fringe ensemble: Rauschen

Bewertung und Kritik zu

RAUSCHEN 
fringe ensemble
Regie: Frank Heuel 
Premiere: 28. Januar 2022 (Theater im Pumpenhaus Münster) 
Bonn-Premiere: 4. Februar 2022  
Theater im Ballsaal Bonn

Zum Inhalt: Hören Sie es? Das Rauschen. Den Sound unserer Welt. Auf allen Kanälen, ob zuhause oder in der Öffentlichkeit, die Welt rauscht: Der Strom von Informationen, Mitteilungen, Bildern reißt nicht ab und ergibt ein vielgestaltiges Sprach-, Bild- und Soundrauschen, das je nach individueller Stimmungs- und konkreter Weltlage mal hell, mal dunkel, mal leise, mal laut grundiert ist.
Wir filtern bewusst oder unbewusst aus, bewegen uns dabei in kleineren oder größeren Filterblasen, kämpfen um Übersicht und lassen vieles einfach durchrauschen. Ein etwaiges Funkloch genießen wir in gleichem Maße, wie es uns nervös macht, der unterbrochene Strom schafft Entschleunigung und Stress. Ist die Verbindung zur Welt wiederhergestellt, sind wir beruhigt und gleichzeitig dem ruhelosem Strom wieder anheim gegeben.

Mit: Alejandra Jenni, Nicole Kersten, Manuel Klein, Bettina Marugg, Tony Ouedraogo

Künstlerische Leitung: Frank Heuel, Annika Ley
Regie: Frank Heuel
Bühne, Kostüme, Video: Annika Ley
Musik/Sound: Ömer Sarıgedik
Live-Musik/Sound: Ozan Tekin
Dramaturgie: Harald Redmer
Assistenz: Jennifer Merten
Produktionsleitung: Svenja Pauka
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Claudia Grönemeyer


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Ewigwaberndes Reizgewitter
  · 10.02.22
''Bettina Marugg tritt gegen Ende mit einem meditativ-mantra-artigem Gesangssolo nach vorne. Sie singt nachdenklich in Endlosschleife den Refrain aus Midnight Oils Beds are burning (1987): „How can we dance/ When our earth is turning?/ How do we sleep/ While our beds are burning?” Der Charterfolg von Midnight Oil ist ein politisches Lied, das von der gewaltsamen Vertreibung eines australischen Aborigine-Stammes in den 1950ern und 60ern handelt, deren Lebensraum aufgrund von Atomwaffentests nuklear kontaminiert wurde.

Dazu schafft Sounddesigner Ömer Sarigedik eine spannungsvolle Klanglandschaft, die zwischen meditative-sphärisch und leidenschaftlich rhythmisch dahinbrodelt. Während des Gesangs befestigen vier Darsteller – nun in oranger Warnschutzkleidung – vorbereitete Eisplatten sorgfältig an Leinen (Bühne und Kostüme: Annika Ley). Alsbald fließt im Theater im Ballsaal Wasser von den Eisplatten nach unten ab. Ein Symbol für Zerbrechlich- und Vergänglichkeit.

Regisseur Frank Heuel hat hier eine nachdenkliche Szenencollage geschaffen, die leider etwas disparat erscheint und trotzdem nachzuklingen vermag. Das sehenswertere Nachfolgeprojekt Stürmen wirkt weniger ambitioniert, dafür aber deutlich unterhaltsamer.'' schreibt Ansgar Skoda am 8. Februar 2022 auf KULTURA-EXTRA
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