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Bewertung und Kritik zu

MAYERLING 
von Kenneth MacMillan
Premiere: 18. Mai 2019
Stuttgarter Ballett

Zum Inhalt: Am 30. Januar 1889 erschießt Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn auf dem Jagdschloss Mayerling zunächst seine 17-jährige Geliebte Baroness Mary Vetsera und anschließend per Kopfschuss sich selbst. „Wir gehen beide selig in das ungewisse Jenseits... da ich der Liebe nicht widerstehen konnte, so gehe ich mit ihm“, schrieb Mary unmittelbar vor ihrem, allen Anschein nach freiwilligen Tod. Rudolf – einziger männlicher Nachkomme der 600 Jahre alten Habsburger-Monarchie – war zu diesem Zeitpunkt 31 Jahre alt, gezeichnet von Syphilis, Alkohol und Drogen, von seiner Mutter Kaiserin Elisabeth (Sisi) entfremdet, von seinem Vater Kaiser Franz-Joseph verachtet, von ungarischen Separatisten in Intrigen hineingezogen, von allen Seiten bespitzelt und bewacht und obendrein in einer arrangierten, lieblosen Ehe gefangen. 

Den Geschehnissen kurz vor Rudolfs Tod, seinem Abstieg in Verzweiflung und Wahn spürte Kenneth MacMillan in seinem 1978 entstandenen abendfüllenden Handlungsballett Mayerling nach. MacMillan, Meisterchoreograph des psychologischen Dramas und der menschlichen Abgründe, hatte in Rudolf seinen perfekten Protagonisten gefunden. Er wollte die historischen, politischen und persönlichen Kräfte, die zu Rudolfs Untergang führten, untersuchen und auf die Bühne bringen. Mayerling ist eines seiner stärksten Ballette, mit vielen komplexen Rollen, allen voran für den Hauptdarsteller. Die Rolle wird als der „Mount Everest“ der männlichen Hauptrollen im Ballett bezeichnet, nicht nur wegen ihrer emotionalen Intensität, sondern auch weil sie fünf kräftezehrende Pas de deux mit sich bringt: mit seiner Mutter, der Kaiserin; mit seiner ehemaligen Mätresse Gräfin Larisch, die inzwischen für Rudolf als Mutterersatz und Kupplerin fungiert; mit seiner nichtsahnenden Ehefrau und natürlich mit Mary Vetsera, deren erotischer Ausstrahlung sowie obsessiver Verehrung Rudolf nicht widerstehen kann. Als sie sich bereit erklärt, ihm in den Tod zu folgen, besiegelt sie nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern auch das eines ganzen Kaiserreichs. 

Choreographie: Kenneth MacMillan 
Bühnenbild, Kostüme und Lichtkonzept: Jürgen Rose und Reinhard Traub 


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Tod auf Spitzen
  · 29.05.19
''Mayerling beginnt und endet mit einer Szene, die, optisch, zugleich der Höhepunkt des mehr als dreistündigen Abends ist. Im Regen findet ein Begräbnis statt. Links wartet im Dämmerlicht eine Kutsche. Das Bild erinnert an die Filme von Max Ophüls. Noch ehe getanzt wird, fasziniert ein Bühnenarrangement und bereitet den Ausgang vor. 

Der Doppeladler, die Husaren, der Walzer – alles, was zur Folklore der österreichisch-ungarischen Monarchie gehört, wird in diesem Ballett aufgeboten, mit einem Personenreichtum, der zunehmend unüberschaubar wird. Die Identitäten freilich sind nur begrenzt von Bedeutung, wo es eher auf Sprünge, Hebungen und Arrangements im Raum ankommt. Die Story liefert mit ihren Partnerwechseln jede Menge Anlass für Pas de deux, und die Choreographie macht davon auf fast konventionelle Weise Gebrauch. (...)

Das Stuttgarter Ballett hat für die wechselnden Besetzungen seine erfolgreichsten Solisten aufgeboten, unter ihnen Friedemann Vogel, David Moore und Jason Reilly in der Rolle des Kronprinzen Rudolf, Elisa Badenes, Anna Osadcenko und Alicia Amatriain als Baronesse Mary Vetsera. Die Rechnung geht auf. Die Vorstellungen dieser Saison waren schon vor der Premiere fast ausverkauft. Sie wären es wohl auch, wenn die Genannten Che Guevara und Marilyn Monroe tanzten. Im Herbst darf Kronprinz Rudolf auferstehen. Mayerling wird wieder aufgenommen.'' schreibt Thomas Rothschild am 29. Mai 2019 auf KULTURA-EXTRA
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