Bewertung und Kritik zu
DON QUIJOTE – Volkstheater Rostock
Inszenierung: Simon Jensen
Bühne und Kostüme: Isabelle Kaiser
Dramaturgie: Arne Bloch
Regieassistenz und Inspizienz: Karla Prager
Mit: Hagen Ritschel, Malin Steitz, Anouk Warter
Über die Inszenierung
Simon Jensen nähert sich Cervantes’ Klassiker mit einer zeitgenössischen, spielerisch gebrochenen Theaterästhetik, die die Grenzen zwischen Fantasie und Realität bewusst verschwimmen lässt. Die Inszenierung untersucht, wie Don Quijotes Sehnsucht nach Sinn, Abenteuer und Gerechtigkeit in eine Gegenwart übersetzt werden kann, die von Desillusionierung, Überforderung und medialen Bildern geprägt ist. Humor, Melancholie und existenzielle Fragen greifen ineinander.
Isabelle Kaisers Bühne und Kostüme schaffen eine wandelbare, poetisch überhöhte Spielfläche, die zwischen karger Realität und überbordender Imagination wechselt. Requisiten und Kostüme werden immer wieder neu kontextualisiert und verwandeln sich vor den Augen des Publikums. Die Inszenierung setzt auf körperliches Spiel, schnelle Rollenwechsel und eine klare rhythmische Struktur, die den inneren Antrieb der Figuren sichtbar macht.
Ensemble
- Hagen Ritschel
- Malin Steitz
- Anouk Warter
Besondere Aspekte dieser Inszenierung
- eine zeitgenössische Lesart, die Fantasie, Scheitern und Sehnsucht neu akzentuiert
- ein wandelbarer Bühnenraum, der Realität und Imagination ineinander überführt
- ein Ensemble, das mit körperlicher Präzision und humorvoller Leichtigkeit arbeitet
- eine Inszenierung, die Cervantes’ Vorlage als Spiegel moderner Identitäts- und Sinnsuche nutzt
- eine klare dramaturgische Struktur, die die emotionalen und komischen Ebenen verbindet
Die Produktion untersucht, wie der Wunsch nach Bedeutung, Abenteuer und Gerechtigkeit in einer komplexen Gegenwart aufbricht – und welche Kraft in der Beharrlichkeit eines Menschen liegt, der sich weigert, die Welt so zu sehen, wie sie ist.





