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Bewertung und Kritik zu

TERRA IN COGNITA 
Choreografisches Figurentheater
Regie: Jo Fabian
Premiere: 27. Januar 2018 
Staatstheater Cottbus 

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Zum Inhalt: Die Inszenierung Jo Fabians ist der Versuch, die Entwicklungsgeschichte der Menschheit in drei Bildern zu erzählen. Für das Große Haus entwarf der Regisseur, Bühnenbildner, Videokünstler und Choreograf drei gleichnishafte, bildgewaltige Bühnenräume, in denen das Schauspielensemble und ein Musiker exemplarische Formen menschlichen Zusammenlebens gestalten. Acht Wochen lang erforschten die Schauspielerinnen und Schauspieler den Zustand der menschlichen Seele, arbeiteten sich ab an historischen Figuren und widmeten sich beispielhaft wirkenden Verhaltensmustern. So entstand ein kunstvoller Blick auf die Menschheitsgeschichte und ihr Potenzial für die Zukunft.

Mit Ilona Raytman, Lisa Schützenberger, Michaela Winterstein, Michael von Bennigsen, Kai Börner, Rolf-Jürgen Gebert, Gunnar Golkowski, Thomas Harms, David Kramer, Boris Schwiebert, Axel Strothmann, Lars Neugebauer

Regie/Choreografie/Bühne/Kostüme/Video: Jo Fabian
Vokalkomposition/Musikalische Einstudierung: Hans Petith
Schlagwerk-Einstudierung/Sounddesign: Lars Neugebauer
Dramaturgie: Lukas Pohlmann
Regieassistenz: Romy Schwarzer
Ausstattungsassistenz: Hans-Holger Schmidt


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Menschheitsgeschichtliches
  · 22.04.18
''Die Welt ein einziges Irrenhaus aus Religion, Vorurteilen und Ideologie. Immer wieder geht einer der Insassen an ein Mikrofon an der Rampe. Der Mieteintreiber zählt Geld, ein Pater im Talar bekommt eine Handentspannung, ein orthodoxer Jude rezitiert aus Schriften Richard Wagners und Friedrich Nietzsches, ein SS-Mann fordert die totale Mietzahlungsverweigerung und fordert den Juden auf, den Davidstern zu tragen, eine blinde und scheinbar traumatisierte Frau droht mit einer Schere. Immer wieder setzen sich alle und singen das Tiroler Volkslied „Fein sein, beieinander bleibn“. Jo Fabian bringt einen politischen und religiösen Querschnitt der Weltbevölkerung aus Christ, Jude und Beduine auf engstem Raum zusammen. Stereotypen und Klischeeträger, die sich gegenseitig das Leben schwer machen und trotzdem verurteilt sind, gemeinsam auf einem untergehenden Dampfer den Weg zu den Rettungsbooten zu finden. 

Das ist z.T. recht witzig gemacht, wenn auch mancher allzu plumpe Gag ins Leere laufen mag. Spätestens im dritten, wieder sehr rhythmisch durchchoreografierten Teil findet die Botschaft des Regisseurs seine Adressaten, wenn das gesamte Ensemble in schwarzen Gewändern zum Takt des Einpeitschers vom Beginn zu weiteren Videoeinspielungen eine emotional treibende Bild-Soundcollage performt. Die letzten Worte gehören Charlie Chaplin mit seiner ergreifenden Schlussrede aus dem Film Der große Diktator: „Es tut mir leid, aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht. Ich möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt.“ In diesem Sinne könnte der Abend auch eine Art Erkenntnisprozess in Gang setzen. „Wer nicht denken will, fliegt raus.“ steht auf einem Flugblatt im Foyer. Und das ist nicht nur für die Region Brandenburg oder die Stadt Cottbus wichtig. Mögen die letzten Sätze da nicht gänzlich ungehört verhallen.'' Stefan Bock am 22. April 2018 auf KULTURA-EXTRA
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