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Bewertung und Kritik zu

FAUST 
nach Johann Wolfgang von Goethe
Regie: Frank Castorf
Premiere: 3. März 2017 
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

Eingeladen zum 55. Berliner Theatertreffen (2018) 
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Zum Inhalt: „Der Kolonisierte heilt sich von der kolonialen Neurose, indem er den Kolonialherren mit Waffengewalt davonjagt.“ So kommentierte Jean-Paul Sartre Anfang der 60er Jahre den Befreiungskampf der französischen Kolonien  in Nord-Afrika, vor allem Algeriens. Schlüsselmomente dieses Wechselspiels von Auflehnung und blutiger Niederschlagung waren 1945 der Aufstand von Sétif und nach Jahren des Krieges das Paris-Massaker 1961; fast 300 Tote im Herzen der 5. Republik.

Mit: Thelma Buabeng, Frank Büttner, Angela Guerreiro, Hanna Hilsdorf, Marc Hosemann, Sophie Rois, Lars Rudolph, Alexander Scheer, Sir Henry, Lilith Stangenberg, Abdoul Kader Traoré, Valery Tscheplanowa, Martin Wuttke und Daniel Zillmann

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Regie: Frank Castorf
Bühne: Aleksandar Denic
Kostüme: Adriana Braga
Licht: Lothar Baumgarte
Kamera: Andreas Deinert, Mathias Klütz, Adrien Lamande
Videoschnitt: Jens Crull, Maryvonne Riedelsheimer
Ton: Tobias Gringel, Christopher von Nathusius
Tonangel: Dario Brinkmann, William Minke
Dramaturgie: Sebastian Kaiser


 
Meinung der Presse zu „Faust“ - Volksbühne


FAZ
★★★★☆

rbb
★★★★☆

taz
★★★★☆

nachtkritik
★★★★★

Berliner Zeitung
★★★★★

Der Tagesspiegel
★★★★★

Die Welt
★★★★★

Zitty
★★★★★

tip
★★★★★


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4.2/5 Insgesamt 13 Bewertungen (4 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Assoziationsgewitter & Macho-Allüren
  · 07.05.18
''Faust als Landnehmer zu interpretieren und Gretchen als aufreizende Frau, ist zwar durchaus nachvollziehbar und gewinnt dem Drama neue Aspekte ab. Doch die Verschränkung mit dem Algerienkrieg und Emile Zola ist völlig beliebig. Genau so gut hätte Castorf auf den Syrienkrieg oder Vietnam verweisen können. Eine historisch oder politisch stringente Auseinandersetzung ist hier nicht ablesbar – Castorf hat viel mehr, wie so oft, persönliche Lesefrüchte eingebaut, die alles andere als zwingend sind. Dieses Assoziationsgewitter bricht herein, ohne, dass es intellektuell überzeugen kann und sorgt für einen ewigen Leerlauf mit schwachen Fremdtexten. Drei Stunden hätte man großzügig kürzen dürfen und den Abend auf seine stärksten Szenen komprimieren: jene aus dem Faust-Mythos.

Generell kann einen das Frauenbild, das Castorf seit Jahrzehnten ausstellt, mehr und mehr befremden. Fast alle Spielerinnen müssen mit nackten Brüsten im Nuttenfummel über die Bühne staksen, stundenlang. Die Inszenierung gibt inhaltliche Gründe vor: Faust ist schließlich der lüsterne Mann, Nana eine Kurtisane. Doch die Art, wie sich Castorf daran ergötzt, ohne Not reihenweise nackte, wippende Brüste vorzuführen, ist schlicht unangenehm. Castorf kennt nur zwei Kategorien von Frauen: die Heilige und die Hure.

Wie ein Theaterbetrieb, der bei jedem politisch nicht ganz korrekten Wort, das auf der Bühne fällt, aufschreit, ständig "Diversity!" und "Gendergerechtigkeit!" einfordert, nach wie vor diese Macho-Allüren durchwinkt, ist völlig schleierhaft.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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Faust zwei
  · 07.03.17
''Castorf hatte sich schon immer, und v.a. intellektuell, gründlich wie allumfassend auf die ihn erwartenden Regie-Arbeiten vorbereitet; ja und aus der vielfach vorgearbeiteten Theorie vermochte und vermag er freilich selten ein auf ganz bestimmte Über- und Zentralthemen geeichtes Etwas vorzuweisen - meistens (also immer) blies er dann schlussendlich und mit voller Tatkraft in den Riesenhaufen seiner federflaumigen Ideenspäne, dass es nur so um ihn her wirbelte - ununabhängig davon, dass sein hochpraktisches Herangehen natürlich mehr noch lüstern als im Wesentlichen philosophisch war und ist. 
Die ihn jahrzehntelang in seinem fast schon infantil zu nennenden Zertrümmerungsbemühen treu begleitet habenden VB-Hörigen setzten ihm & sich - um nur ein Beispiel dieses Ausfasernden seiner Arbeit zu benennen - ein schon fast privat zu nennendes Familiendenkmal nach den ersten vier (von insgesamt weit über sieben) Stunden Spieldauer, indem so eine Art Theater im Theater als gestaltete/gelebte Probe eines x-beliebig anmutenden Boulevardstücks hochgenüsslich zelebriert wurde; und Daniel Zillmann (als Theaterdirecteur Monsieur B. aus Émile Zolas Nana gelistet) tat sogleich zum Castorf in gelebtester Aktion mutieren...'' schreibt Andre Sokolowski am 7. März 2017 auf KULTURA-EXTRA
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Castorfs Faust
  · 13.03.17
Der „Faust“ reicht dennoch nicht an seine beiden Arbeiten aus der vergangenen Spielzeit („Karamasow“ und „Die Kabale der Scheinheiligen“) heran, die seinem Star-Aufgebot noch wesentlich mehr Gelegenheit gaben, in Kabinettstückchen zu glänzen, weit weniger Längen hatten und auch konzeptionell schlüssiger waren.
Wie bei den meisten Volksbühnen-Inszenierungen dieser Spielzeit von Marthaler bis Pollesch durften auch hier Gags über den Nachfolger Chris Dercon nicht fehlen. Statt subtiler Pointen blieb es aber bei recht faden Witzen. Weiterlesen
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Jeder Auftritt ein funkelnder Diamant
  · 04.03.17
''Das Ensemble läuft zu großer Form auf. Martin Wuttke ist als Faust kein heroischer Wissenschaftler, sondern ein Neurotiker. Er taumelt über die Bühne, stürzt, rappelt sich auf und bellt seine Texte heraus. Das hat so viel Kraft und Ausdrucksreichtum, dass es einfach faszinierend ist.'' schreibt Oliver Kranz auf kulturradio.de
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SPIELPLAN & KARTEN
3.2
Durchschnittsnote aller Stücke
5 30
4 59
3 55
2 33
1 27
Kritiken: 66
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