sie bringt sich mit einem Dolch ihres Vaters selbst um.

Maria José Siri spielt die wunderschöne und gleichzeitig zerbrechliche Butterfly. Für ihre Liebe zum Amerikaner Pinkerton ist sie bereit, alles zu opfern. Sie nimmt seinen Glauben an, weswegen sich ihre Familie von ihr lossagt. Drei Jahre lang bleibt sie ihrem Pinkerton treu ergeben. Obwohl sie nahe der Armut lebt, keinen außer ihrem Sohn und ihrer loyalen Dienerin Suzuki hat, lehnt sie den Heiratsantrag des Fürstes Yamadori ab. Als verlassene Ehefrau kann sich nicht mehr den Beruf der Geisha ausüben. Bis zuletzt glaubt sie an die Rückkehr ihres geliebten Mannes. Am Ende sieht die enttäuschte und verzweifelte Cio-Cio-San keinen anderen Ausweg als den Freitod. Auf dem Dolch, mit dem sie sich selbst das Leben nimmt, steht: „In Ehren sterbe, wer nicht in Ehren leben kann.“

Ich konnte über zwei Stunden lang mit Siri mitfühlen und alle Gefühle nachempfinden: Zuerst ein naives Mädchen, das noch an die große und wahre Gefühle glaubt wird sie zu einer starken Frau, die auf die Rückkehr ihrer großen Liebe hofft, allen Widerständen trotzt und deswegen drei Jahre lang treu bleibt. Am Ende konnte ich und zahlreiche Frauen im Publikum Maria José Siri ihre ausweglose Verzweiflung und die Enttäuschung darüber, dass sich nicht genauso geliebt wurde, abnehmen und vergossen deswegen viele Tränen.
Eine sehr überzeugende Darstellung der Maria José Siri, die zudem über eine sehr kraftvolle Stimme verfügt! Zurecht wurde diese Leistung am Ende mit einem tosenden Applaus gewürdigt.

Piero Pretti stellt die Rolle des arroganten Pinkerton überzeugend dar. Obwohl er am Anfang gewarnt wird, dass die Liebe seiner Geisha ernst sei und er ihr das Herz brechen werde, geht er trotzdem die Beziehung, die zum Verderben des Schmetterlings führt und seine Flügel bricht, ein. Pretti macht gesanglich und darstellerisch alles richtig und das Publikum honoriert dies am Ende begeistert.

Auch Jana Kurucová in ihrer Rolle der treuen Dienerin und Dong-Hwan Lee in seiner Rolle des mitfühlenden Sharpless glänzen auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin.
Die Kostüme von Pier Luigi Samaritani und das schlichte Bühnenbild ( hintereinander gestaffelten Reihen zarter Gazevorhänge) versetzen den Zuschauer ins traditionelle Japan, in dem die Ehre eine wichtige Rolle spielt.

Mein Fazit: Noch heute gehört Puccinis Oper „Madama Butterfly“ zu meinen Lieblingsopern. Egal, ob damals als Mädchen oder jetzt als Frau, beide Mal war ich zutiefst von der echten und treuen Liebe des wunderschönen Schmetterlings ergriffen. Die Operndarsteller singen und agieren fantastisch, die Musik ist traumhaft schön.



© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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3.3
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Kritiken: 61
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