An und aus

Bewertung und Kritik zu

AN UND AUS 
von Roland Schimmelpfennig
Regie: Burkhard C. Kosminski 
Premiere: 25. September 2021 
Schauspiel Stuttgart

Zum Inhalt: Ein kleines Hotel am Hafen. Jeden Montag treffen sich hier Frau Z. und Herr A., Frau A. und Herr Y., Frau Y. und Herr Z. Drei Paare, die sich untereinander betrügen, ohne zu wissen, dass im Zimmer nebenan der eigene Mann, die eigene Frau mit einer anderen, einem anderen im Bett liegt. Denn das Hotel betreten sie immer nacheinander. Vielleicht passen sie so aber auch besser zueinander? Der junge Mann mit der Brille, der im Hotel arbeitet, kennt alle Gäste und ihre heimlichen Treffen. Auch er ist verliebt. Aber das Mädchen, das er liebt, arbeitet oben auf dem Berg und kann dort nicht weg. Plötzlich ein kurzes Flackern − Licht aus, Licht an. Ein Moment der Irritation, irgendetwas stimmt nicht. Auf einmal hat Frau Z. zwei Köpfe und Herrn A. fehlt der Mund. Das Herz von Herrn Y. brennt, während Frau A. versteinert. Das Mädchen fährt mit dem Fahrrad durch die Nacht und sucht nach dem Jungen. Was sich im Hotel und draußen abspielt, wird zu einer surrealen Bilderwelt vergrößert. Nichts bleibt, wie es ist.

Mit: Gábor Biedermann, Evgenia Dodina, Katharina Hauter, Anne-Marie Lux, Sven Prietz, Sebastian Röhrle, Paula Skorupa und Michael Stiller

Inszenierung: Burkhard C. Kosminski
Bühne: Florian Etti
Kostüme: Lydia Kirchleitner
Musik: Hans Platzgumer
Choreographische Mitarbeit: Jean-Laurent Sasportes
Licht: Nicole Berry
Dramaturgie: Ingoh Brux


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2 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Menschen im Hotel
  · 26.09.21
''In Stuttgart ist Schimmelpfennig, bei wechselnden Intendanzen, regelmäßiger Zulieferer für das Staatsschauspiel, und seit der Uraufführung seiner Arabischen Nacht vor nunmehr 20 Jahren hat er Schauspielerinnen und Schauspielern Rollen beschert, in denen sie auf ganz altmodische Weise ihr Talent unter Beweis stellen konnten.

Jetzt ist Burkhard C. Kosminskis Mannheimer Inszenierung von An und aus an seiner aktuellen Arbeitsstätte, im Schauspiel Stuttgart, übernommen worden. Ein Teil des Ensembles musste ausgetauscht werden. Michael Stiller, Evgenia Dodina, Gábor Biedermann, Therese Dörr und Sebastian Röhrle sind neu hinzugekommen. Dieses Stück mit seiner epischen Zeitform und seiner lyrischen Bildwelt im Schatten von Christian Morgenstern und Jacques Prévert, das nur indirekt von Fukushima handelt, mag nicht Schimmelpfennigs größter Wurf sein, aber es funktioniert fünf Jahre nach seiner Deutschen Erstaufführung immer noch. Nicht zuletzt der minimalistische Bühnenbildeinfall von Florian Etti – die Details von den Darstellern auf riesige Papierwände skizzieren zu lassen, die später herabgerissen und zerknüllt werden – übt seine Wirkung aus.'' schreibt Thomas Rothschild am 26. September 2021 auf KULTURA-EXTRA
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