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Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Lanz 
Stück: Zwei Herren aus Verona 
Autor: William Shakespeare

Erscheinungsjahr: 1591 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): Christoph Martin Wieland


2. Aufzug, 3. Szene 

Eine Strasse. Lanz mit seinem Hund Crab.

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LANZ: Nein, ich will nicht ehrlich seyn, wenn ich in einer Stunde mit Weinen fertig bin; es ist ein Familien-Fehler, womit die Lanzen alle behaftet sind; ich habe nun, wie der verlohrne Sohn, mein Erbtheil empfangen, und gehe mit Signor Protheus an den Kayserlichen Hof. Ich denke, Crab, mein Hund ist der unempfindlichste Hund der in der Welt ist; meine Mutter weinte, mein Vater jamerte, meine Schwester schrie, unsre Magd heulte, unsre Kaze rang ihre Hände, unser ganzes Haus war in der grösten Bekümmerniß; und dieser hartherzige Hund ließ nicht eine einzige Thräne fallen! Er ist ein Stein, ein wahrer Kiesel-Stein, er hat nicht mehr Mitleiden in ihm als ein Hund. Ein Jude würde geweint haben, wenn er unsern Abschied gesehen hätte; was sag' ich? sogar meine Großmutter, die keine Augen mehr hat, weinte sich blind, wie ich Abschied von ihr nahm. Seht, ich will euch zeigen, wie es zugieng: Bildet euch ein, dieser Schuh ist mein Vater; nein, dieser linke Schuh ist mein Vater; nein, nein, dieser linke Schuh ist meine Mutter; nein, es kan doch nicht so seyn; ja, es ist so, es ist so; er hat die schlimmere Sole; dieser Schuh, mit dem Loch in der Sole, ist meine Mutter; und dieser hier, ist mein Vater; ich will des T** seyn, wann es nicht so ist: Nun, mein Herr, bildet euch ein, dieser Stok ist meine Schwester; denn, seht ihr, sie ist so weiß wie eine Lilie, und so dünn wie ein Steken; dieser Hut ist Nandel, unsre Magd; ich bin der Hund; nein, der Hund ist er selbst, und ich bin der Hund; nicht so, der Hund ist ich, und ich bin ich selbst; ja, so, so; nun geh ich zu meinem Vater; Vater, euern Segen; nun kan der Schuh vor Weinen kein Wort sagen; nun küß' ich meinen Vater; gut, er weint immer fort; nun geh ich zu meiner Mutter – – o! wenn izt der Schuh nur reden könnte, wie ein Weib das nicht bey sich selber ist! Gut, ich küsse sie; (er küßt seinen Schuh.) Mein Seel! es ist vollkommen so! das ist meiner Mutter Athem auf und nieder: Nun geh ich zu meiner Schwester: Hört einmal, was das für ein Aechzen ist: Nun, diese ganze Zeit über vergießt euch der Hund nicht eine einzige Zähre, und sagt euch kein Wort, und ihr seht doch, wie ich den Staub mit meinen Thränen lege.


2. Act, 3. Scene 

Launce alone, leeding a dog.

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LAUNCE: Nay, 'twill be this hour ere I have done weeping; all the kind of the Launces have this very fault. I have received my proportion, like the prodigious son, and am going with Sir Proteus to the imperial's court. I think Crab my dog be the sourest-natured dog that lives: my mother weeping, my father wailing, my sister crying, our maid howling, our cat wringing her hands, and all our house in a great perplexity; yet did not this cruel-hearted cur shed one tear. He is a stone, a very pebble stone, and has no more pity in him than a dog; a Jew would have wept to have seen our parting; why, my grandam having no eyes, look you, wept herself blind at my parting. Nay, I'll show you the manner of it. This shoe is my father; no, this left shoe is my father; no, no, left shoe is my mother; nay, that cannot be so neither; yes, it is so, it is so, it hath the worser sole. This shoe with the hole in it is my mother, and this my father. A vengeance on 't! There 'tis: now, sir, this staff is my sister, for, look you, she is as white as a lily and as small as a wand; this hat is Nan our maid; I am the dog; no, the dog is himself, and I am the dog--O! the dog is me, and I am myself; ay, so, so. Now come I to my father: 'Father, your blessing.' Now should not the shoe speak a word for weeping; now should I kiss my father; well, he weeps on. Now come I to my mother;--O, that she could speak now like a wood woman! Well, I kiss her; why there 'tis; here's my mother's breath up and down. Now come I to my sister; mark the moan she makes. Now the dog all this while sheds not a tear, nor speaks a word; but see how I lay the dust with my tears.


