Volksbühne
www.volksbuehne.berlin
Rosa-Luxemburg-Platz - 
10178 Berlin
Telefon: 030 24065777
SPIELPLAN & KARTEN

WIR EMPFEHLEN



House of Hopes

Bewertung und Kritik zu

HOUSE OF HOPES – Volksbühne Berlin

von: Rimini Protokoll
Uraufführung: 1. Oktober 2026, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Künstlerisches Team

Konzept, Regie: Stefan Kaegi, Daniel Wetzel
Bühne, Kostüm: Lili Anschütz
Licht: Denise Potratz, Kevin Sock
Videodesign: Grit Schuster
Musik, Sounddesign: Nikolaus Neecke
Dramaturgie: Juliane Männel, Aljoscha Begrich
Dramaturgie Volksbühne: Johanna Höhmann

Besetzung

Ensemble: Anoush Azizi, Till Gedack, Vera Jonas, Nataly Jung-Hwa Han, Israel Kaunatjike, Joanna Kusiak, Corey Scott-Gilbert, Sir Henry, Verónica Troncoso, Zhu Yuan, Homan Wesa, Anca Berlogea-Boariu

Über die Inszenierung

„House of Hopes“ ist eine vielstimmige, dokumentarisch-performative Uraufführung von Rimini Protokoll, die individuelle Lebensgeschichten, politische Realitäten und gesellschaftliche Wünsche miteinander verwebt. Kaegi und Wetzel schaffen einen offenen Bühnenraum, in dem persönliche Erzählungen und kollektive Perspektiven nebeneinander stehen.

Lili Anschütz’ Bühne und Kostüme formen eine wandelbare Installation, die zwischen öffentlichem Forum, persönlichem Raum und symbolischer Setzung wechselt. Die Ausstattung unterstützt die Offenheit des Formats und die Vielschichtigkeit der Stimmen.

Das Licht von Denise Potratz und Kevin Sock moduliert die Atmosphäre zwischen dokumentarischer Klarheit und emotionaler Verdichtung. Grit Schusters Videodesign erweitert die Inszenierung um mediale Spiegelungen, die die Themen Hoffnung, Herkunft und gesellschaftliche Teilhabe visuell vertiefen.

Nikolaus Neeckes Musik und Sounddesign schaffen eine akustische Ebene, die zwischen atmosphärischer Ruhe und rhythmischer Energie oszilliert. Die dramaturgische Arbeit von Juliane Männel, Aljoscha Begrich und Johanna Höhmann hält die Balance zwischen dokumentarischer Genauigkeit und performativer Freiheit.

Das internationale Ensemble bringt persönliche Geschichten, politische Erfahrungen und kulturelle Perspektiven ein und macht „House of Hopes“ zu einem offenen, gesellschaftlich vibrierenden Abend.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– dokumentarisch-performative Hybridform
– vielstimmiges, internationales Ensemble
– wandelbare, installative Bühnenästhetik
– starke Video- und Soundgestaltung
– gesellschaftlich relevante, offene Erzählstruktur

„House of Hopes“ ist ein intensiver, politisch wacher und emotional vielschichtiger Abend, der individuelle und kollektive Hoffnungen in den Mittelpunkt stellt.

2 Bewertungen

3.5 von 5 Sterne
  • 5 Stern(e)
    0
  • 4 Stern(e)
    1
  • 3 Stern(e)
    1
  • 2 Stern(e)
    0
  • 1 Stern(e)
    0
Geschichtsparkour
14 Tage her.
Kritik

''Das immersive Prinzip des Abends, bei dem sich die Gruppen im Saal immer wieder begegnen und so zunächst unbewusst Teil einer anderen Geschichte werden, erschließt sich nach und nach und verblüfft in seiner minuziös getimten Abfolge. So ähnlich gestaltete sich auch schon die Produktion Situation Rooms über die globale Rüstungsindustrie (2014 zum Berliner Theatertreffen eingeladen), der heute aktueller denn je ist. Ganz so brandaktuell politisch wird es in der Volksbühne nicht, auch wenn die Gruppen bei einem runden Tisch mit VertreterInnen der polnischen Gewerkschaft Solidarność und der Militärregierung sitzen und zeitgleich eine Gruppe mit einer aus China geflohenen Ökonomin Zhu Yuan im Vorbeigehen kleine Bestechungsgeschenke auf den Tisch legt. Macht korrumpiert nicht nur beim Umbau der chinesischen Planwirtschaft zum kapitalistischen Wirtschaftswundersystem.

