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    Chamäleon Theater Berlinwww.chamaeleonberlin.com
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    Telefon: 030 4000590
    SPIELPLAN & KARTEN

    Out Of Chaos

    Bewertung und Kritik zu

    OUT OF CHAOS
    Physical Theatre
    Premiere: 24. August 2019 
    Chamäleon Theater Berlin

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    Zum Inhalt: Die Schwerkraft scheint tatsächlich nur ein Mythos zu sein, wenn die Künstler der mehrfach preisgekrönten Kompanie Gravity & Other Myths aus Australien die Bühne betreten. Sie bauen schwindelerregende Menschentürme, wirbeln sich gegenseitig durch die Luft und testen mit Kraft, Anmut und Humor die Grenzen des Zirkus aus. Mit ihrem Erstlingswerk „A Simple Space“ haben sie weltweit für ausverkaufte Häuser gesorgt und dabei Publikum und Kritiker gleichermaßen begeistert. Nun präsentieren sie ihre neueste Kreation Out Of Chaos erstmals in Deutschland.

    Out Of Chaos ist die bisher kühnste und ehrgeizigste Arbeit der Kompanie. Scharfkantige, explosive Akrobatik kollidiert mit verbalen, humorvollen Geständnissen der Künstler, die ihrem Publikum in Echtzeit einen Eindruck davon geben, wie es sich anfühlt, auf der Bühne zu stehen ... Indem uns die Kompanie an dem Innenleben ihrer Weltklasse-Akrobaten teilhaben lässt, erlaubt sie uns einen Einblick in die besondere Magie, die in jeder Arbeit von Gravity & Other Myths zu finden ist: Wärme und Verbundenheit zwischen den Performern und dem Publikum. Der Mensch kommt uns ganz nah, aber auch der Mythos...und wir als Zuschauer dürfen hautnah eintauchen in die Unmöglichkeit dessen, was dennoch live vor unseren Augen passiert.

    Im Mittelpunkt der Inszenierung steht die Frage, wie sich die Dinge zusammenfügen. Individuum und Gruppe. Bewegung und Stillstand. Performer, Publikum, Sound und Licht. Mit Aufrichtigkeit und Unaffektiertheit lassen die acht Akrobaten gemeinsam mit dem Musiker Ekrem Eli Phoenix imponierende, bewegende Bilder entstehen und gehen dabei so unerschrocken an die Grenzen der eigenen Körperlichkeit, dass einem die Luft wegbleibt. Stürzen Sie sich mit den Künstlern ins Geschehen und erleben Sie die unvergessliche Welt von Gravity & Other Myths. Wir könnten nicht stolzer sein, mit Out Of Chaos eine der derzeit angesagtesten Arbeiten im zeitgenössischen Zirkus nach Berlin zu bringen.

    TRAILER

    5 von 5 Sterne
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    Out of Chaos - Gravity & Other Myths​ im CHAMÄLEON Theater​
    4 years ago
    Kritik

    Schon Albert Einstein hat es gewusst: „Nur das Genie beherrscht das Chaos.“ Dieser Theorie folgend bringt das Chamäleon Theater, meine Lieblingsspielstätte für Akrobatikshows und den Neuen Zirkus, zu seinem 15-jährigen Jubiläum mit der preisgekrönten australischen Kompanie „Gravity & Other Myths“ eine am Anfang chaotisch wirkende Show, die danach für zwei Stunden ihre vollkommene Genialität entfaltet.

    Ich war bis jetzt fast bei jeder Show im Chamäleon Theater dabei und für mich hat sich relativ früh herauskristallisiert, dass die australischen Artistikkompanien die besten Shows auf die Beine stellen. Unter der Regie von Darcy Grant hat „Gravity & Other Myths“ wieder einmal meine Meinung bestätigt. Mit der Show „Out of Chaos“ haben Martin Schreiber, Simon McClure, Mieke Lizotte, Lewis Rankin, Lewis West, Lisa Goldworthy, Dylan Philips und Amanda Lee etwas Unmenschliches vollbracht und die Gesetze der Schwerkraft vollkommen vernachlässigt. Die Zuschauer im Saal wirkten ungläubig, wie die ästhetischen Körper verbogen wurden und waghalsige Turmfiguren gebildet und in einer unglaublichen Schnelligkeit immer wieder ausgebaut und aufgelöst wurden. Die Zuschauer im Saal blieben sprachlos zurück.

    Ich hatte die ganze Zeit Angst, zu blinzeln und damit etwas zu verpassen, was ich bis dato noch nie auf einer Bühne gesehen habe. Wir erlebten zwei Stunden lang eine technische Perfektion verbunden mit einer charismatischen Ausstrahlung und einem australischen Humor, den ich sehr liebe.

    Doch nicht nur die Grenzen der Schwerkraft wurden aufgebrochen, sondern auch die geschlechterspezifischen Fesseln in der Akrobatik gelöst. Die Frauen in der Kompanie bildeten oft die Basis in der Formation und stemmten Männer. Frauen performten mit Frauen und Männer mit Männern. Es kam nicht auf das Geschlecht an, sondern auf die Genialität des Einzelnen und der Gruppe.

    Diese Show war für mich auch die Authentischste, denn obwohl die akrobatischen Elemente perfekt waren, sind solche Programme eine körperliche Anstrengung für die Artisten. Obwohl wir im Zuschauersaal dies nie sahen, erfuhren wir es diesmal durch die witzigen Erzählungen – einem wichtigen Mittel in der Show – der Akrobaten.

