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    ANTHROPOLIS II: Laios

    Bewertung und Kritik zu

    ANTHROPOLIS II: LAIOS 
    von Roland Schimmelpfennig
     
    Regie: Karin Beier 
    Premiere: 15. September 2023 
    Deutsches Schauspielhaus Hamburg 

    Zum Inhalt: In Theben hebt nach dem Ende des Pentheus und der Machtübernahme durch Labdakos, einem weiteren Enkel von Kadmos, eine Zeit voller Gewaltexzesse an. Schließlich wird Laios, der Sohn des Labdakos, aus dem Exil zurückgeholt und inthronisiert. Doch kommt er nicht allein, der junge Chrysippos aus Pisa begleitet ihn. Ist er der Grund für die Kinderlosigkeit des neuen Königspaares Laios und Iokaste oder ist es doch der Orakelspruch der Seherin Pythia? Schon taucht die nächste Kreatur vor den Toren der Stadt auf: die Sphinx, ein Tierwesen aus Löwe, Frau und Vogel, das die  Stadt singend und rätselhaft in den mörderischen Wahnsinn treibt. In einem hochpoetischen und multiperspektivischen Monolog, der die verschiedenen Charaktere und Mythenvarianten über den Vater des Ödipus zu Wort kommen lässt, geht die Inszenierung der Frage nach, was das Paar Laios und Iokaste trotz des religiösen Verbotes dazu bewogen haben könnte, einen Nachkommen zu zeugen. Wie viel Verantwortung tragen die Eltern am Schicksal ihres Kindes Ödipus, das sie gleich nach der Geburt im Gebirge verschwinden lassen wollten? Wie viel Schuld wird von Generation zu Generation weitervererbt und wie viel Freiheit bleibt dem einzelnen, sich daraus wieder zu befreien?

    Mit Lina Beckmann

    Regie: Karin Beier
    Bühne: Johannes Schütz
    Kostüme: Wicke Naujoks
    Licht: Annette ter Meulen
    Video: Voxi Bärenklau
    Musik: Jörg Gollasch
    Dramaturgie: Sybille Meier


    WIR EMPFEHLEN

    3.0 von 5 Sterne
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    Virtuose Fingerübung
    4 months ago
    Kritik

    Lina Beckmann darf in dem 90minütigen „Laios“-Monolog einige Register ihres Könnens ziehen. Auf der bis zur Brandmauer geöffneten, fast leeren Bühne von Johannes Schütz wechselt sie munter die Rollen und Perspektiven. Alles steuert natürlich auf den Orakel-Spruch von Delphi zu: bei Beckmann ist Pythia eine schrullige alte Frau, die unter Hustenanfällen den Fluch herauswürgt, der auf dem Haus der Atriden und dem Sohn von Laios und Iokaste lastet.

    Wenn Beckmann nicht gerade den Laios in all seinen Entwicklungsstufen – als im Wald ausgesetztes, blutverschmiertes Kind, als junger Liebhaber von Chrysippos oder als nach Theben zurückgerufener König – gibt, dann übernimmt sie einfach alle anderen Rollen gleich mit. Neben der Gattin Iokaste performt Beckmann die komplette Ratsversammlung oder als besonderes Kabinettstücken die Sphinx als Mischwesen aus Frau, Vogel und Katze im blauen Pailetten-Kleid.

    Lina Beckmann schwitzt, spuckt, faucht, tanzt und fragt im Stil der wohlmeinenden Grundschullehrerin nebenbei auch noch ab, ob das Publikum bei Teil 1 des Marathons richtig aufgepasst hat und all die Namen richtig zuordnen kann.

    Das ist eine sichere Bank für ein volles Haus mit anschließendem Jubel für den Star, aber doch nur ein kleines Intermezzo im Serien-Marathon. Lina Beckmann trägt die 90 Minuten bis auf kurze Videoeinspieler auf der Zielgeraden und kommt ganz ohne „Anspielwurst“ aus. Natürlich bewältigt sie auch das. Aber es bleibt eine virtuose Fingerübung. Wer Lina Beckmann in Höchstform über die Langstrecke erleben will, sollte sie sich als "Richard the Kid and the King" ansehen.

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