9/26 – Das Oktoberfestattentat

Bewertung und Kritik zu

9/26 – DAS OKTOBERFESTATTENTAT
von Christine Umpfenbach 
Premiere: 24. Oktober 2020 
Münchner Kammerspiele 

Zum Inhalt: Es war der schlimmste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Und erst jetzt, 40 Jahre später, rücken die Erzählungen der Betroffenen ins Zentrum. Vielstimmig erzählt „9/26 – Das Oktoberfestattentat“ die Geschichten der Opfer des Anschlags vom 26.9.1980. Christine Umpfenbach erforscht unseren Umgang mit Erinnerung und Wahrnehmung von Wirklichkeit. Vor allem aber konzentriert sich das Projekt auf die persönlichen Folgen, die solche Anschläge haben – und wie wir als Gesellschaft mit den Opfern rechter Gewalt umgehen.

Mit: Rasmus Friedrich, Marie Dziomber, Stefan Merki, Edith Saldanha, Lilly-Marie Vogler

Regie: Christine Umpfenbach
Bühne: Evi Bauer
Kostüm: Pascale Martin
Musik: Anton Kaun
Dramaturgie: Harald Wolff
Kooperation mit der Otto-Falckenberg-Schule


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Christine Umpfenbach recherchierte
  · 14.05.21
''Das Dokumentarstück um das Münchner "Oktoberfestattentat" am 26. September 1980 ist von der Bühnenbild und Regie in Berlin-Weißensee und London studiert habenden Umpfenbach akribisch recherchiert worden. Fünf Schauspielerinnen und Schauspielern hat sie O-Texte von sechs damals betroffenen und knapp nur mit dem Leben davongekommenen Opfern des Anschlags in den Mund gelegt, außerdem werden Originalaussagen eines Rechtsanwalts und eines Notarztes im Text verarbeitet und zeitgeschichtlich Faktisches als Füllsel repliziert. Und es geht hin und her, und zack-zack-zack; der Spielfluss hat eine gewisse Eile... Letzten Endes soll uns auch so eine Art Geschichtsnachhilfestunde angeboten sein; das war und ist auch völlig legitim - ja, ich (als jemand aus dem Osten) hatte bis soeben nie auch irgendwas übers besagte Attentat erfahren und gewusst

Weswegen Umpfenbachs handwerklich (also theatralisch) und v.a. auch didaktisch prima funktionierendes Geschichtsnachhilfestundenpuzzle ausgerechnet dann als eines von den allerbesten STÜCKEN 2021 zur Debatte stand, begründet Stephan Reuter auf der stuecke.de-HP Und das mag und wird wohl auch im Sinne der 2021er Juryentscheidung so okay gewesen sein.'' schreibt Andre Sokolowski am 14. Mai 2021 auf KULTURA-EXTRA
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Recherche-Projekt über rechten Terror
  · 18.01.21
Der Abend zeichnet nach, wie jahrzehntelang versucht wurde, die unangenehme Tatsache eines rechten Terroranschlags unter den Teppich zu kehren. Besonders bitter für die Überlebenden ist, dass das Versorgungsamt ihre Verletzungen oft bagatellisierte. Der Abend lebt von der eindringlichen, authentischen Schilderung der Überlebenden des rechten Terrors und konzentriert sich ganz auf die Opferperspektive.

Im Zentrum stehen politische Aufklärungsarbeit und Informationsvermittlung, dennoch hat dieser Dokutheater-Abend über das Oktoberfest-Attentat auch einige spielerische Momente, so beginnt der Abend z.B. mit einer kurzen, szenischen Collage, was im Jahr 1980 sonst noch los war: von Disco-Hits bis zur Bundestags-Wahlkampf-Auseinandersetzung zwischen Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß.

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