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Bewertung und Kritik zu

DER AUFHALTSAME AUFSTIEG DES ARTURO UI
von Bertolt Brecht
Regie: Malte Kreutzfeldt 
Premiere: 27. Januar 2018 
Staatstheater Cottbus 

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Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo UiZum Inhalt: Wirtschaftskrise in Chicago. Die Geschäftsleute des Karfiol­trusts finden keinen Absatz mehr für Blumenkohl und anderes Gemüse. Verzweifelt suchen sie nach Auswegen aus der Misere. Da erscheint mit Arturo Ui eine Person auf der politischen Spielfläche, deren Weg tief unten in der Bronx begann und deren Markenzeichen ein faszinierendes Charisma, der Browning sowie eine Truppe harter Jungs sind. Arturo Ui weiß die Ängste der anderen für eigene Ziele zu nutzen, agiert mit subtilen Taktiken der Verführung, mit offener Bedrohung und blutiger Gewaltausübung. Ui schafft sich Rückhalt im Karfioltrust, erzwingt die Fürsprache der integersten Person der Stadt, erpresst Schutzgelder von kleinen Gemüsehändlern, manipuliert die Justiz und schaltet Widersacher radikal aus. – Gibt es Situationen oder Konstellationen, die Arturo Ui‘s Aufstieg aufhalten können? Wie ist es mit Widerstand bestellt in einer Gesellschaft, in der in allen Bereichen Eigeninteressen im Vordergrund stehen?

Bertolt Brecht begann im finnischen Exil 1941 mit der Arbeit an diesem „Gangsterspektakel“, das erst nach seinem Tod uraufgeführt wurde. War das Stück für ihn eine satirische Bearbeitung des Aufstiegs Hitlers, wird es mit Blick auf willkürlich und diktatorisch agierende Politiker unserer Gegenwart geradezu eine hochaktuelle, pointierte, politische Farce.

Regie & Bühne: Malte Kreutzfeldt
Kostüme: Katharina Beth
Dramaturgie: Bettina Jantzen
Regieassistenz: Maria Bock


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2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Gangster, Knarren und Kohlköpfe
  · 28.01.18
''Den Prolog des Ansagers teilt Kreuzfeldt auf zwei Mädchen auf, die immer wieder im Stück Teile daraus aufsagen. Das mag eine Konzession an Brechts epischen Stil sein, sonst ist das nur netter Gag, genau wie die Auftritte von Gunnar Golkowski und Thomas Harms als Uis Kumpane Givola und Giri. Letzterer trägt die Hüte der von ihm Umgebrachten übereinander. Die Lehrstunde des kleinen Diktators Ui wird dann ganz zur clownesken Chaplinade mit Reclamheften dem ganzen Ensemble als Schauspielerchor. Hier darf sich Fischer zum ersten Mal als großer Populist auf dem Tisch zeigen. Bedrohlich ernst wird es an diesem Abend dann allerdings erst recht spät. 

Bis dahin spult die Regie brav alle Stationen des Stücks ab, vom Pakt mit Dogsborough und dem Karfioltrust über den Lagerhausbrand mit gefaktem Prozess und falschen Zeugen bis zum Verrat und Mord am außer Kontrolle geratenen Roma (Volker Weidlich), der dem Aufstieg des alten Busenfreunds im Wege steht. Im Wege scheinen dem Regisseur auch sein Hang zur großen Oper und die Last der Vorbildern gestanden zu haben. Schon Heiner Müller hielt nicht viel von Brechts Stück. Er hat es als böse Farce mit lauten Showeffekten inszeniert. Leider ist auch in Cottbus trotz starker Hauptdarstellerin und guter Ensembleleistung außer Gangster-Show nicht allzu viel mehr zu sehen.'' schreibt Stefan Bock am 28. Januar 2018 auf KULTURA-EXTRA
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Intelligente Inszenierungsarbeit
  · 29.01.18
''Regisseur und Bühnenbildner Malte Kreutzfeldt hat sich gehörig was einfallen lassen. Er hat, gemeinsam mit der Dramaturgin Bettina Jantzen, klug gerafft – und er hat einen filmisch anmutenden Inszenierungsstil entwickelt. Das sorgt dafür, dass die Emotionen nicht zu kurz kommen, dass Lehrstückhafte zugunsten praller Alltagsspiegelung etwas zurücktritt, ohne denunziert zu werden.

Wie der Text von Bertolt Brecht ja auf starke Schwarz-Weiß-Kontraste setzt, so baut die Inszenierung optisch auf Schwarz-Weiß-Effekte. Das gibt den Figuren schon äußerlich starke Kontur, unterstützt das kräftige Tempo durch Akzentuierung. Zunächst sieht das nach einem Film noir aus, also wie ein Gangsterfilm aus dem Hollywood der 30er, 40er Jahre, dann, zum Finale hin, erinnert es eher an surrealistische Dramen eines Luis Buñuel.

Kurz: die Inszenierung bietet viele Assoziationen – so dass wir als Zuschauer viele Ansätze zum Mitdenken bekommen – zum Nachdenken über unser Hier und Heute. Das ist sehr schlüssig, ungemein sinnlich und packend. Da muss dann auch nicht vordergründig die heute in Cottbus lodernde Gewalt gezeigt werden – die spürt jeder im Saal. Hier passiert etwas, was sehr selten ist: Die Inszenierung ist klüger als das Stück selbst.'' schreibt Peter Claus auf kulturradio.de
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