Maxim Gorki Theater
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Die Allerletzten

Uraufführung

Text und Regie: Marco Damghani

Premiere: 28. November 2025, Gorki Theater, Studio Я, 7. Berliner Herbstsalon

Zum Stück: Vor ein paar Jahren verließ ein junges Paar die Stadt. Sie wollten auf dem Land neu anfangen, träumten davon, einen Ort der Zuflucht zu finden vor einer Welt, die ihnen immer bedrohlicher schien. Sie hatten sich und einen Traum. Ein altes, herunter gekommenes Haus sollte ihre Insel werden, Freund*innen und Verbündete wollten folgen, eine neue Gemeinschaft sollte entstehen.

Doch bald schon wurde die erste »Reichsflagge« in ihrer deutschen Nachbarschaft gehisst und die, die ausgezogen waren, ihre Ängste zu vergessen und ein neues Glück zu finden, stehen nun vor einer harten Entscheidung. Rückkehr? Aber wäre das nicht ein feiger Rückzug? Sollten sie vielleicht doch ein wenig geduldiger mit der braunen Dorfgemeinschaft sein? Auch diese Frage wäre zu groß für eine Beziehung, die längst nicht mehr weiß, ob ihre Liebe noch reicht um weiter zu machen. Und wann sind sie eigentlich falsch abgebogen? Keine Ahnung!

Also müssen sie sich erinnern, an die schönen Tage, an ihr Glück, den Verrat von Freunden, die längst wieder zurück sind in der trügerischen Sicherheit der woken Stadt. Auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, ihrem Scheitern, kommt das Paar einander gefährlich nah. Und am Ende? Schaffen sie es, nicht zu scheitern an der Verlogenheit unserer Welt, an zu großen Träumen, aneinander?

Bühne: Hugo Gretler

Kostüme: Ragna Fiona Rabea Hemmersbach

Musik: Oscar Hoppe

Choreographie: Theresa Lantez

Lichtdesign: Günter Berghaus

Textmitarbeit: Duygu Ağal

Dramaturgie: Duygu Ağal, Viktorie Knotková

Mit: Jonas Dassler und Aysima Ergün

 

2 Bewertungen

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Szenen einer jungen Ehe
1 Monat her.
Kritik

''Aysima Ergün und Jonas Dassler spielen alles das sehr überzeugend und v.a. herzergreifend, und ich musste paarmal (echt!) vor lauter Rührung schlucken, aber sowieso bin ich sehr nah am Wasser gebaut.

Noch mehr hätte das Stück, rein vergleichend, in die Nähe von Ingmar Bergmanns Szenen einer Ehe gerückt werden können, wenn hierin nicht, fast schon obsessiv, die vom Autor nicht unbedingt verallgemeinernswerte These (zugespitzt formuliert:) "Auf dem Land gibt's fast nur Nazis" Raum gegriffen hätte; sowas nutzt sich alllzu schnell ab und gibt dem vorgeführten Fall zwar eine womöglich durchaus nachprüfbare Realität, verkleinert allerdings den von den zwei hochsympathischen Akteuren glaubwürdig vorgeführten innerfamiliären Mikrokosmos unproportional. Egal.

Aysima & Jonas retten das Ding schließlich, weil sie halt gut spielen können; und ihre tänzerische Einlage so kurz vorm Ende (Choreografie: Theresa Lantez) setzte ihrem schönen Doppeldasein schlicht die Krone auf: umarmen, wegstoßen, fallenlassen, auffangen - halt die ganze Palette zwischenmenschlicher Beziehungen; und das sah richtig gut aus!!

Nicht enden wollender Beifall.'' schreibt Andre Sokolowski am 25. April 2026 auf KULTURA-EXTRA

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Skizze über den Rechtsruck auf dem Land
6 Monate her.
Kritik

Von einem Berliner Paar, das mit hochfliegenden Träumen aufs Land zieht, erzählt Marco Damghani (Text und Regie) auf der Studiobühne des Gorki Theaters. Der Titel „Die Allerletzten“ lässt es schon erahnen: der Ton ist düster, das Paar hat sich auseinander gelebt, zieht Bilanz seines Scheiterns. Beide blieben im Dorf fremd. Noah (Jonas Dassler) möchte weitermachen, aber Yasmin (Aysima Ergün) wurde rassistisch angefeindet.

Den Rechtsruck in der Gesellschaft möchte dieser Abend thematisieren, der sich vor allem in der Provinz mit Rekord-Ergebnissen der AfD manifestiert. Die 75 Minuten können nicht mehr als eine Skizze, eine kurze Bestandsaufnahme sein. Der Text bleibt an einigen Stellen dünn und etwas zu plakativ.

Darüber hilft immerhin die Topbesetzung mit Ergün/Dassler hinweg. Ihr schauspielerisches und komödiantisches Talent kann sich an diesem pessimistisch-resignativen Kammerspiel-Abend aber nur in Andeutungen entfalten. Eine Rückblende-Szene, in der sie die Begegnung mit einem Berliner Millionen-Erben-Paar karikieren, die ihnen nicht wie versprochen aufs Land folgen, sondern Eigenbedarf in einem von Opas Häusern in guter Innenstadtlage geltend machen, hellt die Stimmung auf. Ein türkischer Song, den die beiden in einem kurzen Moment der Harmonie performen, bekommt Szenenapplaus, bevor der Moll-Grundton wieder dominiert.

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