Theater Dortmund
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    Das Internat

    Bewertung und Kritik zu

    DAS INTERNAT
    von Alexander Kerlin und Matthias Seier
    Regie: Ersan Mondtag 
    Premiere: 9. Februar 2018 
    Theater Dortmund

    Eingeladen zum 56. Berliner Theatertreffen (2019) 

    Zum Inhalt: Ein Internat wie gemalt, am Ende von Raum und Zeit. Eine romantische Gemeinschaft von siebzehn Jungen, von Lehrern keine Spur. Die Hierarchien sind klar, die Territorien abgesteckt. Die Rituale bestimmen den glücklichen Tag: es wird gegessen, geduscht, Sport betrieben, bis zur Erschöpfung gelernt.
    Aber ist alles so, wie es scheint? Noch mal von vorne. Ein Internat am Ende von Raum und Zeit. Traum und Wirklichkeit sind eins, die Pendel der Uhren schlagen rückwärts und die Herzen der Schüler im Takt der Angst. Wenn es Abtrünnige gibt, werden sie rasch entsorgt. Wer hat die Macht? Wem gehört das Haus, das vor Waffen strotzt? Wer ist Opfer, wer ist Täter? Wer ist das Kind, das spricht? Kommt die Revolution?

    Mit: Massiamy Diaby, Klara Eham, Christian Freund, Frank Genser, Johannes Hoff, Bettina Lieder, Max Poerting, Philipp Joy Reinhardt, Jojo Rösler, Uwe Rohbeck, Alicja Rosinski, Ansgar Sauren, Vera Hannah Schmidtke, Uwe Schmieder, Nairi Sevinc, Philipp Steinheuser, Merle WasmuthRegie: Kay Voges 

    Regie, Bühne und Kostüme: Ersan Mondtag
    Dramaturgie: Alexander Kerlin
    Komposition: T.D. Finck von Finckenstein
    Licht: Rainer Casper
    Realisierung des Kostüms, Kostümmalerei: Annika Lu Hermann
    Video-Art: Tobias Hoeft
    Leiterin Beleuchtung: Sibylle Stuck
    Ton: Jörn Michutta, Andreas Sülberg, Tim Grote

    TRAILER


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    Düstere Collage über Kreislauf der Gewalt
    5 years ago
    Kritik
    Mondtag zeichnet ein suggestives Bild vom Kreislauf der Gewalt. Mobbing, Drill, das bekannte Radfahrerprinzip des nach oben Buckelns und nach unten Tretens ziehen sich durch den nur knapp 90 Minuten kurzen Abend, der mit einem in die Enge getriebenen Mitschüler beginnt und mit Maschinengewehrsalven endet. Statt eines Plots wie im klassischen Erzähltheater ruft Mondtag Motive aus der Internatsliteratur von Herman Hesse bis Robert Musil auf, aus denen eine stimmige Collage entsteht. Eine raunende Mädchenstimme führt in den Abend ein, zitiert Textfetzen von Heiner Müller und gibt damit den düsteren Ton vor, der konsequent durchgehalten wird. „Das Internat“, das Mondtag gemeinsam mit Dortmunder Ensemble-Mitglieder und dem 2. Studienjahr der Folkwang-Schule entwickelte, gehört zu den besseren Arbeiten des hoch gehandelten Shootingstars. Mit „Die letzte Station“ produzierte er am Berliner Ensemble einen schnell abgesetzten Flop, sein „Internat“ hat ein anderes Format und überzeugt nicht nur ästhetisch, sondern als anregender Theaterabend. Weiterlesen
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