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Bewertung und Kritik zu

OTHELLO
von William Shakespeare
Regie: Burkhard C. Kosminski 
Premiere: 27. April 2019 
Schauspiel Stuttgart
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Zum Inhalt: Othello, General der Republik Venedig, kennt den Krieg, sonst aber wenig. Er ist kein Mann zum Heiraten, sein Soldatenberuf füllt ihn ganz aus. Und er ist deshalb so verletzlich, weil Shakespeare keine Macht einführt, die sich Othellos Widersacher Jago entgegenstellt. Desdemona verliebt sich – trotzdem – in den Kriegshelden und er sich in ihre Liebe zu ihm. Aber diese Liebe ist es, die ihm zum Verhängnis werden wird.
Desdemona ist Othellos Halt in einer haltlosen Welt – einer Welt, die ihn, den Fremden, nur duldet und als Kriegswaffe einsetzt. Wirklich akzeptiert wird er nicht. Sein Selbstbild ist von einem professionellen Bewusstsein geprägt, denn immerhin hat er es im Dienst des venezianischen Staates zu Ansehen gebracht. In der Gesellschaft aber bleibt er der Outsider, der Wilde, Triebhafte und Ausländer, dem nicht zu trauen ist.
Die Intrige, die sein Fähnrich Jago (einer der ungemütlichsten Bösewichte der Weltliteratur) gegen ihn in Gang setzt, weil dieser sich von ihm übergangen fühlt, und die ein Verhältnis des Leutnants Cassio mit Desdemona behauptet, wird von Othello zu spät erkannt. Nicht nur Desdemona stirbt von seiner Hand, auch er selbst, als er den Betrug erkannt hat. 
Die Liebe ist tot und das Chaos kehrt zurück …

Mit: Itay Tiran (Othello), Matthias Leja (Jago), Michael Stiller (Cassio), Peer Oscar Musinowski (Roderigo), Marco Massafra (Montano), Robert Rozic (Gratiano), Katharina Hauter (Desdemona), Elmar Roloff (Brabantio), Marietta Meguid (Emilia) u.a. 

Inszenierung: Burkhard C. Kosminski 
Bühne: Florian Etti 
Kostüme: Ute Lindenberg 
Video: Sebastian Pircher (impulskontrolle) 
Musik: Hans Platzgumer 
Licht: Felix Dreyer 
Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger 


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Ungeschminkt
  · 28.04.19
''Indem Burkhard C. Kosminski das Motiv des Rassismus gegen das Motiv der Fremdenfeindlichkeit austauscht, zugleich, nicht ganz unironisch, Othello mit einem weißen Juden besetzt, teilt er implizit mit: Es gibt keinen Rassismus auf der Bühne, weil, was (diskriminierend) als Rassenmerkmal gilt, nämlich die Hautfarbe, und selbst das Wort, das (wiederum diskriminierend) in der Vergangenheit verwendet wurde, mit einem Tabu belegt sind. Hans Henny Jahnns Medea oder Jean-Paul Sartres Respektvolle Dirne sind, wenn überhaupt, nur noch in entstellter Form aufführbar. Ob man politisch vernünftig handelt, wenn man den Rassismus aus dem Repertoire streicht, bloß weil man seine Opfer nicht so zeigen darf, wie sie sind oder wie sie von ihren Verfolgern gesehen werden? Weil für sie und nur für sie die Vereinbarung nicht zu gelten scheint: dass auf dem Theater Darsteller*in und Rolle zweierlei sind? 

Ich erinnere mich an einen Besuch einer Krakauer Galerie zusammen mit Frauen und Männern aus der Sowjetunion. Sie sahen dort zum ersten Mal Porträts von Picasso. Entsetzt fragten sie: „Sieht so etwa ein Mensch aus?“ Es gibt keinen Grund, sich über die Sowjetbürger von damals zu amüsieren, so lange Othello auf einer deutschen Bühne nicht schwarz sein darf.'' schreibt Thomas Rothschild am 28. April 2019 auf KULTURA-EXTRA
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