    Aber nicht nur hier gab es eine Innovation auf der Bühne des Chamäleon Theaters, sondern auch in dem Einsatz der Musik in der Show. Der sich zwischen den Artisten dauernd bewegende Sänger und Musiker Ekrem Phoenix hat mit einer Voice-Over-Technik die oft lustigen Geräusche und Sätze der Artisten aufgenommen und damit eine wundervolle Musik in der Show erschaffen. Faszinierend, wie der Musiker mit dem Bogen einer Geige ein normales Xylophon zum Schwingen brachte und ihm Klänge entlockte. Mit seiner orientalisch angehauchten Musik schuf er in meinen Gedanken eine geheimnisvolle Parallelwelt, in der ich mich auf den mystischen Märkten in Marakkesch befand.

    Als wäre es nicht genug, dass "Gravity & Other Myths" in der Akrobatik und in der Musik etwas Neues erschaffen haben, setzten sie auch in der Lichttechnik neue Maßstäbe, denn die Artisten positionierten selbst das Licht, indem sie kleine und große Lichtquellen auf dem Boden stationierten oder an Strippen befestigten. Dieser Wechsel zwischen Dunkelheit und Helligkeit sorgte für eine hypnotisierende Show.

    Mein Fazit: Das Chamäleon Theater bringt mit der Show „Out of Chaos“ der zugleich chaotischen und genialen Zirkustruppe Gravity & Other Myths einen Kracher auf die Bühne, die Grenzen in verschiedenen Kunstformen sprengt und neue Maßstäbe setzt. Dieses audiovisuelles Meisterwerk läuft noch bis zum 16. Februar 2020 im Chamäleon Theater und würdigt wieder einmal eine meiner Lieblingskunstformen: den Neuen Zirkus.

    © E. Günther ("Mein Event-Tipp")

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    1 von 1 Person(en) gefiel diese Kritik
    Out of Chaos – Gravity & Other myths – Chamäleon Theater Berlin
    1 year ago
    Kritik

    Aus Chaos geboren

    In unserem Fall ist das Chaos am Beginn des Abends eine tosende Kakophonie von Stimmen. Die Artisten der Gruppe  Gravity & Other myths  treten nach und nach alle an Mikrofone auf der Bühne und erzählen. Küken  Dylan Phillips  beginnt, auf deutsch berichtet er ein wenig über das was uns erwartet, aber schon legt sich eine weitere Stimme über seine und dann noch eine und noch eine, bis wir nur noch Lärm hören. Chaos! Die Musikerin  Sonja Schebeck  beendet den Krach abrupt. Sie erschafft mit Geige, Stimme und Tablet auf der Bühne einen Klangteppich der die Untermalung und den Zusammenhalt des Abends bedeutet. Sie ist nicht nur zuständig für die Musik sondern leuchtet als lebendiger Scheinwerfer einzelne Posen an, in denen sich die Artisten auf der dunklen Bühne befinden: Spotlight auf die Körperkunst!

    Gravity & Other Myths

    Gravity & Other Myths waren 2019 schon mal mit dem Programm [url=https://berlineransichtssachen.com/2019/09/20/out-of-chaos-gravity-other-myths-chamaeleon-theater-berlin/] Out Of Chaos [/url] im Chamäleon Theater, dieses Mal haben sie zunächst ihr neues Stück [url=https://berlineransichtssachen.com/2022/09/22/the-mirror-gravity-other-myths-gom/] Mirror [/url] gezeigt und aktuell kann man noch bis zum Ende des Jahres Out Of Chaos mit neuer Musik und einer ein wenig anderen Truppe sehen. Die grandiose Zusammenarbeit von Körpern, Licht und Musik ist allerdings die gleiche geblieben und hat mich auch dieses Mal wieder sehr beeindruckt. Mit Hilfe des warmen Lichts im Hintergrund der Bühne und der kühleren Strahler die oft in der Hand gehalten werden, entstehen immer neue Bilder für die Zuschauer.

    Aber, wie immer im Chamäleon Theater, sind die Körper der Artisten und das, wozu sie fähig sind, das Beeindruckendste. Die Schwerkraft ist offensichtlich tatsächlich nichts als ein Hirngespinst und wird immer wieder ausgehebelt, wenn die Artisten und Artistinnen durch die Luft fliegen, springen, schweben, fallen. Der Jüngste im Bunde,  Dylan Phillips , ist dabei mit seinem sehr schlanken, drahtigen Körper zu wirklich Unglaublichem fähig, er scheint ohne Knochen auf die Welt gekommen zu sein, so sehr kann er sich verbiegen. Aber auch Kollegin  Emily Gare , stark und doch grazil in einem asymmetrischen Rock, besticht mit ihrer scheinbaren Schwerelosigkeit.  Lisa Goldsworthy , die während einer besonders schwierigen Menschenpyramide sogar Fragen aus dem Publikum beantwortet, gibt zu das sie so ihre Schwierigkeiten mit Höhe hat. Verrückt, aber auch bewundernswert, denn das erzählt sie von der Spitze der Pyramide herab!

    Weitere Künstler auf der Bühne sind  André Augustus ,  Lachlan Binns ,  Lewis Rankin  (krasse Dance Moves!),  Martin Schreiber  und  Shani Stephens . Gemeinsam bringen sie ein grandioses New Circus Spektakel auf die Bühne, das nicht von ungefähr bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Prädikat sehr sehenswert.

    ©Nicole Haarhoff

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