Mozart muss sterben

Bewertung und Kritik zu

MOZART MUSS STERBEN 
Musik von Mozart & Salieri
Regie: Josef E. Köpplinger 
Premiere: 29. Juli 2021 
Staatstheater am Gärtnerplatz München

Zum Inhalt: War er’s oder war er’s nicht? Um Mozarts Tod im Dezember 1791 rankten sich schon im 18. Jahrhundert zahlreiche Gerüchte. Das bekannteste: Antonio Salieri, als Hofkapellmeister Mozarts Kollege in Wien, hat seinen Rivalen aus Neid und Missgunst beseitigt, weil er in dem Hallodri eine göttliche Genialität erkannte, die er für sich selbst vergebens ersehnte. Alexander Puschkin erhob diese Theorie mit seinem Versdrama »Mozart und Salieri« zur theatralen Legende, gefolgt von Peter Shaffer mit »Amadeus« – »Oscar«-preisgekrönt von Miloš Forman verfilmt. In einer musiktheatralen Behauptung werden Genie und vermeintliche Mittelmäßigkeit zu einem ungewöhnlichen Theaterabend, der Sprache und Musik ohne Schubladisierung selbstverständlich nebeneinander stellt.

Mit: Anna Agathonos, Mária Celeng, Jennifer O'Loughlin, Florine Schnitzel, Julia Sturzlbaum, Anna-Katharina Tonauer, Juan Carlos Falcón, Daniel Gutmann, Lucian Krasznec, Ludwig Mittelhammer, Peter Neustifter, Levente Páll, Christian Schleinzer, Timos Sirlantzis Erwin Windegger u.a.

Musikalische Leitung: Anthony Bramall
Konzept und Regie: Josef E. Köpplinger
Choreografie: Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne: Heiko Pfützner
Kostüme: Inge Schäffner
Dramaturgie: Michael Alexander Rinz


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1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Mozart und Salieri - schmissig reloaded!
  · 30.07.21
''Das Bühnenbild (Heiko Pfützner): denkbar schlicht. Umso lebendiger wirken die Protagonisten. Im Hintergrund ein Rechteck aus verschwimmenden, unscharfen Strukturen, die sich passend zur Szene in Pastelltönen verfärben. Tiefrot nur beim Tod von Vater Leopold Mozart, er ist der „steinerne Gast“ aus Don Giovanni, das versteht man sofort. Ansonsten: ein paar Stühle, wenn der Kaiser sich bei einer neuen Mozart-Oper langweilt. Sparsam wird die Dreh- und Hebebühne eingesetzt, sie symbolisiert den Verlauf der Zeit, hebt das Wichtige hervor. So bleibt genug Raum für geschickt platzierte, einfallsreiche Situationskomik, wenn z.B. Salieri von einer riesigen Mozart-Kugel überrollt wird.

Leicht historisierende Kostüme (Inge Schäffner) in schwarz trumpfen hin und wieder mit ein paar Farbakzenten auf. Die optische Hauptrolle aber spielen die hochauftoupierten weißen Perücken des Ensembles. Im Verlauf der Arien und Chorpartien – sie kommentieren die kurze Lebensgeschichte Mozarts voller Eheprobleme und Geldsorgen – nimmt Mozart die seine ab wie ein Maske. Das junge Team der Sänger*innen sowie der Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz (Einstudierung: Felix Meybier) unter der sorgfältigen musikalischen Leitung von Anthony Bramall riss das Publikum mit Qualität und Spiellaune mit und bot eine hervorragend homogene Ensembleleistung. Viel Szenenapplaus.'' schreibt Petra Herrmann am 30. Juli 2021 auf KULTURA-EXTRA
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