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Bewertung und Kritik zu

HUNGER 
von Knut Hamsun
Regie: Frank Castorf 
Premiere: 4. August 2018 
Salzburger Festspiele
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Zum Inhalt: Im Zentrum von Knut Hamsuns 1890 erschienenem Roman Hunger steht ein junger Mann jenseits jeder festen Bindung und offenbar ohne Freunde und Familie; ein junger Mann mit hohen Ansprüchen an sich selbst, auf der Suche nach Erfolg, nach zündenden Ideen, die man zu Geld machen kann. Hamsun verarbeitet darin Erfahrungen, die er selbst als junger Auswanderer in Amerika gemacht hat, auch wenn die Geschichte nicht in New York, sondern in Kristiania, dem heutigen Oslo, spielt. Der Hauptakteur, der sich selbst wechselnde Namen gibt, beginnt wie der junge Hamsun mit feuilletonistisch-literarischen Gelegenheitsarbeiten. Und wie Hamsun scheitert er spektakulär. Seine Texte werden abgelehnt: zu abgehoben, zu unverständlich. Das Geld bleibt aus. Er muss buchstäblich seinen letzten Jackenknopf verpfänden und gleichzeitig den Schein einer normalbürgerlichen Existenz wahren. Statt Erfolg und Karriere stellt sich Hunger ein, buchstäblicher, realer Hunger. Ohne Geld zu leben ist für ein auf sich allein gestelltes Individuum unmöglich. Und der nagende Hunger, von dem niemand wissen darf, obwohl er die gesamte Existenz bestimmt, macht es immer schwieriger, etwas Verwertbares zu produzieren. 
Sein Verhalten wird sonderbar und wahnhaft, die Umwelt verwandelt sich auf gespenstische Weise, wird zusammenhanglos, unberechenbar. Die Differenz von Realität und Fantasie beginnt sich aufzulösen. Ein Leben auf der Kante. 

Mit: Kathrin Angerer, Marc Hosemann, Rocco Mylord, Josef Ostendorf, Sophie Rois, Lars Rudolph, Lilith Stangenberg und Daniel Zillmann Musikalische Leitung: Mariss Jansons

Regie: Frank Castorf 
Bühne: Aleksandar Denić 
Kostüme: Adriana Braga Peretzki 
Licht: Lothar Baumgarte 
Sounddesign: William Minke 
Kamera: Andreas Deinert und Kathrin Krottenthaler 
Videoschnitt: Jens Crull und Maryvonne Riedelsheimer 
Tonangel: Dario Brinkmann und William Minke 
Dramaturgie: Carl Hegemann 


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3.0/5 Insgesamt 1 Bewertungen (1 mit Rezension)
1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Hallein, Rosa- Luxemburg- Platz
  · 07.08.18
''Wer Castorf liebt, liebt(e) auch Bert Neumann und Aleksandar Denić. Neumann ist tot, Denić bewahrt die Volksbühnenästhetik vor dem Aussterben. Diesmal hat er ein Haus auf die Bühne gebaut, das an das Holzhaus des Georgiers Vajiko Chachkhiani auf der jüngsten Biennale in Venedig erinnert. Auf einer Seite der Drehbühne sieht man die Front eines Verlags, der den Namen von Hamsuns zweitem Roman trägt. Auf der anderen Seite verblüfft täuschend echt ein McDonald‘s. Man darf schon fragen, ob dieser Hyperrealismus der Moderne letzter Schluss ist. 

Musik, mal lauter, mal leiser, bildet den akustischen Background und liefert so etwas wie eine Gliederung. Dass Hunger trotz mancher Schwächen – jedenfalls für jene, die nicht zur Castorf-Gemeinde gehören – zu interessieren vermag, verdankt sich dem fast durchweg fabelhaften Ensemble, allen voran Kathrin Angerer, Sophie Rois und Marc Hosemann. Es belegt einmal mehr, dass Regie- und Schauspielertheater kein Widerspruch sind und dass es ein Verbrechen war, dieses Ensemble zu zerschlagen.'' schreibt Thomas Rothschild am 7. August 2018 auf KULTURA-EXTRA
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3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
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Kritiken: 1277
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