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    Thalia Theater Hamburg
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    Raboisen 67 - 20095 Hamburg
    Telefon: 040 32814444
    SPIELPLAN & KARTEN

    Die Besessenen

    Bewertung und Kritik zu

    DIE BESESSENEN 
    von Albert Camus
    Regie: Jette Steckel 
    Premiere: 25. Januar 2023 (Lessingtage) 
    Thalia Theater Hamburg 

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    Zum Inhalt: Freiheit braucht Mut. In dieser Erkenntnis trifft sich Albert Camus’ unbeirrbarer Geist mit Dostojewskijs großer Erzählung „Dämonen“. Sie ist Ausgangspunkt für „Die Besessenen“ – einer Geschichte über die Abgründe der menschlichen Psyche und über das Verbrennen an den eigenen Ideen. Um den faszinierenden Nikolai Stawrogin gruppieren sich Nihilisten, Fromme, Gleichgültige, liberale Idealisten und Revolutionäre - ein Clash der Generationen und Überzeugungen. Die Zerrissenheit des Menschen im Kampf mit der Geschichte, in der alles, was nicht mit echter Er­fahrung zu Ende gedacht ist, zur Ideologie verkommt. 

    Albert Camus, Nobelpreisträger und einer der wichtigsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts, hat Dostojewskijs „Dämonen“ unter dem Brennglas der eigenen Existenzphilosophie verdichtet: Welche Haltung kann man der Welt entgegensetzen in Zeiten politischer und ökologischer Krisen - in der Freiheit und Vernunft von den Gegenkräften der Gewalt und des Absurden beherrscht werden? 

    Regie: Jette Steckel
    Bühne: Nadin Schumacher, Jette Steckel
    Kostüme: Pauline Hüners
    Dramaturgie: Emilia Linda Heinrich
    Musik: Felix Knopp, Lars Wittershagen
    Choreografie: Yohan Stegli
    Licht: Paulus Vogt

    3.0 von 5 Sterne
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    Jette Steckel inszenierte Camus´ Dramatisierung von Dostojewskis Roman Die Dämonen.
    1 Jahr her.
    Kritik

    ''Das Personal hat Jette Steckel etwas eingedampft. Es fehlt vor allem die Hausherrin und Mutter des Hauptprotagonisten Warwara Stawrogina. Barbara Nüsse spielt ihren heimlichen Verehrer, den liberalen Lehrer Stephan Werchowenski, Vater von Pjotr Werchowenski, der die schmächtige Schauspielerin auch mal hoch an die Rückwand presst. Ansonsten muss man, hat man kein Programmheft und ist des Stoffes nicht mächtig, schon sehr genau zuhören, um die verbliebenen Figuren erkennen und zuordnen zu können. Meist plötzlich aus der Gruppe heraus springen sie wie Cathérine Seifert als Dascha Schatowa, Maike Knirsch als Lisa Schigalewa oder Lisa Hagmeister als Marja Lebjadkina, heimliche Angetraute von Nikolai Stawrogin, in ihre Rollen.

    Wer da zu wem gehört, ist nicht immer gleich erkennbar. Julian Greis dröhnt erst als betrunkener Hauptmann Lebjadkin und gibt dann noch den Möchtegern-Mitumstürzler Wirginski. Dessen Schwager Schigaljow, Hauptideologe der Gruppe, fehlt im Aufgebot. Dafür darf Felix Knopp als Iwan Schatow noch auf einer Orgel an der Seite spielen und ein paar Popsongs zum Besten geben. Dazu wird auch ein- zweimal dämonisch in Reihe getanzt. André Szymanski ist als Liputin gelistet, hat aber auch Sätze des Verlobten von Lisa, Mawrikij, zu sagen. Als verrückter Mörder Fedka geistert noch Barbara Nüsse mit Maske umher. Wenn sie Lebjadkin und seiner Schwester Marja die Kehle durchschneidet, weiß man wieder, dass man irgendwo bei Camus oder Dostojweski ist.'' schreibt Stefan Bock am 31. Januar 2023 auf KULTURA-EXTRA

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    Unter Materialflut ächzende Diskurshölle
    1 Jahr her.
    Kritik

    Unermüdlich wälzen die Figuren mit quietschbunt gefärbten Haaren ihre philosophischen Diskurse. Das Publikum ist zu harter gedanklicher Arbeit herausgefordert. Kaum eine Atempause und nur wenige spielerische Momente gönnt Thalia-Hausregisseurin Jette Steckel ihrem Publikum und ihrem Ensemble. Zu Beginn ihrer Karriere hat sie bewiesen, dass sie auch aus so schwerer philosophischer Kost wie dem „Caligula“-Thesenstück von Albert Camus gemeinsam mit Mirco Kreibich in der Box des Deutschen Theaters herausforderndes und miteißendes Theater machen konnte. Doch diesmal lasten die statischen Tableaus und die enormen Textmassen gewaltig auf diesem langen Premierenabend mitten in der Arbeitswoche, mit dem das Thalia Theater sein Lessingtage-Festival einläutet.

    Völlig unvermittelt explodiert das über zwei Stunden bedeutungsschwer kreisende Diskurstheater in einer hypernervösen Choreographie, in der das Ensemble zuckt und zappelt. Erstaunlich, mit wie viel Elan und Beweglichkeit Barbara Nüsse in diesem Trubel mittendrin ist, obwohl sie in wenigen Wochen ihren 80. Geburtstag feiern wird. Ihr gehört auch der schöne Schlussmoment: „Leben Sie mehr!“, ruft sie uns im Saal zu und haucht ein letztes „Adieu“ hinterher, bevor sie seitlich am Bühnenrand abgeht.

    Mehr Lebendigkeit wäre auch ein Wunsch für diese ambitionierte, aber unter ihrer Materialfülle ächzende philosophische Diskurshölle, durch die Jette Steckel, Albert Camus und Fjodor Dostojewski das Publikum an einem Abend schicken, der vor der Premiere noch auf 2,5 Stunden gekürzt wurde. Eigentlich müsste er fünf Stunden dauern, erklärte Jette Steckel im Programmheft-Interview. Nur dann könnte sie alle philosophischen Gedanken der Vorlage unterbringen.

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