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Dekalog

Bewertung und Kritik zu

DEKALOG 
nach Krzysztof Kieślowski & Krzysztof Piesiewicz
Regie: Calixto Bieito 
Online-Premiere Sneak Preview: 25. April 2021 
Residenztheater München 

Zum Inhalt: «Was, im Innersten, ist richtig und was ist falsch? Was ist Lüge und was ist Wahrheit? Was ist redlich und was ist unredlich? Und was für eine Einstellung sollte man dazu haben?», fragten sich der Filmregisseur Krzysztof Kieślowski und der Anwalt Krzysztof Piesiewicz, als sie 1983 mit der Entwicklung des international gefeierten Filmzyklus «Dekalog» begannen, der in zehn Episoden jeweils ein biblisches Gebot in der säkularen Gegenwart beleuchtet. In einem gesellschaftlichen Panorama erzählen sie von universellen, zutiefst privaten undpersönlichen Situationen, «die fiktiv sind, aber in jedem Leben eintreten können»: Momente, in denen plötzlich Lebensentwürfe infrage und das Verhältnis zu den Mitmenschen radikal auf die Probe gestellt werden. Die ökonomische Rezession, die soziale Spaltung und die sich formierende Protestbewegung sind dabei genauso Hintergrund des Geschehens wie die Abwesenheit einer Gottheit, die den Menschen angesichts der großen Rätsel des Lebens beiseitestehen könnte.

Der spanische Opern- und Schauspielregisseur Calixto Bieito, seit 2017 Künstlerischer Leiter des Teatro Arriaga in Bilbao, kehrt mit seiner Version des «Dekalog» ans Residenztheater zurück. Er entwickelt aus dem Filmstoff eine neue Erzählweise, die das Verhältnis zwischen tradierten Werten und aktueller Realität, zwischen Kunst und Wirklichkeit neu untersucht und im Geiste Kieślowskis die moralische Unruhe der Jetztzeit befragt.

Inszenierung: Calixto Bieito
Bühne: Aída Leonor Guardia
Kostüme: Ingo Krügler
Licht: Michael Bauer
Video: Sarah Derendinger
Dramaturgie: Bettina Auer, Katrin Michaels

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
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Sneak Preview auf düsteres, klassisches Schauspielertheater
4 Jahre her.
Kritik
Sobald die Theater wieder öffnen dürfen, soll seine Inszenierung mit großem Ensemble auf der Bühne des Münchner Residenztheaters zu sehen sein. Am Wochenende stellte er vorab eine 25minütige „Sneak Preview“ online: kurze Splitter, jeweils nur wenige Minuten kurze erste Eindrücke der zehn Szenen. Die Collage der kurzen Schnipsel lässt nur erahnen, wie die komplette Inszenierung wohl aussehen wird: formstreng und sehr düster wirken die ersten Eindrücke. Begleitetet von christlichen Chorälen und sakralen Klagegesängen wird klassisches Schauspielertheater geboten. Bei den ersten Splittern bleiben Schockeffekte und Provokationen aus, mit denen der spanische Star-Regisseur in den vergangenen zwei Jahrzehnten das konservative Opern-Publikum an den großen Häusern immer wieder verstörte und der Boulevard-Presse Futter für reißerische Skandal-Schlagzeilen lieferte. Weiterlesen
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