   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Julia 
Stück: Zwei Herren aus Verona 
Autor: William Shakespeare

Erscheinungsjahr: 1591 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): Christoph Martin Wieland


1. Aufzug, 2. Szene 

Julia allein.

Julia, welche über Lucettens Impertinenz endlich ungehalten wird, reißt ihr den Brief aus der Hand, zerreißt ihn in Stüke, und befiehlt ihr sich zu entfernen; Lucetta gehorcht, und sagt im Weggehen: was das für eine wunderliche Aufführung ist! und doch bin ich gewiß, daß ihr nichts angenehmere wäre, als noch einmal mit einem solchen Brief erzürnt zu werden.

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JULIA: Ich wollte lieber mit dem nehmlichen erzürnt werden! Verhaßte Hände, die so zärtliche Worte zerreissen konnten! Undankbare Wespen, die sich mit solchem Honig weiden, und die Bienen, die ihn hergaben, mit ihren Stacheln tödten! Zur Vergütung will ich jedes einzelne Stükchen Papier küssen – – Sieh! hier steht »gütige Julia«; – – ungütige Julia! Zur Straffe deiner Undankbarkeit werf' ich deinen Namen gegen diese Steine, und trete verächtlich deinen Übermut mit Füssen! – – Sieh! hier steht »der liebesverwundete Protheus« – – Armer, verwundeter Name! Mein Busen soll dein Bette seyn, bis deine Wunde völlig ausgeheilt ist; und dieser Kuß soll das Pflaster darauf seyn – – Aber Protheus kommt zu zwey oder drey verschiednen malen; sey ruhig, lieber Wind, wehe nicht ein Wort hinweg, bis ich jeden Buchstaben wieder aufgelesen habe, meinen eignen Namen ausgenommen; den mag irgend ein Wirbelwind an einen schrofen, fürchterlichen, herabhängenden Felsen schmettern, und von da in die tobende See werfen. Schau! hier in einer Zeile steht sein Name zweymal – – »Der arme unglükliche Protheus – – Der zärtliche Protheus, an die liebenswürdige Julia«; diß will ich wegreissen; doch nein, ich will nicht. Da er's so artig mit seinen traurigen Benennungen verbunden hat: So will ich sie übereinander falten, und nun küßt euch, umarmt euch, zankt euch, thut was ihr wollt.


1. Act, 2. Scene 

Julia alone.

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JULIA: 
Nay, would I were so anger'd with the same!
O hateful hands, to tear such loving words!
Injurious wasps, to feed on such sweet honey
And kill the bees that yield it with your stings!
I'll kiss each several paper for amends.
Look, here is writ 'kind Julia.' Unkind Julia!
As in revenge of thy ingratitude,
I throw thy name against the bruising stones,
Trampling contemptuously on thy disdain.
And here is writ 'love-wounded Proteus':
Poor wounded name! my bosom, as a bed,
Shall lodge thee till thy wound be throughly heal'd;
And thus I search it with a sovereign kiss.
But twice or thrice was 'Proteus' written down:
Be calm, good wind, blow not a word away
Till I have found each letter in the letter
Except mine own name; that some whirlwind bear
Unto a ragged, fearful-hanging rock,
And throw it thence into the raging sea!
Lo, here in one line is his name twice writ:
'Poor forlorn Proteus, passionate Proteus,
To the sweet Julia':--that I'll tear away;
And yet I will not, sith so prettily
He couples it to his complaining names:
Thus will I fold them one upon another:
Now kiss, embrace, contend, do what you will.


   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Phöbe
Stück: Wie es euch gefällt 
Autor: William Shakespeare

Erscheinungsjahr: 1603 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): August Wilhelm von Schlegel


3. Aufzug, 5. Szene 

Phöbe und Silvius.

