Kleingartenverein Zukunft

Bewertung und Kritik zu

KLEINGARTENVEREIN ZUKUNFT 
Stückentwicklung
Regie: Maria Sendlhofer 
Premiere: 12. Oktober 2021 
Kosmos Theater Wien 

Zum Inhalt: Klassische Musik. Ein Rasenmäher heult auf, ein zweiter, ein dritter, ein vierter. Das Ballett der Mähenden beginnt. Doch schon versucht eine andere Person – im Interesse aller! – lautstark das Einhalten der Ruhezeiten einzufordern.
Der Schrebergarten – ein Stück Paradies, ein Ort klarer Grenzen, Zäune und Regeln. Auch wenn die Ansichten über die wirklich richtige Art zu grillen auseinandergehen: wenn es gilt, die Kolonie zu beschützen, ist auch der erbittertste Streit unter Nachbar*innen schnell vergessen. Der Zaun nach außen bleibt der höchste.
Im Spannungsfeld von Selbstbehauptung und der Sehnsucht nach Gemeinschaft erzählt dieser Abend von der Generierung eines Zusammenhalts in Abhängigkeit zu einem konstruierten Außen.

Mit: Philipp Auer, Janusz Cichocki, Bernhard Eder, Olivia Hild, Suse Lichtenberger, Peter Pertusini und Krista Schweiggl

Regie und Konzept: Maria Sendlhofer
Bühne und Kostüm: Larissa Kramarek
Choreographie: Olivia Hild
Musik: Bernhard Eder
Text: Peter Neugschwentner und Armela Madreiter
Dramaturgie: Christina Kramer
Künstlerische Mitarbeit: Peter Neugschwentner


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Die Komik des Grills
  · 13.10.21
''Gibt es wirklich Leute, die es als hinreichend komisch empfinden, wenn einer mit gelangweiltem Blick und noch dazu bemüht falsch Heintjes Mama ansingt, die doch nicht um ihren Jungen weinen soll? Ist es tatsächlich abendfüllend, Frauen (wo das Grillen doch angeblich genetisch bedingte Männersache ist) am obligatorischen Grill zuzusehen, während hinter einem Zaun Federball gespielt wird? Am Schluss sorgt sich das erregte Ensemble in Winterkleidung, bewaffnet mit Schneeschaufeln, um Sicherheitsvorkehrungen. Das war's aber auch schon.

Die neunzigminütige Koproduktion mit Variante Vierundvierzig und der ARGEkultur Salzburg lässt jeden Ansatz zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der ambivalenten Ideologie der Kleingarten- oder Schrebergartenbewegung, die man auf Grund des Titels erwarten durfte, vermissen.

So gerne wäre man freundlich und schenkte dem sympathischen Team eine gute Note. Aber das ginge nur um den Preis der Unglaubwürdigkeit. Die Fangemeinde spendete reichlich Applaus und juchzte in freundschaftlicher Zuneigung. Eine erfolgreiche Premiere. Was soll da ein miesepetriger Kritiker?'' schreibt Thomas Rothschild am 13. Oktober 2021 auf KULTURA-EXTRA
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