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Caligula

Bewertung und Kritik zu

CALIGULA 
von Albert Camus
Regie: Ran Chai Bar-zvi 
Premiere: 23. Januar 2025 
Münchner Volkstheater 

Zum Inhalt: Der Kaiser trauert. Caligula gilt als die Hoffnung des römischen Reiches, ein gewissenhafter junger Herrscher mit den besten Absichten. Doch der Tod seiner geliebten Schwester Drusilla stürzt ihn in eine tiefe Krise. "Die Menschen sterben, und sie sind nicht glücklich", stellt er trocken fest. Diese schlichte Erkenntnis weitet sich jedoch aus zu einer grundsätzlichen Infragestellung der menschlichen Existenz, der Moral und der Gesellschaft. Was für einen Sinn hat unser Streben? Und welchen Sinn kann ein allmächtiger Herrscher in seinem Tun finden? Seine Willkürherrschaft wird zu einem radikalen Experiment, nach dem Unmöglichen zu streben, das dabei aber vielmehr den Wahnsinn der absoluten Macht offenbart. So gibt er seinen Feinden immer mehr Grund, seine Ermordung zu planen.

Die Willkürherrschaft hat heutzutage wieder Hochkonjunktur. Wir erleben ein Comeback der Autokratie. Hinter der politischen Dimension steht in Camus' Stück jedoch immer auch das Existenzielle. Er selbst bezeichnete sein erstes Drama als eine "Tragödie der Erkenntnis". Sämtliche Illusionen werden von Camus wie von Caligula zerschlagen. Die Theatralität und Maskenhaftigkeit der Gesellschaft werden immer wieder entlarvt, während der Kaiser sich als totaler Regisseur geriert und doch steht hinter der trauernden Figur die tiefe Sehnsucht nach einer unerreichbaren Freiheit, einem Ausweg aus der Absurdität der Welt.

Regie Ran Chai Bar-zvi
Bühne Ansgar Prüwer
Kostüme Marilena Büld
Musik Evelyn Saylor
Beleuchtung Anton Burgstaller
Dramaturgie Leon Frisch
Regieassistenz Malte Buchloh
Bühnenbildassistenz Matteo Marangoni
Kostümassistenz Julie Fritsch

1 Kritik

4.0 von 5 Sterne
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Fiese Horror-Show zu 1990er-Hits in tollen Kostüm-Kreationen
10 Monate her.
Kritik

Mit  fiesem Grinsen dirigiert und demütigt Kaiser Caligula (Steffen Link) seine Patrizier. Die Holzwände von Ansgar Prüwers Bühne bieten zwar viele Nischen, um ein Komplott zu schmieden, aber keinen Ausweg und kein Entkommen vor diesem in Nihilismus und Willkür um sich schlagenden Tyrannen.

Eine große Albtraum-Show machte der israelische Regisseur Ran Chai Bar-zvi aus Albert Camus von den Schrecken des Faschismus und Stalinismus geprägten philosophischen Dramas. Steffen Link wirft sich in immer neue Fummel und heizt zu 1990er Jahre Hits von Macarena bis Robbie Williams die Stimmung in seiner Horror-Show an. 

Die Patrizier schwanken zwischen Entsetzen und entwürdigender Kriecherei, sehen aber in den phantasievollen Togen und Rüstungen, die Marilena Büld für diesen Abend im Münchner Volkstheater entworfen hat, auch noch in der peinlichsten Schäfchen- oder Gedichtrezitier-Pose umwerfend aus. Stellvertretend für den Ideenreichtum von Büld, die in Berlin zuletzt auch Lena Braschs Hommage an ihren Onkel im Gorki-Studio und die „Death Drive“-Volksbühnen-Revue von Benjamin Abel Meirhaeghe ausstattete, steht das Gewand aus Ledergürteln für Cherea (Jan Meeno Jürgens).

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