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PHÖBE: 
Denk nicht, ich lieb ihn, weil ich nach ihm frage.
's ist nur ein dummer Bursch – doch spricht er gut;
Frag ich nach Worten? – Doch tun Worte gut,
Wenn, der sie spricht, dem, der sie hört, gefällt.
Es ist ein hübscher Junge – nicht gar hübsch;
Doch wahrlich, er ist stolz – zwar steht sein Stolz ihm:
Er wird einmal ein feiner Mann. Das Beste
Ist sein Gesicht, und schneller als die Zunge
Verwundete, heilt' es sein Auge wieder.
Er ist nicht eben groß, doch für sein Alter groß;
Sein Bein ist nur so so, doch macht sich's gut;
Es war ein lieblich Rot auf seinen Lippen,
Ein etwas reiferes und stärkres Rot
Als auf den Wangen: just der Unterschied
Wie zwischen dunkeln und gesprengten Rosen.
Es gibt der Weiber, Silvius: hätten sie
Ihn Stück für Stück betrachtet so wie ich,
Sie hätten sich verliebt; ich für mein Teil,
Ich lieb ihn nicht, noch hass' ich ihn, und doch
Hätt ich mehr Grund zu hassen als zu lieben.
Denn was hatt er für Recht, mich auszuschelten?
Er sprach, mein Haar sei schwarz, mein Auge schwarz,
Und, wie ich mich entsinne, höhnte mich.
Mich wundert's, daß ich ihm nicht Antwort gab.
Schon gut! Verschoben ist nicht aufgehoben;
Ich will ihm einen Brief voll Spottes schreiben,
Du sollst ihn zu ihm tragen: willst du, Silvius?


3. Act, 5. Scene 

Phebe und Silvius.

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PHEBE: 
Think not I love him, though I ask for him;
'Tis but a peevish boy; yet he talks well.
But what care I for words? Yet words do well
When he that speaks them pleases those that hear.
It is a pretty youth; not very pretty;
But sure he's proud; and yet his pride becomes him.
He'll make a proper man. The best thing in him
Is his complexion; and faster than his tongue
Did make offense, his eye did heal it up.
He is not very tall; yet for his year's he's tall.
His leg is but so so; and yet 'tis well.
There was a pretty redness in his lip,
A little riper and more lusty red
Than that mixed in his cheek; 'twas just the difference
Betwixt the constant red and mingled damask.
There be some women, Silvius, had they marked him
In parcels as I did, would have gone near
To fall in love with him; but, for my part,
I love him not nor hate him not; and yet
I have more cause to hate him than to love him;
For what had he to do to chide at me?
He said mine eyes were black and my hair black;
And, now I am rememb'red, scorned at me.
I marvel why I answered not again.
But that's all one; omittance is no quittance.
I'll write to him a very taunting letter,
And thou shalt bear it. Wilt thou, Silvius?


 


   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Phöbe
Stück: Wie es euch gefällt 
Autor: William Shakespeare

Erscheinungsjahr: 1603 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): August Wilhelm von Schlegel


3. Aufzug, 5. Szene 

Phöbe und Silvius.

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PHÖBE: 
Ich möchte keineswegs dein Henker sein;
Ich fliehe dich, um dir kein Leid zu tun.
Du sagst mir, daß ich Mord im Auge trage;
's ist artig in der Tat und steht zu glauben,
Daß Augen, diese schwächsten, zartsten Dinger,
Die feig ihr Tor vor Sonnenstäubchen schließen,
Tyrannen, Schlächter, Mörder sollen sein.
Ich seh dich finster an von ganzem Herzen:
Verwundet nun mein Aug, so laß dich's töten.
Tu doch, als kämst du um! so fall doch nieder!
Und kannst du nicht: pfui! schäm dich, so zu lügen,
Und sag nicht, meine Augen seien Mörder.
Zeig doch die Wunde, die mein Aug dir machte.
Ritz dich mit einer Nadel nur, so bleibt
Die Schramme dir; lehn dich auf Binsen nur,
Und es behält den Eindruck deine Hand
Auf einen Augenblick; allein die Augen,
Womit ich auf dich blitzte, tun dir nichts,
Und sicher ist auch keine Kraft in Augen,
Die Schaden tun kann.


3. Act, 5. Scene 

Phebe und Silvius.

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PHEBE: 
I would not by thy executioner.
I fly thee, for I would not injure thee.
Thou tell'st me there is murder in mine eye:
'Tis pretty, sure, and very probable
That eyes, that are the frail'st and softest things,
Who shut their coward gates on atomies,
Should be called tyrants, butchers, murderers.
Now I do frown on thee with all my heart,
And if mine eyes can wound, now let them kill thee.
Now counterfeit to swound; why, not fall down;
Or if thou canst not, O, for shame, for shame,
Lie not, to say mine eyes are murderers.
Now show the wound mine eye hath made in thee;
Scratch thee but with a pin, and there remains
Some scar of it; lean upon a rush,
The cicatrice and capable impressure
Thy palm some moment keeps; but now mine eyes,
Which I have darted at thee, hurt thee not,
Nor I am sure there is no force in eyes
That can do hurt.


