Maxim Gorki Theater
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Fuge

Bewertung und Kritik zu

FUGE – Maxim Gorki Theater

von: Sarkis
Premiere: 4. September 2026, Maxim Gorki Theater

Künstlerisches Team

Künstler: Sarkis
Kuratorin: Çağla Ilk
Künstlerischer Assistent: Eden Morfaux
Carillonneur: Frank Steijns
Golden Gorkis: Eric Czotscher, Martha Hölters-Freier, Leyla Mehrmann, Bernd Ocker Hölters, Johannes Storks
Kostüme: Sarkis
Mitarbeit Kostüm: Thomas Maché
Mitarbeit Ausstattung: Justus Saretz
Dramaturgie: Ludwig Haugk

Über die Installation

„Fuge“ ist eine raumgreifende, vielschichtige Installation von Sarkis, die visuelle Kunst, Klang, Erinnerung und Ritual miteinander verbindet. Der Titel verweist auf musikalische Struktur, Wiederholung und Überlagerung – Elemente, die Sarkis in eine poetische, atmosphärische Raumkomposition übersetzt.

Die Kuratorin Çağla Ilk begleitet die Arbeit mit einem konzeptuellen Rahmen, der die Verbindung zwischen persönlicher Erinnerung, kulturellem Gedächtnis und materieller Präsenz betont. Eden Morfaux unterstützt die künstlerische Umsetzung und die präzise räumliche Setzung.

Frank Steijns als Carillonneur fügt der Installation eine klangliche Ebene hinzu, die zwischen Ritual, Echo und musikalischer Struktur oszilliert. Die Golden Gorkis – Eric Czotscher, Martha Hölters-Freier, Leyla Mehrmann, Bernd Ocker Hölters und Johannes Storks – erweitern die Installation um performative und körperliche Momente.

Sarkis’ Kostüme und die Mitarbeit von Thomas Maché sowie die Ausstattung von Justus Saretz schaffen eine visuelle Sprache, die zwischen sakralen, archäologischen und zeitgenössischen Elementen wechselt. Ludwig Haugks Dramaturgie hält die Balance zwischen offener Wahrnehmung und konzeptueller Tiefe.

Besondere Aspekte dieser Installation

– hybride Form zwischen Bildender Kunst, Klang und Performance
– starke visuelle und rituelle Handschrift von Sarkis
– atmosphärische Klanggestaltung durch Carillon
– performative Erweiterung durch die Golden Gorkis
– poetische, vielschichtige Raumkomposition

„Fuge“ wird zu einem intensiven, kontemplativen und ästhetisch dichten Erlebnis, das Kunst, Klang und Erinnerung in einem gemeinsamen Raum zusammenführt.

1 Kritik

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Museal-meditativ
21 Tage her.
Kritik

Unterschiedlicher könnten Saisonstarts kaum sein: Matthias Lilienthal bestimmte das Sommerloch mit seinem „Volksbad“ und war auf allen Kanälen als neuer Intendant der Volksbühne am Rosa Luxemburg-Platz präsent. Oliver Reese jubelte über zahlreiche Erwähnungen seines Hauses in der „Theater heute“-Jahresumfrage und trumpfte am Berliner Ensemble mit einer Uraufführung des Nobelpreisträgers Peter Handke und dem von einigen Kritikern kultisch verehrten Jens Harzer auf.

In ihrer sympathisch-zurückhaltenden Art ging die neue Intendantin des Maxim Gorki-Theaters einen ganz anderen Weg. Ihr Haus ist seit Freitag geöffnet, die Spielzeiteröffnung fiel aber so leise aus, dass man selbst auf dem Vorplatz gar nicht vermuten würde, dass hier schon wieder Betrieb ist.

Demonstrativ leise und meditativ-entspannt ist die Stimmung im Saal. Der 87jährige Sarkis, ein türkisch-armenischstämmiger bildender Künstler und wichtiger Vertreter der Avantgarde der 1960er Jahre, der seitdem auch in Paris lebt, gestaltete eine Hommage an zwei von ihm verehrte Künstler: an den schon erwähnten, 1990 verstorbenen polnischen Theatertheoretiker Tadeusz Kantor und den 1992 verstorbenen Minimal Music-Komponisten John Cage. Während die Drehbühne bedächtig kreist, lässt ein Glockenspiel seine „Litany of a Whale“ erklingen. Sakral ist die Atmosphäre im Saal, an einigen Ecken warten Mitglieder der Golden Gorkis, des hauseigenen Ensembles 60+, die Erklärungen und Hintergrundinfos zu der kryptischen Installation anbieten.

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