Die Wahrheiten

Bewertung und Kritik zu

DIE WAHRHEITEN
von Lutz Hübner & Sarah Nemitz
Regie: Sophia Bodamer 
Premiere: 25. Januar 2020 
Schauspiel Stuttgart

Zum Inhalt: Seit 17 Jahren sind Bruno und Sonja mit Erik und Jana befreundet. Eine gute Paarfreundschaft. Doch aus heiterem Himmel kündigen Erik und Jana per SMS an, den Kontakt abzubrechen – mit sofortiger Wirkung. Nachdem der erste Schock vorüber ist, bringt die Nachricht unausgesprochene Verletzungen ans Licht. Bruno hat Janas Psychologiestudium finanziert und das Paar in Erbschaftsangelegenheiten beraten. Nun fühlt er sich gedemütigt und abserviert. Und Sonja fürchtet, sie habe ihre Freundin Jana verstört, als sie ihr in einem schwachen Moment ein intimes Geheimnis über ihr Leben mit Bruno beichtete. Dass für Jana vor allem Bruno und ein vier Jahre zurückliegender Übergriff bei einem durch ihn vermittelten Coaching-Seminar für Führungskräfte der Auslöser ist, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Denn die Geschichte, die alle kennen, ist nur die halbe Wahrheit. Und einmal in Gang gesetzt, kommen bei der Suche immer weitere Wahrheiten ans Licht …

Mit: Michael Stiller, Marietta Meguid, Marco Massafra und Katharina Hauter

Inszenierung: Sophia Bodamer
Bühne und Kostüme: Prisca Baumann
Musik: Tobias Preisig
Licht: Stefan Schmidt
Dramaturgie: Bastian Boß


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Ende der Freundschaft
  · 26.01.20
''Sie sind die erfolgreichsten deutschen Dramatiker unserer Tage: Lutz Hübner & Sarah Nemitz. Ihre Stücke werden landauf landab gespielt, aber irgendwie werden sie von der Theaterkritik der seriösen Art nicht so recht ernst genommen. Es fehlen ihnen die Weihen der literarischen Kunstfertigkeit. Das mag ja durchaus ein Kriterium sein, das man für Bewertungen heranziehen kann. Das Irritierende ist nur, dass es in anderen Fällen außer Kraft gesetzt wird. (...)

Wer diese Art von wortlastigem Realismus mag, wird an den geschliffenen Dialogen seine Freude haben. Auf alle Fälle kann man den Darstellern Beifall zollen. Insbesondere Marietta Meguid und Michael Stiller, die schon vor der Intendanz Kosminski zum Ensemble des Staatstheaters gehört haben, hatten lange keine Gelegenheit, sich so ausführlich zu präsentieren. Sie entledigen sich ihrer Aufgabe ganz vorzüglich.

Die Wahrheiten, das lässt sich prophezeien, werden ihren Weg durch die deutschen Theater machen wie die Stücke von Yasmina Reza. Vier dankbare Rollen, keine hohen Ansprüche ans Bühnenbild, eine allgemein verständliche Problematik: das ist auch für kleine Bühnen zu bewältigen. Vor nicht allzu langer Zeit machte Die Wahrheit des Franzosen Florian Zeller die Runde. Jetzt sind die Deutschen Lutz Hübner und Sarah Nemitz mit dem Plural an der Reihe.'' schreibt Thomas Rothschild am 26. Januar 2020 auf KULTURA-EXTRA
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