In den Gärten oder Lysistrata Teil 2

Bewertung und Kritik zu

IN DEN GÄRTEN ODER LYSISTRATA TEIL 2 
von Sibylle Berg
Regie: Anna-Elisabeth Frick 
Premiere: 10. Dezember 2021 
Hans Otto Theater Potsdam 

Zum Inhalt: Irgendwann in einer durch und durch politisch korrekten Zukunft: Die Welt befindet sich in tiefem Frieden, denn Sex und Liebe gibt es nicht mehr. Die Frauen haben die Macht übernommen. Die männliche Spezies steht kurz vor dem Aussterben und tapst nur noch testosteronbefreit und heiter Schmetterlingen hinterher. Bernd und Lysistrata unternehmen einen Streifzug durch einen museumsartigen Garten der Lüste, um noch einmal zu erleben, was die Menschheit früher wegen ihrer hormongesteuerten Erregungszustände so alles zu erleiden hatte: Männer erschienen als genital getriebene Eroberer und Alphatiere. Frauen versuchten sich mittels kosmetischer Produkte in den Zustand optimaler Begattbarkeit zu versetzen. Mit heftiger Sehnsucht trat man an potenzielle Paarungspartner*innen heran – umso stärker war dann aber immer die Enttäuschung. Denn die Umsetzung dessen, was in Filmen und Büchern so verheißungsvoll romantisch gewirkt hatte, mutete eher kläglich an – und endete für gewöhnlich in Katastrophen, Krisen oder sexueller Ödnis.

Mit Laura Maria Hänsel, Janine Kreß, Paul Wilms, Philipp Mauritz, Henning Strübbe, Franziska Melzer

Regie: Anna-elisabeth Frick
Bühne & Kostüm: Mariam Haas, Martha Pinsker
Choreografie: Berit Jentzsch
Musik: Matthias Breitenbach
Dramaturgie: Christopher Hanf


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Kraftvolle Pointen, müdes Spiel
  · 13.12.21
''Im "Vorspielgarten" bereiten sich Männer und Frauen auf ihr erstes Date vor. Im "Liebesgarten" begegnen sie sich und sind enttäuscht, weil Wunschbilder und Realität kaum übereinstimmen. Im "Missionarsgarten" kommt es zum ersten Sex – natürlich nur verbal.

Der Text beschreibt die Peinlichkeiten des Liebesspiels, die Schauspielerinnen und Schauspieler geben sich unbeholfenen gymnastischen Übungen hin. Die Komik hält sich allerdings in Grenzen. Egal wie kraftvoll der Text Pointen abfeuert, das Spiel läuft müde hinterher – auch als die Geschichte eine überraschende Wendung nimmt. Nach dem Sex folgen Partnerschaft und Kindererziehung – und auf einmal wollen die Männer gar nicht mehr hart und dominant sein. Sie kümmern sich um die Kinder und gründen Männergruppen, während die Frauen – von der belastenden Haushaltsarbeit befreit – Karriere machen.'' schreibt Oliver Kranz auf rbbKultur
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