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Bewertung und Kritik zu

MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER
nach dem gleichnamigen Film
Regie: Ulrich Waller 
Premiere: 3. November 2018 
St. Pauli Theater Hamburg 

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Die WahrheitZum Inhalt: Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen – Halleluja! – französischen Katholiken zu heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden. Geschwächt durch Beschneidungsrituale, Hühnchen halal und koscheres Dim Sum ist ihr Toleranzvorrat restlos aufgebraucht. Doch auch Charles' Familie knirscht über diese Partie mächtig mit den Zähnen. Weniger um bei den Hochzeits-vorbereitungen zu helfen als sie zu sabotieren, lassen sich die Eltern auf ein Kennenlernen ein. Was folgt ist ein Gemetzel der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile. Bis das familiäre Federnrupfen dem Brautpaar die Lust an der Hochzeit zu verderben droht...

mit Patrick Abozen / Thando Walbaum, Holger Dexne, Hannah Rebekka Ehlers, Victoria Fleer, Patrick Heyn, Eric Lee Johnson, Knut Koch, Marina Lubrich, Andrés Mendez, Love Newkirk, Michael Prelle, Angela Schmid / Anne Weber, Anneke Schwabe, Martin Wolf / Cornelius Henne

Regie: Ulrich Waller
Bühne: Nina von Essen
Kostüme: Ilse Welter


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Vergnügliche Klischees
  · 12.11.17
Monsieur Claude hat vier Töchter, die eine bringt einen Juden, die nächsten einen Araber und die dritte einen Chinesen mit nach Hause in die katholische Provinz. Alle Hoffnung ruht nun auf der jüngsten Tochter. Doch die hat sich ausgerechnet in einen Schwarzen verguckt. Die Schwestern sind empört: Wie kannst du unseren Eltern so etwas antun, willst du es dir nicht noch einmal anders überlegen?

Die Ehemänner bzw. Ehemänner in spe, sind natürlich allesamt Franzosen, doch das zählt weder für die Eltern noch für sie untereinander. Zu allen Seiten werden die Klischees herzhaft gepflegt, was durch das überspitzte Drehbuch zu dem gleichnamigen Film von Philippe de Chauveron und Guy Laurent kräftig angeheizt wird. Der Jude ist ein erfolgloser Möchtegern-Geschäftsmann, der Araber ist ein aggressiver Macho und der Chinese ist ein diplomatischer Banker, der still lächelnd seine profitablen Geschäfte macht. Die Töchter haben die undankbare (typisch weibliche) Aufgabe, einen aufreibenden Spagat zwischen Ehemännern und Elternhaus hinzulegen.

Doch so wie der erfolgreiche Kinofilm so hat auch die kurzweilige Bühnenfassung im St. Pauli Theater zum Glück ein Happyend bei gutem Wein und Essen parat. Der Alkohol habe schon für so manche Verständigung zwischen den Kulturen gesorgt, ist die Überzeugung der französischen Bildungsbürger. So entsteht ein unterhaltsames Märchen auf der Bühne, auf dessen einfache Versöhnungsbotschaft sich alle im Zuschauerraum leicht einigen mögen. Michael Prelle sticht aus dem durchweg gut besetzten Ensemble heraus. Er schafft es in jeden seiner Sätze eine doppelte Botschaft mit hineinzulegen und so dem Stück auch bei der durchaus vorhandenen Klischeedichte immer wieder Tiefenschärfe zu geben.

Birgit Schmalmack vom 12.11.17
www.hamburgtheater.de
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