 


   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Jacques
Stück: Wie es euch gefällt 
Autor: William Shakespeare

Erscheinungsjahr: 1603 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): August Wilhelm von Schlegel


2. Aufzug, 7. Szene 

Jacques, der Herzog und Orlando.

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JACQUES: Die ganze Welt ist Bühne
Und alle Fraun und Männer bloße Spieler.
Sie treten auf und geben wieder ab,
Sein Leben lang spielt einer manche Rollen
Durch sieben Akte hin. Zuerst das Kind,
Das in der Wärtrin Armen greint und sprudelt;
Der weinerliche Bube, der mit Bündel
Und glattem Morgenantlitz wie die Schnecke
Ungern zur Schule kriecht; dann der Verliebte,
Der wie ein Ofen seufzt, mit Jammerlied
Auf seiner Liebsten Braun; dann der Soldat,
Voll toller Flüch und wie ein Pardel bärtig,
Auf Ehre eifersüchtig, schnell zu Händeln,
Bis in die Mündung der Kanone suchend
Die Seifenblase Ruhm. Und dann der Richter
Im runden Bauche, mit Kapaun gestopft,
Mit strengem Blick und regelrechtem Bart,
Voll weiser Sprüch und Allerweltssentenzen
Spielt seine Rolle so. Das sechste Alter
Macht den besockten, hagern Pantalon,
Brill auf der Nase, Beutel an der Seite;
Die jugendliche Hose, wohl geschont,
'ne Welt zu weit für die verschrumpften Lenden;
Die tiefe Männerstimme, umgewandelt
Zum kindischen Diskante, pfeift und quäkt
In seinem Ton. Der letzte Akt, mit dem
Die seltsam wechselnde Geschichte schließt,
Ist zweite Kindheit, gänzliches Vergessen,
Ohn Augen, ohne Zahn, Geschmack und alles.


2. Act, 7. Scene 

Jacques, the Duke and Orlando.

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JACQUES: All the world's a stage,
And all the men and women merely players;
They have their exits and their entrances,
And one man in his time plays many parts,
His acts being seven ages. At first, the infant,
Mewling and puking in the nurse's arms.
Then the whining schoolboy, with his satchel
And shining morning face, creeping like a snail
Unwillingly to school. And then the lover,
Sighing like a furnace, with a woeful ballad
Made to his mistress' eyebrow. Then a soldier,
Full of strange oaths and bearded like the pard,
Jealous in honor, sudden and quick in quarrel,
Seeking the bubble reputation
Even in the cannon's mouth. And then the justice,
In fair round belly with good capon lined,
With eyes severe and beard of formal cut,
Full of wise saws and modern instances;
And so he plays his part. The sixth age shifts
Into the lean and slippered pantaloon,
With spectacles on nose and pouch on side;
His youthful hose, well saved, a world too wide
For his shrunk shank, and his big manly voice,
Turning again toward childish treble, pipes
And whistles in his sound. Last scene of all,
That ends this strange eventful history,
Is second childishness and mere oblivion,
Sans teeth, sans eyes, sans taste, sans everything.


 


   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Viola 
Stück: Was ihr wollt 
Autor: William Shakespeare

Erscheinungsjahr: 1602 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): August Wilhelm Schlegel 


2. Aufzug, 2. Szene 

Eine Straße: Viola, Malvolio ihr nachgehend. 

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VIOLA: 
Ich liess ihr keinen Ring: was meint dies Fräulein? 

