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Bewertung und Kritik zu

DER BALKON 
von Jean Genet
Regie: Ivica Buljan 
Premiere: 22. Februar 2018
Residenztheater München
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Der BalkonZum Inhalt: "Der Balkon" stellt die Frage nach der Macht der Bilder in Form einer Verwechslungskomödie. Madame Irma bietet den Besuchern in ihrem Bordell nicht nur Sex, sondern auch die Gelegenheit, in neue Identitäten zu schlüpfen. Gegen Bezahlung werden in der Nacht Bürger zu Bischof, Richter oder General und inszenieren das Leben als Illusion. Gleichzeitig tobt in den Straßen der Stadt ein Aufstand um die Macht im Staat. Der Polizeipräsident flüchtet vor den Kämpfen zu seiner ehemaligen Geliebten Irma. Sie begreift die Rolle des Bordells nüchtern als Institut zu Befriedigung männlicher Allmachtsphantasien – er wiederum hält die Revolution für ein Spiel. Die Aufständischen stürmen das Schloss, suchen die verschwundene Königin und machen Chantal, eine ehemalige Hure, zu ihrer Jeanne d´Arc. Um die Rebellion niederzuschlagen, bedient sich ein plötzlich aufgetauchter "Gesandter" mithilfe des Polizeipräsidenten eines Tricks. Sie lassen die Freier in ihren Verkleidungen als Bischof, Richter und General und Irma als Königin auf den Balkon des Hauses treten. Das Balkonbild mit den Kostümierten vermittelt den Eindruck, die Revolution sei gescheitert. Der Coup gelingt. Das Volk folgt den Bildern, nicht den Ideen. Der Schein bestimmt das Bewusstsein.

Mit: Christian Erdt, Philip Dechamps, Tim Werths, Nils Strunk, Marko Mandić, Juliane Köhler, Mathilde Bundschuh, Cynthia Micas

Regie: Ivica Buljan 
Künstlerische Mitarbeit: Robert Waltl
Bühne: Aleksandar Denić
Kostüme: Ana Savić Gecan
Musik: Mitja Vrhovnik-Smrekar
Licht: Martin Feichtner
Dramaturgie: Laura Olivi

 
Meinung der Presse zu „Der Balkon“

Residenztheater München


nachtkritik
Außen Revolution, innen Provokation


Münchner Abendzeitung
Die Welt ist ein Puff


WIR EMPFEHLEN

DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Längen und denkwürdige Szenen
  · 04.04.18
Nach der Pause fällt der Spannungsbogen deutlich ab, in den drei Stunden ist aber ein typischer Buljan-Abend zu sehen: die Schauspielerinnen und Schauspieler wechseln ständig zwischen ihren Rollen und ihren Auftritten als Live-Band, die diesmal vor allem franzsösische Chansons zu Gehör bringt. Die Szenen werden farcehaft und hysterisch gespielt, das Publikum direkt angesprochen und provoziert.

In Erinnerung bleiben vor allem drei Momente: Tim Werths legt mit seiner Imitation des übergriffigen Affen aus „The Square“, der durch die Reihen klettert, das Publikum bedrängt und erst vom Polizeidirektor (Nils Strunk) zur Räson gebracht wird, als neues Mitglied des Residenztheater-Ensembles einen denkwürdigen Auftritt hin. Marko Mandić, im Kino und TV auf Schurkenrollen abonniert, mimt den Anführer der Revolution und schafft es, dass das ums Lagerfeuer vor dem Marstall versammelte Publikum in die „Internationale“ einstimmt. Einen bemerkenswerten Auftritt hat auch Juliane Köhler, die zwischen all den Machtspielen der Männer den Überblick behält und am Ende triumphiert. Sie ist als Puffmutter Irma interessant gegen den Strich und die Erwartungen besetzt, spielt diesmal aber nicht ganz so furios wie als Italo-Rockröhre in Buljans Vorgänger-Inszenierung „Der Schweinestall“.

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