Wonder Woman

Bewertung und Kritik zu

WONDER WOMAN
von Antonio Latella
Premiere: 4. September 2021 
Staatstheater Cottbus 

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Zum Inhalt: Im Jahr 2015 sprach ein italienisches Gericht einige Jungen vom Vorwurf der Vergewaltigung frei, weil das Opfer, ein 18-jähriges Mädchen, angeblich zu „männlich“ sei und damit als zu un­attraktiv galt, um eine solche Handlung zu rechtfertigen. Wonder Woman, Königin der Amazonen und der Feder des Erfinders des Lügendetektors, Professor Marston, ent­sprungen, nutzt diese Schreckensnachricht, um zu hinterfra­gen, wie viele und welche Wege die Wahrheit nehmen kann. Wird sie von der Justiz oder dem gesunden Menschenverstand sanktioniert? Wie manipulierbar ist sie und welchen Stand­punkten unterliegt sie?

Wonder Woman wird nicht nur zu einem möglichen Symbol für die Emanzipation der Frau, sondern vor allem wird sie zu derjenigen, die die Überwindung aller Lügen zugunsten der wirklichen Objektivität der Dinge fordert. Mit ihrem Lasso, dem Lasso der Wahrheit, bringt sie ihre Feinde dazu, die Wahrheit zu sagen.

Regie/Text: Antonio Latella
Dramaturgie/Text: Federico Bellini
Dramaturgische Mitarbeit: Lisa Mell
Übersetzung: Francesca Spinazzi
Kostüme: Simona D'Amico
Choreografie: Francesco Manetti
Deutsch-italienische Regieassistenz: Viktoria Feldhaus


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Spielzeitbeginn am Staatstheater Cottbus
  · 07.09.21
''In der ebenso wie der Zorro-Teil mit Musik und Tänzen choreografierten Performance beleuchten die vier Schauspielerinnen den Fall bis in die peinlichen Verhöre der Polizisten, die der jungen Frau nicht glaubten, da sie sich angeblich in Ungereimtheiten verstrickt hätte. Das Opfer wurde letztendlich zum Täter gemacht, indem man der Frau vorwarf, Alkohol und Drogen zu sich genommen zu haben, den Geschlechtsverkehr zuerst gewollt zu haben und dann wieder nicht. Ein an die Nieren gehender Text, ein Ringen um Wahrheit und Gerechtigkeit, vom Damenquartett mit viel Verve vortragen und bildlich in Szene gesetzt. Dazu jonglieren sie mit neonfarbene Hula-Hopp-Reifen als Ringe der Wahrheit.

Latella schickt seine vier Spielerinnen dann noch in die griechische Tragödie, wenn sie als Richterinnen mit schwarzen Hauben wie die antiken Rachegöttinnen Gericht halten und sich für ihr Urteil gegenüber den Medien rechtfertigen. Auch hier kommt dann noch der Schwenk hin zur Superheldenfigur. Vier Wonder Women, die sich in silbernen Kleidern und hochhackigen Schuhen als „Flamme der Wahrheit“ emanzipieren. Das ist klarer aber auch plakativer als der erste diskursiv angelegte Zorro-Text. Das mag letztendlich etwas zu Ungunsten der Damen gehen. Emotional gesehen sind sie aber sicher die Siegerinnen des Abends, wenn es das überhaupt nötig hat.'' schreibt Stefan Bock am 7. September 2021 auf KULTURA-EXTRA
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