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Bewertung und Kritik zu

PANIKHERZ
von Benjamin von Stuckrad-Barre
Regie: Christopher Rüping 
Premiere: 17. März 2018 
Thalia Theater Hamburg 

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Zum Inhalt: Das Buch ist ein Knaller. Es ist ein Bildungsroman, von einem der auszog aus dem Pfarrhaushalt in der deutschen Provinz in die große Welt der Popkultur: ein leuchtendes Versprechen mit seinen marktschreierischen Angeboten, Posen und Ideen.
In Hamburg steht der gelbe Leuchtschriftzug „die eigene Geschichte“ an der Gleismauer unterhalb der Kunsthalle. Und so beleuchtet der Ich­Erzähler als Schausteller seiner eigenen Legende die großen Erfolge und gnadenlosen Abstürze, diese unstillbare Sehnsucht nach den Sternstunden des Ruhms und die harte Landung in Drogensucht, Depression und gigantischer Kaputtheit. Immer dabei als Referenz und Differenz, angehimmelt und ausgebuht: Udo, der Mann mit dem Hut, der Zigarre und den grünen Socken, dessen Songs den Erzähler begleiten, einfach, weil Udo immer schon da war. Eine Hase­und­IgelGeschichte. Irgendwann sitzen beide in Udos Porsche und fahren mit 30 Stundenkilometern durch Hamburg. Das ist die Ansage: Rasender Stillstand!

Mit: Bernd Grawert, Julian Greis, Franziska Hartmann, Pascal Houdus, Peter Maertens, Oda Thormeyer, Sebastian Zimmler und Udo Lindenberg-Double (alternierend) sowie Wenyen You / Chen Ding 

Regie: Christopher Rüping 
Musik: Christoph Hart 
Bühne: Jonathan Mertz 
Live-Musik: Christoph Hart 
Kostüme: Anna-Maria Schories 
Video: Su Steinmassl 
Dramaturgie: Matthias Günther 

TRAILER


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3.5/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
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Einige Highlights, zu viele Längen
  · 16.11.18
Eindrucksvolle Bilder bleiben von diesem mehr als dreistündigen Sucht- und Drogen-Trip in Erinnerung: Traumverloren tanzt Pascal Houdus in einem Zürcher Club. Nostalgisch badet Sebastian Zimmler in der 90er Jahre-Nostalgie zu „Gangsta´s Paradise“ von Coolio. Auch davor hatten beide schon starke Monologe: Zimmler bekam zurecht Szenen-Applaus für einen minutenlangen, pointierten Monolog über die Phrasen und Lebensbilanz-Vergleiche, die auf Klassentreffen ausgetauscht werden. Houdus erzählt mit frechem, jungenhaftem Charme vom Aufwachsen in einem protestantischen Pfarrhaus in der Provinz (zunächst in Rotenburg/Wümme, dann in Göttingen).

Der Abend leidet jedoch unter zu vielen Längen. Vor der Pause franst „Panikherz“, Christopher Rüpings Adaption des autobiographischen Romans des Jahrtausendwende-Popliteratur-Sternchens Benjamin Stuckrad-Barre schon etwas aus. Danach dehnt ein Small-Talk von Sebastian Zimmler zwei Frauen aus dem Publikum den Abend unnötig in die Länge: seine beiden Flirts bei Sekt und Zigarette wirken wie ein recht bemühter Aufguss seiner zum Kult gewordenen „Don Giovanni“-Rolle.

Mit einem beherzteren Regiezugriff von Christopher Rüping hätte aus den hervorstechenden Szene ein starker Abend werden können. Dem stand aber außer einigen zu albernen Intermezzi das Grundproblem der Aufführung im Weg: Benjamin von Stuckrad-Barre ist keine so spannende Persönlichkeit, dass sie einen derart langen Abend tragen könnte. Sein Narzissmus und sein Abdriften in Esstörungen, Kokainsucht und Eskapismus sind hinlänglich bekannt und wären eher etwas für eine kurze Tour de Force, die einige Schlaglichter markiert, als seine Lebensbeichte nachzuerzählen.

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Benjamin von Stuckrad-Barre´s Suchtbekenntnisse - ein weiteres Mal
  · 18.03.18
''Eine nicht ganz von Sentimentalität freie Reminiszenz an die Musik der 1980er und 90er Jahre, in denen alles begann, aber auch die Zeit des kalten Neoliberalismus nach der Wende eingeläutet wurde. Stuckrad-Barre liest Brett Easton Ellis und Jög Fauser, Idole, denen er nicht nur im Aussehen nacheifert. Nach dem kometenhaften Aufstieg folgt der Absturz in die Kokain- und Magersucht. Hin und wieder kommt Stuckrad-Barres Erzengelstimme vom Band, und einmal wird sein Besuch bei der WDR-Talksendung "Zimmer frei" in den Bühnennebel projiziert. Da ist der Autor 27 Jahre alt und Götz Alsmann kündigt ihn mit den vielsagenden Worten an: "Was soll aus dem Jungen noch werden? Entweder Weltstar oder Drogensüchtiger." Warum nicht beides? Schnelle Kostüm- und Stimmungswechsel durchziehen den Abend. Das Ensemble stüzt sich in glitzernden Abendroben in die für Rüping typischen Infantilitäten und feiert eine italienische Nacht im Berliner Drogenrausch. Nach der Party folgt der Kater, Kotz-Arien, Klo-Meditationen, diverse Aufenthalte in Suchtkliniken.

Die Rettung kommt von Udo. Das asiatische Double nimmt die vor dem durchdringenden Udo-Blick schützende Brille ab. Stuckrad-Barre kehrt in den Schoß der Familie zurück wie ein verlorener Sohn. Ein wenig pathetisch steht dann nach der Pause Sebastian Zimmler in seinem weißen Anzug an der Rampe und wendet sich direkt ans Publikum, macht Konversation, etwas, was dem monologisierenden Buch in seiner konsequenten Ichbezogenheit fehlt. Er holt Zuschauerinnen in eine Sitzecke mit Plastikpalme auf die Bühne und monologisiert seinen Text zu zweit. In den Arm möchte man ihn hier nehmen. Ein Bild, das für die Liebes- und Anerkennungsbedürftigkeit des Soloalbum-Manns Stuckrad-Barre steht. In L.A. endet eine lange Nacht im Rausch. Was bleibt, ist ein latentes Suchtverlangen nach Action und Ruhm in Kopf und Körper, das nur durch Schlaftabletten ruhig gestellt werden kann. 

Rüpings Inszenierung bleibt in den drei Stunden des Abends nah am Text des Autors. Die Dimension einer allgemeingültigen Analyse von Gesellschaft und Pop-Business, die zwischen den Zeilen von Stuckrad-Barres Suchtbekenntnissen steht, vermag aber auch Rüping nicht zu lesen. Stimmungsmäßig erfasst er den Roman allerdings wesentlich besser als Oliver Reese am BE, gerade weil er sich mehr Zeit dafür nimmt. Schauspielfutter für Selbstdarsteller ist Panikherz allemal. Alle bekommen hier ihren kleinen Soloauftritt. Und letztendlich überzeugt auch im Thalia Theater ein spielfreudiges Ensemble, das vom Publikum zurecht dafür gefeiert wird.'' schreibt Stefan Bock am 18. März 2018 auf KULTURA-EXTRA
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3.6
Durchschnittsnote aller Stücke
5 11
4 21
3 15
2 9
1 1
Kritiken: 38

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