Der Freischütz



    Bewertung und Kritik zu

    DER FREISCHÜTZ 
    von Carl Maria von Weber
    Regie: Dmitri Tcherniakov
    Online-Premiere: 13. Februar 2021 
    Bayerische Staatsoper München

    Zum Inhalt: In einer Dorfgemeinschaft, die an archaischen Bräuchen festhält, muss der junge Jäger Max einen Probeschuss absolvieren, um seine Geliebte Agathe heiraten zu dürfen. Und das, wo ihm in letzter Zeit kaum ein Schuss geglückt ist! Carl Maria von Weber und sein Librettist Friedrich Kind changieren zwischen Gespenstergeschichte, Märchen, Schicksalsdrama und Spiel zwischen Himmel und Hölle: Zentrum der Handlung ist ein diabolisches Ritual in der Wolfsschlucht, wo ein Pakt mit Samiel eingegangen wird, um Freikugeln gießen zu können, die ihr Ziel nie verfehlen. Die Oper wurde bei ihrer Uraufführung 1821 in Berlin laut ihrem Komponisten „mit dem unglaublichsten Enthusiasmus“ vom Publikum gefeiert. In den folgenden Jahrzehnten avancierte das damals als naturverklärend und volkstümlich-romantisch aufgefasste Werk rasch zur meistgespielten Oper auf den deutschen Bühnen. Kein Wunder: In einer Zeit, in der man sich nach kulturellen, nationalen Identifikationsmöglichkeiten sehnte, bot Der Freischütz Projektionsfläche für eine ideelle Gemeinschaft. Was reizt Regisseur Dmitri Tcherniakov heute an dieser Oper?

    Musikalische Leitung: Antonello Manacorda
    Inszenierung und Bühne: Dmitri Tcherniakov

    Kostüme: Elena Zaytseva
    Licht: Gleb Filshtinsky
    Video-Produktion: Show Consulting Studio
    Mitarbeit Dramaturgie: Tatjana Wereschtschagina
    Dramaturgie: Lukas Leipfinger
    Chor: Stellario Fagone


    WIR EMPFEHLEN

    2.0 von 5 Sterne
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    Einfach abgeknallt
    2 years ago
    Kritik
    ''Das nach meinem unmaßgeblichen Dafürhalten vollkommen überbewertete Doppel-Genie Dmitri Tcherniakov [s. beispielsweise Wagners Parsifal und Tristan, Die Verlobung im Kloster von Prokofjew oder Verdis Il trovatore], das bei allen seinen Inszenierungen sowohl Regie führt als auch alle Bühnenbilder selbst entwirft, knetete seinen Freischütz so zurecht, dass er im neoliberalistischen Milieu frei nach dem Motto "busi­ness as usu­al" zu spielen kam, Ort/ Zeit der Handlung sind bei ihm also inmitten einer Glas-Beton-Siedlung sich breit gemacht habenden Penthouse-Suite im Stil der Achtziger bis Neunziger (als Kohl noch Bundeskanzler war) gesetzt: Kuno (Bálint Szabó) hat eine gut gehende Firma, wo sein angehender Schwiegersohn Max (Pavel Černoch) angestellter Arbeitnehmer ist. Auch Kaspar (Kyle Ketelsen), seines Zeichens Exsoldat mit psychotraumatischen Defekten und einer Tendenz zur Schizophrenie, arbeitet dort. Das Kuno-Töchterchen Agathe (Golda Schultz), das mit dem raffgierigen Buisness-Vater brach und von zuhause weggezogen war, freut sich trotz alledem auf seine Hochzeit. Beste Freundin Ännchen (Anna Prohaska), eine Art von Meryl Streep-Abklatsch à la Der Teufel trägt Prada, warnte immer schon vor "Kindern, Küche, Kirche", wollte also, dass die "dumme Pute" sich noch konsequenter von ihrem Scheißvater und vor allem aber ihrem Jammerlappen-Bräuigam in spe emanzipierte; vollkommen vergeblich - umso schöner klang es freilich aus der Golda-Zauberkehle, als sie "Leise, leise, fromme Weise!" anstimmte und ich währenddes Gänsehaut bekam!!'' schreibt Andre Sokolowski am 13. Februar 2021 auf KULTURA-EXTRA
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    3 von 7 Person(en) gefiel diese Kritik

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