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    The Snow Queen

    Bewertung und Kritik zu

    THE SNOW QUEEN
    von Hans Abrahamsen
    Regie: Andreas Kriegenburg 
    Premiere: 21. Dezember 2019 
    Bayerische Staatsoper München

    Zum Inhalt: Zwei Kinder, Gerda und Kay, sind innig vertraut, wie füreinander bestimmt. Da sticht etwas Kay ins Herz und ins Auge, und schon sind sie einander entfremdet, als lebten sie in zwei verschiedenen Welten. Von der Schneekönigin entführt, verschwindet Kay dann auch leibhaftig aus Gerdas Leben. Sie beginnt eine lange Suche nach dem Freund, bis sie ihn in Schnee und Eis wiederfindet und mit ihren Tränen die teuflischen Splitter aus ihm herausweint. Um viele Erfahrungen reicher sind beide nun bereit, erwachsen zu werden. Hans Christian Andersens Märchen von der Schneekönigin ist Vorlage für Hans Abrahamsens erste Oper; der dänische Komponist hat sie, nach intensiver Beschäftigung mit dem Thema Schnee und lebenslanger Auseinandersetzung mit Andersens Märchen, von 2014 bis 2018 auf ein eigenes Libretto geschrieben: „Es sind sehr viele Schichten in dem Märchen. Man kann den Text auf verschiedene Arten lesen. Er enthält viele Geheimnisse, und man kann ihn auf viele Weisen deuten.“ Seine Musik mit ihren fein changierenden Strukturen und subtil veränderten Wiederholungen verleiht dem Text Tiefe und zugleich Leichtigkeit. Wenige Wochen nach der Uraufführung in Kopenhagen zeigt die Bayerische Staatsoper die Erstaufführung der englischen Fassung, in der die Sopranistin Barbara Hannigan – die Abrahamsen maßgeblich zur Komposition dieser Oper inspiriert hat – erstmals die Partie der Gerda übernimmt. Der Regisseur Andreas Kriegenburg inszeniert The Snow Queen als Geschichte von Erwachsenen für ein erwachsenes Publikum, als eine Reise ins Innerste der menschlichen Seele.

    Musikalische Leitung: Cornelius Meister
    Inszenierung: Andreas Kriegenburg

    Bühne: Harald B. Thor
    Kostüme: Andrea Schraad
    Licht: Michael Bauer
    Choreographie: Zenta Haerter
    Chor: Stellario Fagone
    Dramaturgie: Malte Krasting

    TRAILER

    4.0 von 5 Sterne
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    Eisblumen und der Bass des Bösen
    4 Jahre her.
    Kritik
    ''Die Inszenierung von Andreas Kriegenburg verlegt die Handlung in ein heruntergekommenes Krankenhaus, splittet die Hauptfiguren in verschiedene Persönlichkeitsstadien auf. Auf der Bühne stehen gleichzeitig Kay und Gerda als stumme Kinder, als Heranwachsende (Kay ist da ein Mezzosopran), als Erwachsene. Multifunktional und überraschend hat der Komponist auch die Rolle der Schneekönigin angelegt. Sie ist das (komische) Rentier, die (unerbittliche) Uhr und vor allem ein schwarzer Mann, die dunkle Seite der Macht und der Verführung. Dieser böse Bass – und wer hätte keinen Sopran erwartet? - hat Kay vereist, traumatisiert, so dass er sich in stumme Depression zurückzieht und den Kontakt zur Umwelt und zu Gerda verweigert. Doch sie kämpft um ihn. Das führt zu einer langen Heldinnenreise ins Innere der Kälte. (...) Die Schnee-Musik der Snow Queen lässt einen vor allem im zweiten Teil nicht kalt. Filigrane Flächen, ungewöhnliche Instrumentierungen, fein variierte Wiederholungen schaffen viele Klangbilder von Schneeflocken, die da ausschwärmen wie die schneeweißen Bienen des Original-Textes. Abrahamsen setzt auch eindrucksvoll auf Stille: Zu Beginn der Oper etwa erklingt lange Zeit nicht ein einziger Ton, die Großmutter liest den Kindern stumm vor. Allerdings: unvorbereitet sollte man sich die Oper nicht anschauen. Unbedingt das Andersen-Märchen vorher lesen! Sonst kommt man nicht mit. Und es ist keineswegs einfach, sich gleichzeitig auf die subtile Musik als auch auf ein verwirrend simultanes Bühnengeschehen zu konzentrieren - und auch noch die vielen eröffneten Assoziationsräume wahrzunehmen.'' schreibt Petra Herrmann am 31. Dezember 2019 auf KULTURA-EXTRA
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