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Bewertung und Kritik zu

DREI SCHWESTERN 
Nach Anton Tschechow
Regie: Susanne Kennedy  
Premiere: 27. April 2019 
Münchner Kammerspiele 

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Zum Inhalt: Die drei Schwestern Masja, Olga und Irina träumen sich von der russischen Provinz in ein aufregenderes Leben „nach Moskau!“. Während sich die Gesellschaft im Umbruch befindet, verharren die Schwestern in der Angst vor der eigenen Endlichkeit und der Furcht, dass sich ihr Leben nicht ändern wird. Zukunft bleibt für sie das große Versprechen, obwohl niemand weiß, was sie bringen wird. Seit 1901 wird der Klassiker „Drei Schwestern“ von Tschechow inszeniert und oft als Zeichen der Dekadenz der vorrevolutionären bürgerlichen Gesellschaft interpretiert. Immer wieder werden die Protagonistinnen auf die Bühne gerufen, um zu sehen, wie sie sich sehnen, ihrer Gegenwart entfliehen zu können. „Is this now? – It’s a story that happened yesterday, but I know it’s tomorrow.“
Susanne Kennedy will die Schwestern davon befreien und schlägt einen Perspektivenwechsel vor: Was, wenn die Zeit ein Kreis ist und wir jeden einzelnen Augenblick unseres Lebens immer wieder leben werden? Für Nietzsche bedeutete die Idee der ewigen Wiederkehr, ständig bereit zu sein – die absolute Bejahung. Vielleicht sind Menschen grundsätzlich nicht die Produzenten ihres Schicksals. Vielleicht sind ganz andere Kräfte im Spiel. Wenn wir, Nietzsche folgend, so lebten, als müssten wir das Leben endlos wiederholen, würden wir dann andere Entscheidungen treffen? Weniger beeinflusst von dem Wunsch nach Kontrolle der Zukunft als vielmehr dem Wunsch nach Befreiung?

Mit Manuela Clarin, Kristin Elsen, Marie Groothof, Walter Hess, Eva Löbau, Christian Löber, Benjamin Radjaipour, Sibylle Sailer, Anna Maria Sturm

Inszenierung: Susanne Kennedy
Bühne: Lena Newton
Kostüme: Teresa Vergho
Sounddesign: Richard Janssen
Video: Rodrik Biersteker
Licht: Rainer Casper
Dramaturgie: Anna Gschnitzer
Künstlerische Mitarbeit: Rodrik Biersteker, Richard Janssen


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Drei Schwestern in der Zeitschleife
  · 13.07.19
‘‘Diese wie Bildschirmschoner wirkenden Videos von Rodrik Biersteker zeigen entweder farbig pulsierende Wolken oder leere Räume, die kargen Bürozimmern und Fluren ähneln. Manchmal schwebt da auch eine blaue dämonische Maske. Auch der Spiegelkasten wird immer wieder mit digital verfremdeten Bildern überblendet. Die Schwestern führen dort hin und wieder in schwarzen Blusen und weißen Reifröcken kleine, gesichtslose Tänze auf. Auch das ein Textzitat des Oberleutnants Werschinin, dessen Phrase: „In zweihundert, dreihundert Jahren wird das Leben auf der Welt unglaublich schön und wunderbar sein.“ auch über ein an der Wand hängendes Telefon wiederholt wird. Dazu summen elektronische Mücken, es werden Fotos mit dem Ipad gemacht oder Small Talk betrieben. Einige Szenen scheint Susanne Kennedy wieder aus TV-Soaps übernommen zu haben. Die drei Schwestern im „strange Loop“, wie es auf einer Schrifteinblendung heißt. 

Mal steckt das Ensemble in moderner Alltagskleidung mit Latexmasken, dann sieht man die Schwestern wieder in Fantasiekostümen. Susanne Kennedy knüpft mit den von martialischen Sounds begleiteten Blacks, die die kurzen Szenen unterbrechen, an ihre ersten Arbeiten an den Kammerspielen wie Fegefeuer in Ingolstadt oder Warum läuft Herr R. Amok an. Die von Statisten eingesprochenen Stimmen kommen wieder vom Band. Die SchauspielerInnen bewegen nur den Mund dazu. Bühnentechnisch hat sich Susanne Kennedy aber durchaus weiterentwickelt. Ihr Drang zur audio-visuellen Bühneninstallation ist hier stärker als sonst zu bemerken. Das gelingt ihr aber durchaus besser als in ihren letzten Inszenierungen an der Berliner Volksbühne. Wenn da nicht der unerklärliche Hang zu esoterisch verbrämten, fernöstlichen Religionsweisheiten wäre. Kennedy lässt dann sogar einen gehörnten Schamanen auftreten, um den die anderen im Kreis unverständliche Liturgien absingen. Auch trägt das in den ersten 45 Minuten durchaus überzeugende Konzept dann doch nicht über die ganze Zeit. „Ich bin der Genius meiner selbst.“ ist die große Schlusserkenntnis des Abends. „It’s a story that happened yesterday, but I know it’s tomorrow.“ Die Zeit ist ein Kreis. Die Drei Schwestern der Suzanne Kennedy sind aber eher wie digitale Stimmen aus der Vergangenheit.‘‘ schreibt Stefan Bock am 13. Juli 2019 auf KULTURA-EXTRA
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