Verhüte dass mein Schein sie nicht betört! 
Sie sah mich gründlich an, fürwahr so sehr, 
Dass, schiens, ihr Auge ihr die Zunge stahl. 
Sie sprach verwirrt in abgebrochnen Reden. 
Sie liebt mich, ja! Die Schlauheit ihrer Neigung 
Lädt mich durch diesen mürrischen Boten ein. 
Der Ring von meinem Herrn? – Er schickt' ihr keinen: 
Ich bin der Mann ... Wenn dem so ist, so täte 
Die Arme besser einen Traum zu lieben. 
Verkleidung! Du bist eine Schalkheit, seh ich, 
Worin der listige Feind gar mächtig ist. 
Wie leicht wirds hübschen Gleisnern nicht ihr Bild 
Der Weiber weichen Herzen einzuprägen! 
Nicht wir sind schuld, ach! unsre Schwäch allein. 
Wie wir gemacht sind müssen wir ja sein. 
Wie soll das gehn? Orsino liebt sie innig, 
Ich armes Untier bin gleich voll von ihm, 
Und sie, Betrogne, scheint in mich vergafft. 
Was soll draus werden? Weil ich Mann bin, muss 
Ich an der Liebe meines Herrn verzweifeln. 
Und weil ich Weib bin: lieber Himmel, ach! 
Wie fruchtlos wird Olivia seufzen müssen! 
O Zeit! du selbst entwirre dies, nicht ich. 
Ein zu verschlungner Knoten ists für mich.

(Ab)

 


2. Act, 2. Scene 

A Street: Viola, Malvolio walking behind her. 

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VIOLA: 
I left no ring with her. What means this lady?
Fortune forbid my outside have not charmed her.
She made good view of me; indeed, so much
That, as methought, her eyes had lost her tongue,
For she did speak in starts distractedly.
She loves me sure; the cunning of her passion
Invites me in this churlish messenger.
None of my lord's ring? Why, he sent her none.
I am the man. If it be so, as 'tis,
Poor lady, she were better love a dream.
Disguise, I see thou art a wickedness
Wherein the pregnant enemy does much.
How easy is it for the proper false
In women's waxen hearts to set their forms!
Alas, our frailty is the cause, not we,
For such as we are made of, such we be.
How will this fadge? My master loves her dearly;
And I (poor monster) fond as much on him;
And she (mistaken) seems to dote on me.
What will become of this? As I am man,
My state is desperate for my master's love.
As I am woman (now alas the day!),
What thriftless sighs shall poor Olivia breathe?
O Time, thou must untangle this, not I;
It is too hard a knot for me t' untie.

[Exit]

 




   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Maria, Olivias Kammermädchen
Stück: Was ihr wollt 
Autor: William Shakespeare

Erscheinungsjahr: 1602 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): August Wilhelm Schlegel 


2. Aufzug, 3. Szene 

Maria, Junker Tobias von Rülp und Junker Christoph von Bleichenwang. 

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MARIA: Lieber Junker Tobias, haltet euch nur diese Nacht still: seit der junge Mann vom Grafen heute bei dem Fräulein war, ist sie sehr unruhig. Mit Musje Malvolio lasst mich nur machen. Wenn ich ihn nicht so foppe, dass er zum Sprichwort und zum allgemeinen Gelächter wird, so glaubt nur dass ich nicht gescheit genug bin um grade im Bette zu liegen. Ich bin meiner Sache gewiss. [...] Nun, Herr, er ist manchmal eine Art von Pietisten. [...] Den Henker mag er ein Pietist oder sonst etwas anders auf die Dauer sein, als einer der den Mantel nach dem Winde hängt. Ein gezierter Esel der vornehme Redensarten auswendig lernt und sie bei grossen Brocken wieder von sich gibt ... aufs beste mit sich selbst zufrieden, wie er meint so ausgefüttert mit Vollkommenheiten, dass es ein Glaubensartikel bei ihm ist, wer ihn ansieht müsse sich in ihn verlieben. Dies Laster an ihm wird meiner Rache vortrefflich zustatten kommen. [...] Ich will ihm unverständliche Liebesbriefe im den Weg werfen, worin er sich nach der Farbe seines Bartes, dem Schnitt seiner Waden, der Weise seines Ganges, nach Augen, Stirn und Gesichtsfarbe handgreiflich abgeschildert finden soll. Ich kann genau so wie das Fräulein, eure Nichte, schreiben: wenn uns ein Zettel über eine vergessne Sache vorkommt, so können wir unsre Hände kaum unterscheiden. [...] Ja, so sieht der Handel ungefähr aus. [...] Ein königlicher Spass, verlasst euch drauf: ich weiss, mein Tränkchen wird bei ihm wirken. Ich will euch beide – der Narr kann den dritten Mann abgeben – auf die Lauer stellen wo er den Brief finden soll. Gebt acht wie er ihn auslegt. Für heute nacht zu Bett, und lasst euch von der Kurzweil träumen. Adieu. (Ab.)

 


2. Act, 3. Scene 

Maria, Sir Toby Belch and Sir Andrew. 

