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    Fidelio

    Bewertung und Kritik zu

    FIDELIO 
    von Ludwig van Beethoven
    Regie: Michael Hampe 
    Premiere: 11. Juni 2017 
    Oper Köln 

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    Zum Inhalt: Florestan, der sich im Kampf für Recht und Freiheit den Gouverneur Don Pizarro zum Feind gemacht hat, ist auf dessen Betreiben hin widerrechtlich in den Kellern eines Staatsgefängnisses verschwunden. Leonore, seine Frau, schreitet zur Selbsthilfe, indem sie sich – als Mann verkleidet – eine Stellung als Gehilfe des Kerkermeisters Rocco verschafft. Dabei gelingt es ihr tatsächlich, die geplante Liquidation ihres Ehemannes zu verhindern. Nachdem die unrechtmäßigen Machenschaften Pizarros ans Licht gekommen sind und ein rechtsstaatlich gesinnter Minister in Florestan seinen tot geglaubten Freund erkannt hat, bildet ein Hohelied auf Freiheit und Gattenliebe das krönende Finale.

    Ludwig van Beethovens in verschiedenen Fassungen zwischen 1805 und 1814 entstandene einzige Oper ist in musikalischer wie textlicher Hinsicht sehr idealistisch auf Weltverbrüderung und Humanität angelegt. Dabei wirft sie – in dem Nebeneinander von Musik und gesprochenen Dialogen, von ungebrochenem Pathos und unserem Wissen um die zu allen Zeiten schlimme Realität – immer wieder Fragen auf. Letztendlich lässt sich die Überlegung anstellen, ob Beethoven hier nun tatsächlich eine Oper geschaffen hat, oder – dem Camouflage-Einsatz der verkleideten Leonore in den Kerkern des Regimes vergleichbar – nicht eher eine als Oper getarnte große Freiheitssymphonie, an der sich auf ewig die Geister scheiden werden. 

    Musikalische Leitung: Stefan Soltesz 
    Inszenierung: Michael Hampe 
    Bühne, nach dem Konzept von John Gunter: Darko Petrovic Kostüme: Darko Petrovic 
    Licht: Andreas Grüter 
    Chorleitung: Rustam Samedov 

    TRAILER

    3.0 von 5 Sterne
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    Treuflammendes Licht im Dunkel
    5 Jahre her.
    Kritik
    ''Der Gesang der Figuren wird durch gesprochene Dialoge unterbrochen, die teilweise etwas bemüht wirken. Auch bei den vorgetragenen Arien, den Duetten und Quartetten gibt es oft Licht und Schatten. In der Titelpartie schlägt sich die deutsche Sopranistin Anna Gabler expressiv, dramatisch ausdrucksstark und recht souverän. Im Duett mit Florestan sorgt der harmonierende Zusammenklang für zart-berückende Pianomomente. Peter Seifferts Florestan nimmt man es auch ob der fülligen Statur nicht ab, dass die lange Kerkerhaft bei Wasser und Brot den Hunger und die Einsamkeit so groß werden ließen, dass er seine Frau nicht mehr erkennt. Er spricht seine Frau wegen ihrer männliche Kleidung und dem kurzen Haar als Jüngling an. Er selbst hat sich in ihren Augen "natürlich" kaum verändert. Immerhin vermag Seifferts glanzvolle Tenorstimme bei der großen Arie zu Beginn des zweiten Aktes mit leidenschaftlichem Ausdruck und feiner Phrasierung Akzente zu setzen. Auch die Sopranistin Kathrin Zukowski lässt als Marzelline, die in Fidelio verliebte Tochter des Kerkermeisters Rocco, mit klar fokussierter und leuchtender Stimme voller dynamischen Nachdruck aufhorchen. Schlussendlich seien auch der Tenor Anton Kuzenok und der Bass Yunus Schahinger erwähnt, die mit ihren Soloauftritten im Gefangenenchor stimmlich ganz exzellent herausragen.  Während es der Inszenierung deutlich an Spannung und Dynamik fehlt, weil das Bühnengeschehen einfach zu behutsam-brav und routiniert erzählt wird, befriedet letztlich insbesondere die glänzend disponierte und harmonisch austarierte Instrumentierung des groß besetzten Orchesters mit der Vorführung.'' schreibt Ansgar Skoda am 29. März 2019 auf KULTURA-EXTRA
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