Macbeth

Bewertung und Kritik zu

MACBETH
Giuseppe Verdi
Regie: Michael Thalheimer 
Premiere: 4. September 2022 
Deutsche Oper am Rhein - Düsseldorf / Duisburg 

Zum Inhalt: „Macbeth“ nach Shakespeares vielgespieltem Drama ist ohne Zweifel das dämonischste Werk von Giuseppe Verdi (1813–1901). Es handelt von der vergänglichen Natur der Macht und zeigt, wie eine Kette von Gewalt, Terror und Paranoia entsteht und einen achtbaren Kriegsmann zu einem Tyrannen und hilflosen Schlächter werden lässt. Durch die Prophezeiungen von Hexen wird Macbeth von einem beispiellosen Ehrgeiz und Machthunger befallen, den seine Frau noch schürt und gefährlich aufheizt. Doch mit der Macht wächst die Schuldenlast und mit der Zahl der Verbrechen der Wahnsinn.

Musikalische Leitung: Antonino Fogliani
Inszenierung: Michael Thalheimer

Bühne: Henrik Ahr
Kostüme: Michaela Barth
Licht: Stefan Bolliger
Chorleitung: Gerhard Michalski
Dramaturgie: Bettina Auer/Anna Grundmeier


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Triste Party
  · 06.09.22
''Der szenische Auftakt setzt den Maßstab für den restlichen Abend: Zuckende Leiber der Hexen, Blitze, die schlagartig die Szenerie erhellen, ansonsten Dunkel. Das ist sehr viel Effekt und Vorgeführtes. Daran schließt das Dirigat von Antonino Fogliani nahtlos an. Es fehlen die Zwischentöne, das Fragende, Suchende, Innige. Eher ist das musikalisch Laute, Knallige gefragt. So verpufft auch die Wahnsinnsarie der Lady gegenüber ihren anderen Soloauftritten, die dazu anregen, stimmliche Brillanz zu präsentieren. Ewa Płonka als Lady gelingt Letzteres vortrefflich, mehrmals reißt sie das leicht begeisterungsfähige Publikum zu Bravorufen hin. Aber es berührt nicht. Stimmlich nicht ganz auf der Höhe leider Hrólfur Saemundsson als Macbeth. Oder ist das Programm, weil er den Wünschen seiner Frau nicht viel entgegenzusetzen hat?

Die Inszenierung hat ihre Stärken nach der Pause, etwa wenn plötzlich alles rot erstrahlt oder wenn in der nebelwabernden Hexenszene, in der Macbeth sein finales Schicksal erfährt, eine Reihe von früheren und kommenden Königen auftreten. Der sagenumwobene Wald von Birnam, dem Macbeth sich schließlich beugen muss, mutet dagegen an wie ein Haufen Trockenholz. Unklar bleibt, wovon hier die Gefahr ausgeht. (...) Es bleibt alles sehr kühl in diesem Macbeth, geradezu ein wenig langweilig. Einen starken Moment hat die Inszenierung dann doch noch kurz vor Ende: Der Usurpator ist überraschend schnell gestorben, kein großer Abgang für Macbeth, und es wird kleinkariert um seine Krone gestritten. Klar ist, es wird keinen Deut besser werden, weil es den ehrgeizigen Nachfolgern immer nur um sich selbst und ihre Macht geht.'' schreibt Karoline Bendig am 5. September 2022 auf KULTURA-EXTRA
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