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MARIA: Sweet Sir Toby, be patient for tonight: since the youth of the count’s was today with thy lady, she is much out of quiet. For Monsieur Malvoliok, let me alone with him: if I do not gull him into a nayword, and make him a common recreation, do not think I have wit enough to lie straight in my bed: I know I can do it. [...] Marry, sir, sometimes he is a kind of puritan. [...] The devil a puritan that he is, or anything constantly, but a time-pleaser; an affectioned ass that cons state without book and utters it by great swarths; the best persuaded of himself, so crammed, as he thinks, with excellencies, that it is his grounds of faith that all that look on him love him. And on that vice in him will my revenge find notable cause to work. [...] I will drop in his way some obscure epistles of love, wherein by the color of his beard, the shape of his leg, the manner of his gait, the expressure of his eye, forehead, and complexion,he shall find himself most feelingly personated. I can write very like my lady your niece: on a forgotten matter we can hardly make distinction of our hands. [...] My purpose is, indeed, a horse of that color. [...] Ass, I doubt not. [...] Sport royal, I warrant you. I know my physic will work with him. I will plant you two, and let the fool make a third, where he shall find the letter. Observe his construction of it. For this night, to bed, and dream on the event. Farewell. [Exit.]

 




   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Malvolio 
Stück: Was ihr wollt 
Autor: William Shakespeare 

Erscheinungsjahr: 1602 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): August Wilhelm Schlegel 


2. Aufzug, 5. Szene 

Olivias Garten: Malvolio, Junker Tobias, Junker Christoph und Fabio

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MALVOLIO: M. O. A. I. Diese Anspielung ist nicht so klar wie die vorige. Und doch, wenn man es ein wenig handhaben wollte, so würde sichs nach mir bequemen: denn jeder von diesen Buchstaben ist in meinem Namen. Seht, hier folgt Prosa. – »Wenn dies in deine Hände fällt, erwäge. Mein Gestirn erhebt mich über dich. Aber sei nicht bange vor der Hoheit. Einige werden hoch geboren, einige erwerben Hoheit, und einigen wird sie zugeworfen. Dein Schicksal tut dir die Hand auf: ergreife es mit Leib und Seele. Und um dich an das zu gewöhnen was du Hoffnung hast zu werden, wirf deine demütige Hülle ab und erscheine verwandelt. Sei widerwärtig gegen einen Verwandten, mürrisch mit den Bedienten, lass Staatsgespräche von deinen Lippen schallen, lege dich auf ein Sonderlings-betragen. Das rät dir die so für dich seufzt. Erinnre dich wer deine gelben Strümpfe lobte und dich beständig mit kreuzweise gebundnen Kniegürteln zu sehen wünschte: ich sage, erinnre dich! Nur zu! Dein Glück ist gemacht wo du es wünschest. Wo nicht, so bleib nur immer ein Hausverwalter, der Gefährte von Lakaien und nicht wert Fortunas Hand zu berühren. Leb wohl. Sie welche die Dienstbarkeit mit dir tauschen möchte, die Glücklich-Unglückselige.« Das Sonnenlicht ist nicht klarer! Es ist offenbar. Ich will stolz sein. Ich will politische Bücher lesen, ich will Junker Tobias ablaufen lassen, ich will mich von gemeinen Bekanntschaften säubern. Ich will aufs Haar der rechte Mann sein. Ich habe mich jetzt nicht selbst zum besten, dass ich mich etwa von der Einbildung übermannen liesse. Denn aller Sinn hier weist darauf hin dass meine Herrin mich liebt. Sie lobte neulich meine gelben Strümpfe, sie rühmte meine Kniegürtel. Und hier gibt sie sich meiner Liebe kund und nötigt mich durch eine Art von Befehl zu diesen Trachten nach ihrem Geschmack. Ich danke meinen Sternen, ich bin glücklich. Ich will fremd tun, stolz sein, gelbe Strümpfe tragen und die Kniegürtel kreuzweise binden, so schnell sie sich nur anlegen lassen. Die Götter und meine Sterne sei'n gepriesen! ... Hier ist noch eine Nachschrift. »Du kannst nicht umhin mich zu erraten. Wenn du meine Liebe begünstigst, so lass es in deinem Lächeln sichtbar werden. Dein Lächeln steht dir wohl, darum lächle stets in meiner Gegenwart, holder Liebling, ich bitte dich ...« Götter, ich danke euch! Ich will lächeln, ich will alles tun was du verlangst.


