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prick, prick, boom

Bewertung und Kritik zu

PRICK PRICK BOOM – Volksbühne Berlin

Performance
Mit: Adrian Marie Blount, Paula Pau, River Roux, Lou Thabart
Konzept & Regie: Bibiana Mendes, River Roux
Bühne: Simeon Melchior
Kostüme: Djuna Reiner
Video: Lena Leuschner, Tebbe Schöningh
Musik: Adrian Marie Blount
Dramaturgie: Lili Hering

Über die Inszenierung

„Prick Prick Boom“ entfaltet eine queere, körperbasierte Performance, die Identität, Selbstermächtigung und kollektive Energie in den Mittelpunkt stellt. Die Inszenierung arbeitet mit hybriden Formen aus Performancekunst, Clubästhetik und choreografischer Verdichtung. Mendes und Roux schaffen einen Raum, in dem Begehren, Verletzlichkeit und Widerstand gleichermaßen sichtbar werden.

Die Performer*innen bewegen sich durch eine visuell dichte Umgebung, die Simeon Melchior als flexiblen, atmosphärischen Spielraum gestaltet. Djuna Reiners Kostüme und die Videoprojektionen von Lena Leuschner und Tebbe Schöningh erzeugen ein ästhetisches Spannungsfeld zwischen Intimität und Überzeichnung. Die Musik von Adrian Marie Blount treibt den Abend rhythmisch voran und verbindet elektronische Impulse mit performativer Direktheit.

Ensemble

  • Adrian Marie Blount
  • Paula Pau
  • River Roux
  • Lou Thabart

Besondere Aspekte dieser Performance

  • eine queere, körperbasierte Ästhetik, die Identität und Selbstermächtigung erforscht
  • eine hybride Form zwischen Performance, Musik, Video und Choreografie
  • ein Ensemble, das kollektive Energie und individuelle Ausdruckskraft verbindet
  • eine visuell starke Bühne, die Intimität und Überzeichnung kombiniert
  • eine musikalische Struktur, die den Abend rhythmisch und emotional trägt

Die Performance untersucht, wie Körper zu politischen, poetischen und widerständigen Erzählflächen werden – und wie kollektive Präsenz neue Räume der Sichtbarkeit schafft.

1 Kritik

2.0 von 5 Sterne
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Medizingeschichte aus Transgender-Perspektive und sprunghaftes Mäandern
14 Tage her.
Kritik

Ein Patient, wie es in den Charité-Akten von 1988 heißt, hielt einer Schwester eine Spritze an den Hals. Drei Polizisten und die Chefärztin waren alarmiert, reagierten aber hilflos. Der Zwischenfall mit dieser jungen Transfrau ist eines von vielen Beispielen, wie hilf- und ratlos die Medizin-Geschichte auf Transgender reagierte.

River Roux trägt die Stufen dieser damaligen Eskalation sehr konzentriert in Video-Einspielern vor. Sie sind der rote Faden dieses 90minütigen Abends, den sonst leider wenig zusammenhält. Auf dem Abendzettel ist zwar zu lesen, dass das Team noch in weiteren Archiven z.B. bei der Magnus Hirschfeld-Stiftung und im Schwulen Museum recherchierte, davon ist aber wenig eingeflossen.

Sprunghaft mäandert „prick, prick, boom“, es wirkt oft wie ein Proben-Zwischenstand, der kurz vor Spielzeit-Ende noch veröffentlicht werden sollte. Porno-Videos stehen unverbunden neben Paartanz mit ausgewählten Zuschauerinnen, zu Stroboskop-Gewitter gibt es eine Techno-Version des Schlagers „Er gehört zu mir“, im Stil von Florentina Holzinger malträtieren sich die vier Performer*innen gegenseitig mit Nadeln. Viele kleine Einfälle, aber wenig Zwingendes.

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