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Bewertung und Kritik zu

DIE VERDAMMTEN
nach dem gleichnamigen Film von Luchino Visconti
Regie: Ersan Mondtag 
Köln-Premiere: 7. Dezember 2019 
Schauspiel Köln 

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Zum Inhalt: Der italienische Regisseur Luchino Visconti arbeitet in seinem 1969 entstandenen Film über die fiktive Industriellen-Familie von Essenbeck die dunkle und zerstörerische Ära deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert auf. Er erzählt von der deutschen Industrie-Aristokratie, die sich mit den aufstrebenden nationalsozialistischen Machthabern einlässt und über Mord, Gemetzel, Eifersucht, Machtwahn, Ehrgeiz, Dekadenz im Faschismus. Die exklusive Abendgesellschaft, die der alte Stahl-Baron Joachim von Essenbeck zur Feier seines Geburtstags um sich herum versammelt hat, wird von der Nachricht vom Reichstagsbrand im Februar 1933 empfindlich gestört. Im Laufe der Auseinandersetzung über dieses Ereignis, zerfällt die Familie in unterschiedliche politische Lager. In der darauffolgenden Nacht wird der Seniorchef auf Geheiß der Nationalsozialisten ermordet. Daraufhin beginnt ein rücksichtloser und blutiger Kampf um die Macht und den Einfluss im Unternehmen.

Mit: Margot Gödrös, Yvon Jansen, Elias Reichert, Nicolas Lehni, Ines Marie Westernströer, Benjamin Höppner, Jonny Hoff, Yuri Englert, Merle Wasmuth, Mika Kickbusch, Pauline Essmann, Marta Arteaga, und Fiona Angelo sowie dem Chor mit Antonia Bockelmann, Dennis Bodenbinder, Campbell Caspary, Laura Friedmann, Marlene Goksch, David Kösters und Paul Langemann

Inszenierung/Bühne: Ersan Mondtag
Mitarbeit Bühne: Christine Ruynat
Kostüm: Teresa Vergho
Licht: Rainer Casper
Musik: Beni Brachtel
Dramaturgie: Beate Heine
Chorische Einstudierung und Choreografie: Jonas Grundner-Culemann
Sound Design: Marco Bussi


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
O du Schaurige
  · 11.12.19
''Die Gesichter der Darsteller werden teils maskenhaft durch dicke Schichten aus Latex und Schminke entstellt. Auch die Kostüme von Teresa Vergho wirken oft grotesk deformierend. Ein siebenköpfiger Chor trägt so schweinsartig fleischfarbene Knautschmasken. Zwei Frauen spielen (wie schon in Ersan Mondtags Die Räuber-Inszenierung) zentrale Männerrollen. Benjamin Höppner gibt ein köstliches Bild als brutal anmutendes, grobschlächtig-massiges SA-Mitglied, das sich lustvoll von Gummischwänzen bepinkeln lässt, bevor es während einsamer Monologe erschossen wird. Auch Yvon Jansen sticht hervor. Sie zieht als Kriegswitwe Sophie perfide und skrupellos die Strippen in dieser abstoßenden Gemeinschaft. Bald wird sie jedoch durch ihren eigenen Sohn Martin (Ines Marie Westernströer) – bockig, moralisch-geistig verwirrt, mal pädophil und mal einfach nur hysterisch – in Grausamkeit überboten. Die Rolle des Martin verhalf einst Helmut Berger, Viscontis langjähriger Weggefährte, zum internationalen Durchbruch. Seine Persiflage von Marlene Dietrich in ihrer Rolle der Lola in Der blaue Engel war ein legendärer Kinomoment in Die Verdammten. Westernströer stimmt auch kurz seinen Chanson-Part an: „Kinder, heute Abend suche ich mir was aus“. Doch die schillernde Travestie von damals weicht einer unheimlichen und unterkühlten Entrücktheit.

Die zahlreichen Bezüge, die Visconti etwa zu Richard Wagners Götterdämmerung setzt, gehen bei Mondtag ein bisschen verloren. Er verfremdet und verformt das Geschehen und die politischen Hintergründe zu sehr. Fragen der zerstörerischen Allianz zwischen der Industrie-Aristokratie und aufstrebenden nationalsozialistischen Machthabern, der Schuld, Scham, Schwäche und Schande wird nur wenig nachgegangen. Mondtags Figuren erscheinen der Reihe nach inhuman; wie kalte und grobe Monstren, ohne Fallhöhe und mögliches Entwicklungspotenzial. Doch die erschreckenden, künstlich anmutenden Bilder atmosphärischer und menschlicher Kälte strapazieren über kurz oder lang. Sie lassen einen gar bald auch kalt.'' schreibt Ansgar Skoda am 11. Dezember 2019 auf KULTURA-EXTRA
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