2. Act, 5. Scene 

Olivias Garden: Malvolio, Sir Toby, Sir Andrew and Fabio

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MALVOLIO: 
M, O, A, I; this simulation is not as the former: and
yet, to crush this a little, it would bow to me, for
every one of these letters are in my name. Soft!
here follows prose.

[Reads]

'If this fall into thy hand, revolve. In my stars I
am above thee; but be not afraid of greatness: some
are born great, some achieve greatness, and some
have greatness thrust upon 'em. Thy Fates open
their hands; let thy blood and spirit embrace them;
and, to inure thyself to what thou art like to be,
cast thy humble slough and appear fresh. Be
opposite with a kinsman, surly with servants; let
thy tongue tang arguments of state; put thyself into
the trick of singularity: she thus advises thee
that sighs for thee. Remember who commended thy
yellow stockings, and wished to see thee ever
cross-gartered: I say, remember. Go to, thou art
made, if thou desirest to be so; if not, let me see
thee a steward still, the fellow of servants, and
not worthy to touch Fortune's fingers. Farewell.
She that would alter services with thee,
THE FORTUNATE-UNHAPPY.'
Daylight and champaign discovers not more: this is
open. I will be proud, I will read politic authors,
I will baffle Sir Toby, I will wash off gross
acquaintance, I will be point-devise the very man.
I do not now fool myself, to let imagination jade
me; for every reason excites to this, that my lady
loves me. She did commend my yellow stockings of
late, she did praise my leg being cross-gartered;
and in this she manifests herself to my love, and
with a kind of injunction drives me to these habits
of her liking. I thank my stars I am happy. I will
be strange, stout, in yellow stockings, and
cross-gartered, even with the swiftness of putting
on. Jove and my stars be praised! Here is yet a
postscript.

[Reads]

'Thou canst not choose but know who I am. If thou
entertainest my love, let it appear in thy smiling;
thy smiles become thee well; therefore in my
presence still smile, dear my sweet, I prithee.'
Jove, I thank thee: I will smile; I will do
everything that thou wilt have me.

[Exit]




   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Leonato 
Stück: Viel Lärm um nichts
Autor: William Shakespeare

Erscheinungsjahr: 1612 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): Wolf Graf von Baudissin


5. Aufzug, 1. Szene 

Leonato und Antonio.

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LEONATO: Spare deinen Rat! 
Er fällt so fruchtlos in mein Ohr, wie Wasser 
Ein Sieb durchströmt. O gib mir keinen Rat! 
Und keinen Tröster laß mein Ohr erquicken, 
Als solchen, dessen Schmerz dem meinen gleicht. 
Bring mir 'nen Vater, der sein Kind so liebte, 
Des Freud an ihm vernichtet ward, wie meine, 
Und heiß Geduld ihn predigen. 
Miß seinen Gram nach meinem auf ein Haar, 
Jeglichem Weh entsprech ein gleiches Weh, 
Und hier wie dort ein Schmerz für jeden Schmerz, 
In jedem Zug und Umriß Licht und Schatten; 
Wenn der nun lächelt und den Bart sich streicht, 
Ruft: Gram, fahr hin, und ei! statt tief zu seufzen, 
Sein Leid mit Sprüchen flickt, mit Bücherphrasen 
Den bittern Schmerz betäubt, den bringe mir, 
Von diesem will ich dann Geduld erlernen. 
Doch solchen Mann gibt's nicht. Denn, Bruder, Menschen, 
Sie raten, trösten, heilen nur den Schmerz, 
Den sie nicht selber fühlen. Trifft er sie, 
Dann wird zur wilden Wut derselbe Trost, 
Der eben noch Arznei dem Gram verschrieb, 
An seidner Schnur den Wahnsinn wollte fesseln, 
Herzweh mit Luft, den Krampf mit Worten stillen. 
Nein! nein! Stets war's der Brauch, Geduld zu rühmen 
Dem Armen, den die Last des Kummers beugt; 
Doch keines Menschen Kraft noch Willensstärke 
Genügte solcher Weisheit, wenn er selbst 
Das gleiche duldete, drum keinen Rat; 
Denn lauter schreit mein Schmerz als dein Ermahnen.


5. Act, 1. Scene 

Leonato and Antonio. 

