Moskitos

Bewertung und Kritik zu

MOSKITOS 
von Lucy Kirkwood
Regie: Itay Tiran 
Premiere: 23. Oktober 2021 
Akademietheater Wien 

Zum Inhalt: Nicht nur das Universum ist instabil und kollabiert zwangsläufig einmal. Chaotisch und wild geht es auch in Lucy Kirkwoods Familiendrama zu, deren Mitglieder aufeinanderprallen wie außer Kontrolle geratene Atome. Im Zentrum stehen die ungleichen Schwestern Jenny und Alice:

Jenny lebt in Luton, verkauft Versicherungen in einem Callcenter und verbringt ihre Zeit vornehmlich mit Googeln. Alice ist Physikerin und arbeitet am CERN in Genf. Mittels Teilchenbeschleunigern sucht sie nach den fundamentalen Gesetzen des Universums und steht vor der bahnbrechenden Entdeckung des Higgs Bosons. Derweil setzt Alices verhaltensauffälliger Sohn seine Schule mit Hackerangriffen außer Kontrolle. Karen, das Familienoberhaupt, hat ihr Leben der Forschung gewidmet, doch ihre brillanten Arbeiten in Cambridge und Oxford haben nicht ihr, sondern ihrem Mann den Nobelpreis eingebracht. Nun kämpft sie gegen ihre Demenz. Ein trauriger Vorfall bringt die Familie zusammen. Der Big Bang ist nicht zu verhindern und führt zum familiären Chaos, so tragisch wie komisch.

Regie: Itay Tiran
Bühne: Jessica Rockstroh
Kostüme: Su Sigmund
Musik: Nikolai Efendi
Licht: Norbert Piller
Dramaturgie: Andreas Karlaganis und Alexander Kerlin


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Bestandsaufnahme über drei Aufführungen am Burgtheater Wien - 3
  · 23.11.22
''Von den Toten der Vergangenheit zu den Lebenden der Gegenwart. Moskitos von Lucy Kirkwood aus dem Jahr 2017 kommt very british daher und handelt von drei Generationen einer Familie plus Umgebung. Die Konstellation kann man angesichts der „Entdeckungen“ der vergangenen Jahre aus dem englischsprachigen Raum nicht eben aufsehenerregend nennen, und ihre zivilisationskritische Tendenz ist erwartbar. Wie so oft ist es die Schauspielkunst, die am Burgtheater – diesmal im kleineren Akademietheater – auch mittelmäßige Stücke sehenswert macht. Hohe Gagen tun ihre Wirkung. Auch den Regie führenden Schauspieler Itay Tiran aus Israel, den Burkhard C. Kosminski nach Stuttgart geholt hatte, engagierte ihm Martin Kušej von der Bühne weg an die Burg.

Die Sensation des Abends ist die – man glaubt es kaum: dreiundvierzigjährige – Mavie Hörbiger, quicklebendig und frei von jenem elegischen Ton, der ihre berühmte Verwandtschaft kennzeichnet. Sie scheint drei Stunden, Pause inklusive, unter Strom zu stehen, ein Energiebündel mit einer faszinierenden Vielfalt von Nuancen des Gesichtsausdrucks und der Körperbewegung.'' schreibt Thomas Rothschild am 23. November 2022 auf 
KULTURA-EXTRA
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