Flüstern in stehenden Zügen

Bewertung und Kritik zu

FLÜSTERN IN STEHENDEN ZÜGEN 
nach Clemens J. Setz
Regie: Visar Morina 
Online-Premiere: 7. Februar 2021 
Münchner Kammerspiele 

Zum Inhalt: C ist allein. Einziger Kontakt zur Außenwelt: das Telefon. Aber wen anrufen, wenn man niemanden hat. Was könnte es da Aufbauenderes geben als ein Telefonat mit einer Kundenhotline? Oder endlich den Spieß umdrehen und die Absender all der nervigen Spam-Mails zur Rede stellen! Clemens Setz, ein Meister des Skurrilen, des rätselhaften magischen Realismus, erforscht nun eine kuriose Seite der Globalisierung. Der Filmregisseur Visar Morina stellt sich erstmals im Theater vor und zeichnet ein ebenso tief trauriges wie humorvolles Porträt eines Menschen in der Isolation.

Mit Bekim Latifi, Leoni Schulz

Regie: Visar Morina
Bühne und Kostüme: Aleksandra Pavlović
Bildgestaltung und Kamera: Patrick Orth
Kamera: Florian Strandl
Dramaturgie: Harald Wolff


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Szenisch unergiebiger Text als Theater-Film-Hybrid uraufgeführt
  · 07.02.21
Den szenisch recht unergiebigen Text peppt Bekim Latifi, der gerade vom Thalia Theater Hamburg an die Münchner Kammerspiele wechselte, mit viel Körpereinsatz auf: er turnt kopfüber an einer Schaukel oder rollt über den Boden, während er den nächsten Anruf wagt. Über weite Strecken performt Latifi diesen knapp einstündigen Abend als Monolog, nur selten und erst spät ist Leoni Schulz mehr als eine Anspielpartnerin.

 „Flüstern in stehenden Zügen“ reiht sich ein unter die Corona-Arbeiten, die mit ihren schwierigen Lockdown-Produktionsbedingungen zu kämpfen haben. Als Hybrid aus Theater und Film kann die Uraufführung nicht zünden, spröde und papiern bleibt der lange Monolog der Hauptfigur.

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