Die drei Musketiere

Bewertung und Kritik zu

DIE DREI MUSKETIERE 
nach Alexandre Dumas
Regie: Antonio Latella 
Premiere: 2. Februar 2019 (Theater Basel) 
Deutschland-Premiere: 20. Oktober 2019 
Residenztheater München - Cuvilliéstheater

Zum Inhalt: Die drei Musketiere, die eigentlich vier sind, treten auf und denken über ihr Alleinsein nach. Kann man die berühmte Formel «Einer für alle, alle für einen» mathematisch erklären? Wer ist eigentlich «der eine»? Und wer sind überhaupt «alle»? Sie verwandeln sich in ihre eigenen Diener und Pferde, stellen Dumas’ Geschichte nach – und vor allem infrage. Die Musketiere kämpfen um Leib und Leben, die Schauspieler spielen sich um Kopf und Kragen.

In seinem 1844 veröffentlichten Abenteuerroman «Die drei Musketiere» konfrontiert uns Alexandre Dumas mit einigen literarischen Unstimmigkeiten, die der italienische Regisseur Antonio Latella, seit 2017 Theaterintendant der Biennale Venedig, zum Anlass nimmt, ein Duell mit dem Stoff auszutragen. In der Tradition der Commedia dell’Arte fordern die Schauspieler ihn mit Worten, Waffen und viel italienischer Anarchie zum Kampf. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Inszenierung, Raum und Musik: Antonio Latella
Kostüme: Simona D'Amico
Licht: Gerrit Jurda
Choreografie und Kampftraining: Francesco Manetti
Dramaturgie: Carmen Bach

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Bunter Strauß aus Kalauern und Meta-Theater-Späßen
  · 11.07.21
Wer bei diesem Titel opulentes Mantel- und Degen-Ausstattungstheater erhofft, ist dem Regisseur Antonio Latella auf den Leim gegangen. Auf der leeren und für diese Inszenierung viel zu großen Residenztheater-Bühne toben die vier Harlekine in ihren Commedia dell´arte-Kostümen herum, nachdem sie die Bühne zu Adriano Celentano-Schlagern von den Seiten-Eingängen aus geentert haben.

Zwei Stunden lang bietet das Quartett Comedy mit manch flachen Kalauern, im nächsten Moment perfekt von Francesco Manetti einstudierte Choreographien, in denen sie steppen oder die Aufführungen der Spanischen Hofreitschule zum Radetzkymarsch persiflieren. Die Handlung des Roman-Klassikers von Alexandre Dumas wird nur kurz gestreift, die vier Schauspieler Nicolo Mastroberardino, Michael Wächter, Vincent Glander und an diesem Abend Elias Eilinghoff, der sich mit Max Rothbart abwechselt, nutzen die Figuren von Artamis, D´Artagnan und Co. als Spielmasse für ihre Meta-Theater-Komödie, in der sie sich ausgiebig über Dramaturgen lustig machen, die zu spät gekommene Eva immer wieder in ihre Wortgefechte einbeziehen oder einfach nur blödeln.

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