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LEONATO: I pray thee cease thy counsel,
Which falls into mine ears as profitless
As water in a sieve. Give not me counsel,
Nor let no comforter delight mine ear
But such a one whose wrongs do suit with mine.
Bring me a father that so loved his child,
Whose joy of her is overwhelmed like mine,
And bid him speak of patience.
Measure his woe the length and breadth of mine,
And let it answer every strain for strain,
As thus for thus, and such a grief for such,
In every lineament, branch, shape, and form.
If such a one will smile and stroke his beard,
Bid sorrow wag, cry 'hem' when he should groan,
Patch grief with proverbs, make misfortune drunk
With candle-wasters -- bring him yet to me,
And I of him will gather patience.
But there is no such man; for, brother, men
Can counsel and speak comfort to that grief
Which they themselves not feel; but, tasting it,
Their counsel turns to passion, which before
Would give preceptial medicine to rage,
Fetter strong madness in a silken thread,
Charm ache with air and agony with words.
No, no! 'Tis all men's office to speak patience
To those that wring under the load of sorrow,
But no man's virtue nor sufficiency
To be so moral when he shall endure
The like himself. Therefore give me no counsel.
My griefs cry louder than advertisement.


 


   


Klassische Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Benedikt 
Stück: Viel Lärm um nichts
Autor: William Shakespeare

Erscheinungsjahr: 1612 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): Wolf Graf von Baudissin


2. Aufzug, 3. Szene 

Benedick allein.

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BENEDIKT: Das kann keine Schelmerei sein; das Gespräch war zu ernsthaft. Sie haben die Gewißheit der Sache von Hero; sie scheinen das Fräulein zu bedauern: es scheint, ihre Leidenschaft hat die höchste Spannung erreicht. – In mich verliebt? Oh, das muß erwidert werden. Ich höre, wie man von mir denkt: sie sagen, ich werde mich stolz gebärden, wenn ich merke, wie sie mich liebt. Sie sagen ferner, sie werde eher sterben, als irgendein Zeichen ihrer Neigung geben. Ich dachte, nie zu heiraten; aber man soll mich nicht für stolz halten. Glücklich sind, die erfahren, was man an ihnen aussetzt, und sich danach bessern können. Sie sagen, das Fräulein sei schön; ja, das ist eine Wahrheit, die ich bezeugen kann; und tugendhaft: – allerdings, ich kann nichts dawider sagen; – und verständig, ausgenommen, daß sie in mich verliebt sei: – nun – meiner Treu, das ist eben kein Zuwachs ihrer Verständigkeit, aber doch kein großer Beweis ihrer Torheit, denn ich will mich entsetzlich wieder in sie verlieben. – Ich wage es freilich drauf, daß man mir etliche alberne Späße und Witzbrocken zuwirft, weil ich selbst so lange über das Heiraten geschmält habe; aber kann sich der Geschmack nicht ändern? Es liebt einer in seiner Jugend ein Gericht, das er im Alter nicht ausstehn kann – sollen wir uns durch Sticheleien und Sentenzen und derlei papierene Kugeln des Gehirns aus der rechten Bahn unsrer Laune schrecken lassen? Nein, die Welt muß bevölkert werden. Als ich sagte, ich wolle als Junggeselle sterben, dacht ich es nicht zu erleben, daß ich noch eine Frau nehmen würde. Da kommt Beatrice. Beim Sonnenlicht, sie ist schön! ich erspähe schon einige Zeichen der Liebe an ihr.


2. Act, 3. Scene 

Benedick alone. 

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BENEDICK: Have This can be no trick. The conference was sadly borne; they have the truth of this from Hero; they seem to pity the lady. It seems her affections have their full bent. Love me? Why, it must be requited. I hear how I am censured. They say I will bear myself proudly if I perceive the love come from her. They say too that she will rather die than give any sign of affection. I did never think to marry. I must not seem proud. Happy are they that hear their detractions and can put them to mending. They say the lady is fair-- 'tis a truth, I can bear them witness; and virtuous-- 'tis so, I cannot reprove it; and wise, but for loving me-- by my troth, it is no addition to her wit, nor no great argument of her folly, for I will be horribly in love with her. I may chance have some odd quirks and remnants of wit broken on me because I have railed so long against marriage. But doth not the appetite alter? A man loves the meat in his youth that he cannot endure in his age. Shall quips and sentences and these paper bullets of the brain awe a man from the career of his humor? No, the world must be peopled. When I said I would die a bachelor, I did not think I should live till I were married. Here comes Beatrice. By this day, she's a fair lady! I do spy some marks of love in her.


 


   


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