Ein weiterer Bericht kommt aus Afghanistan, wo Homan Wesa mit großen Puppen unter Mithilfe des Publikums die afghanische Geschichte vom Abzug der sowjetischen Truppen 1989 über den 11. September und dem Krieg gegen den Terrorismus bis zur Wiederübernahme der Macht durch die Taliban aus dem Erleben seiner Familie erzählt [s. Foto unten]. Aus dem Iran berichtet Anoush Azizi. Eine zum Trotz sehr musikalische Performance und das Leben unter dem rigiden Regime der Mullas, gegen das sich die Bevölkerung u.a. auch tänzerisch zur Wehr setzt. Von enttäuschter Hoffnung hört man vor allem in den Berichten aus osteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Ungarn. Hier stand der wilde Aufbruch in den Kapitalismus oft über der eigentlichen Hoffnung auf Freiheit. Die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur unter Ceaușescu hat nie wirklich stattgefunden, und in Ungarn wurde Viktor Orbán von der Stimme des Aufbruchs 1989 schließlich zum autokratisch herrschenden Politiker.

In den kurzen Performances wird viel angerissen, was man sich dann selbst politisch einordnen muss. Insgesamt beschwört der Abend bis zur Zusammenkunft der Gruppen am Ende im großen Saal eine Gemeinschaft, die an den verschiedenen Geschichten lernen kann, wie wichtig in der Demokratie der Rückblick in die Historie für eine wehrhafte Gesellschaft ist. Auch das ein guter Beitrag zur Rückbesinnung kurz vor dem Tag der Deutschen Einheit an diesem Wochenende.'' schreibt Stefan Bock am 2. Oktober 2026 auf KULTURA-EXTRA

Show more
0 von 0 Person(en) gefiel diese Kritik
Eröffnungsritual und Parcours aus Infotainment und Mitmach-Gimmicks
15 Tage her.
Kritik

Fast eine halbe Stunde später als geplant seilten sich die wie üblich nackten Performerinnen ab. Zu den Live-Klängen einer Electro-Violine putzten sie die großen Lettern über dem Eingang. Beschwörende Parolen, die dazu gerufen wurden, waren nicht eindeutig zu verstehen, gaben der Performance etwas Ritualhaftes. Eindeutig war das breitbeinige Statement von Lilienthal, der schon in den 1990er Jahren Chefdramaturg und stellvertretender Intendant war, und Holzinger, die in seinem neu geschaffenen Advisory Board sitzt: Das! Ist! Jetzt! Unser! Haus! 

Im typischen Rimini Protokoll-Stil konzipierten Stefan Kaegi/Daniel Wetzel mit einem Dramaturgie-Trio und den bewährten Experten des Alltags szenische Miniaturen, in denen mittlerweile in Berlin lebende Menschen schildern, was sich 1989 in ihren Herkunftsländern oder der Heimat ihrer Eltern abspielte.

Auf die Nerven geht die Penetranz, mit denen das Publikum an jeder Station zum Mitmachen aufgefordert wird. Das stetige Winken, Hüpfen und Interagieren ist hier jedoch wichtiges Bauprinzip. Die Szenen bieten Infotainment-Häppchen und sind genauestens getimed. Dieses präzise Handwerk verdient Respekt, auch wenn man sich nicht zu einer Sternstunden-Hymne wie André Mumot im DLF-Fazit-Gespräch hinreißen lässt. Jede Gruppe erlebt eine vorgegebene Auswahl von je sieben der 10 Miniaturen und wird dabei selbst zum Akteur. Die Gesten und Aktionen der Gruppen treten miteinander in Beziehung und wirken im unterschiedlichen Kontext jeweils neu.

Weiterlesen

Show more
0 von 0 Person(en) gefiel diese Kritik

PDF-Datei: 29,95 € 23,95 €


UNSERE BÜCHER ALS PDF-DATEI


AUSWAHL

Weitere Formate auf Amazon & Play:
Taschenbuch / Kindle: 39,95 €
Google eBook: 29,95 €


Nach Zahlungseingang erhalten Sie die PDF-Datei innerhalb von 24 Stunden per E-Mail.


Volksbühne - Weitere Inszenierungen


WIR EMPFEHLEN