Volksbühne
www.volksbuehne.berlin
Rosa-Luxemburg-Platz - 
10178 Berlin
Telefon: 030 24065777
SPIELPLAN & KARTEN

WIR EMPFEHLEN



Mononoke

Bewertung und Kritik zu

MONONOKE – Volksbühne Berlin

von: Satoko Ichihara
Uraufführung: 3. Oktober 2026, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Künstlerisches Team

Text, Regie: Satoko Ichihara
Übersetzung aus dem Japanischen: Otone Sato
Bühne: Mire Lee
Kostüm, Puppendesign: Belle Santos
Licht: Kevin Sock
Videodesign: Adam Kaplan
Sounddesign: Ville Haimala

Besetzung

Ensemble: Gro Swantje Kohlhof, Rosa Lembeck, Julia Riedler, River Roux
Live-Musik: Youka Snell
Puppenspiel: Gwentsche Kollewijn, Akira Schroth, Maria Vittoria Zinoni

Über die Inszenierung

„Mononoke“ ist eine radikale, poetische und körperlich intensive Uraufführung von Satoko Ichihara, die japanische Mythologie, zeitgenössische Erzählformen und performative Überzeichnung miteinander verbindet. Die Inszenierung arbeitet mit starken Bildern, rituellen Gesten und einer hybriden Ästhetik zwischen Theater, Installation und Puppenspiel.

Mire Lees Bühne schafft einen organischen, zugleich unheimlichen Raum, der zwischen lebender Skulptur, Landschaft und abstrakter Körperlichkeit wechselt. Belle Santos’ Kostüme und Puppendesign erweitern die Figuren um mythische, hybride Dimensionen und verleihen dem Abend eine starke visuelle Signatur.

Kevin Socks Licht moduliert die Atmosphäre zwischen Traum, Ritual und bedrohlicher Intensität. Adam Kaplans Videodesign fügt mediale Schichten hinzu, die die Themen Körper, Geist und Transformation visuell vertiefen. Ville Haimalas Sounddesign schafft eine akustische Landschaft, die zwischen subtiler Spannung und eruptiver Energie oszilliert.

Das Ensemble spielt mit großer körperlicher Präzision und emotionaler Wucht. Die Live-Musik von Youka Snell und das Puppenspiel von Gwentsche Kollewijn, Akira Schroth und Maria Vittoria Zinoni erweitern die Inszenierung um rituelle und performative Ebenen.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– hybride Form zwischen Schauspiel, Ritual und Puppenspiel
– organische, skulpturale Bühnenästhetik
– starke körperliche und visuelle Handschrift
– atmosphärische Licht-, Video- und Soundgestaltung
– mythisch-poetische Erzählweise mit zeitgenössischer Schärfe

„Mononoke“ ist ein intensiver, bildmächtiger und atmosphärisch dichter Abend, der Mythos, Körper und Gegenwart in eine kraftvolle theatrale Form überführt.

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
  • 5 Stern(e)
    0
  • 4 Stern(e)
    0
  • 3 Stern(e)
    1
  • 2 Stern(e)
    0
  • 1 Stern(e)
    0
Durchgeknallt in bester Volksbühnen-Tradition mit eindrucksvoller Fantasy-Installation
12 Tage her.
Kritik

Der Name der Regisseurin mag neu sein, der Stil ihres Berlin-Debüts „Mononoke“ ist uns allerdings bestens vertraut: der aufgekratzte Ton, das wilde Jonglieren mit Motiven und Bezügen, das ist allerbeste Volksbühnen-Tradition. Herrlich abgedreht ist der Plot, den die Regisseurin mit ihrem Ensemble entwickelt hat.

Überdeutlich ist dem Abend anzumerken, dass Ichihara aus Japan keinen fertigen Text mitgebracht hat, sondern ein Grundgerüst aus Figuren, das sie gemeinsam ausfüllten. Dementsprechend holprig sind die dramaturgischen Übergänge häufig. 

So durchgeknallt wie die knappe Skizze der Figuren-Konstellation entwickelt sich der gesamte Plot, der viele ältere Besucher die Flucht ergreifen lässt, aber auf die Gen Z zugeschnitten ist: aus dem Gewitter der Motive und Bezüge kristallisieren sich die Kritik an patriarchalen Strukturen und am Zwang zur Selbstoptimierung als zentrale Themen heraus.

 Als schräger Spaß in guter alter Volksbühnen-Tradition wären diese zwei Stunden vermutlich schnell vergessen, wenn sie nicht noch mit einem besonderen Coup aufwarten würden. Mire Lee, ein südkoreanischer Shooting Star der bildenden Kunst, gab ihr Debüt als Bühnenbildnerin. 2024 feierte sie ihren Durchbruch mit einer Schau in der Tate Modern. Großformatige, immersive Installationen voller Maschinen und Schläuchen sind ihr Markenzeichen. Ein gewaltiges Stelen-Feld und eine Alien-artige Gebärmutter-Fantasy-Konstruktion sind das Highlight dieser Inszenierung und machen Lee zur Topfavoritin, wenn am Ende der Spielzeit das Bühnenbild des Jahres gekürt wird.

Weiterlesen

Show more
0 von 0 Person(en) gefiel diese Kritik

PDF-Datei: 29,95 € 23,95 €


UNSERE BÜCHER ALS PDF-DATEI


AUSWAHL

Weitere Formate auf Amazon & Play:
Taschenbuch / Kindle: 39,95 €
Google eBook: 29,95 €


Nach Zahlungseingang erhalten Sie die PDF-Datei innerhalb von 24 Stunden per E-Mail.


Volksbühne - Weitere Inszenierungen


WIR EMPFEHLEN