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Bewertung und Kritik zu

WEST SIDE STORY 
Der original Broadway-Klassiker
Premiere: 6. Juli 2019 (Gastspiel) 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin 

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Zum Inhalt: Das provokante Fingerschnippen der Straßengangs, das Aufheulen der Polizeisirenen, die fliegenden Röcke der Puerto Ricanerinnen über den Dächern New Yorks, ewige Liebe und verhängnisvolle Feindschaft in den heruntergekommenen Hinterhöfen der West Side – nur wenige Töne der wirbelnden Kompositionen Leonard Bernsteins wie Maria, Tonight, Somewhere, America und I Feel Pretty genügen, um Bilder wie diese wachzurufen. Ab November 2016 ist West Side Story, eines der erfolgreichsten Bühnenstücke aller Zeiten, endlich wieder in Deutschland und der Schweiz in der preisgekrönten Inszenierung zu erleben, die als weltweit einzige die Originalchoreografie von Jerome Robbins zeigt. Von London über Paris bis Sydney und Berlin sorgte sie bereits für ausverkaufte Häuser und wurde für Londons renommiertesten Theaterpreis, den Laurence Olivier Award, nominiert.

Musikalisch wie tänzerisch definierte West Side Story mit der Broadway-Premiere 1957 ein ganzes Genre vollkommen neu. Die mit zehn Oscars ausgezeichnete Verfilmung machte sie einem Millionenpublikum bekannt. Bis heute steht sie als unangefochtene Nummer 1 des amerikanischen Musiktheaters für sich: mutig, realistisch und so brisant wie am ersten Tag. In Joey McKneelys Inszenierung wirkt sie so frisch und dynamisch als hätte sie erst gestern Premiere gefeiert. Das liegt nicht zuletzt an der technischen Brillanz und umwerfenden Energie der jungen, in New York gecasteten Darsteller. In dieser Inszenierung lassen sie gemeinsam mit dem großartigen, kongenial geführten
Orchester Choreografie, Musik und Texte von West Side Story zu einem pulsierenden, energiegeladenen Gesamtkunstwerk verschmelzen.

Lassen Sie sich begeistern von dieser hochemotionalen, spannungsgeladenen Inszenierung des grandiosen Meisterwerks!

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3.7/5 Insgesamt 3 Bewertungen (3 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Lieber in die Komische Oper
  · 08.07.19
''Bei der Beschreibung des Musikalischen muss man sich an das halten, was aus den Lautsprechern kommt. Sängerinnen, Sänger und Orchester werden massiv verstärkt, so dass es bisweilen übersteuert und verzerrt in den Trommelfellen klingelt. Immerhin kann die junge Darstellerin der Maria, Sophie Salvesani, für einige Momente so etwas wie Wärme in der Stimme transportieren. Das kleine Orchester, das im Vergleich zu den in Bernsteins Original-Partitur verlangten 31 Musikern sogar noch um zehn reduziert wurde, muss deswegen so hochgezogen werden, dass alles wie durch einen Computer gejagt klingt. Der Musical- und Bernstein-Experte Donald Chan hält das souverän zusammen, nur klingt es beklagenswert künstlich.

Klar: das ist nicht für ein klassisches Opernpublikum gedacht, eher für Menschen mit Popaffinität, die an solche extremen akustischen Verstärkungen gewohnt sind. Und sicherlich haben viele Touristen dieses Sommergastspiel genutzt, um einfach mal in die restaurierte Staatsoper zu kommen. Choreographisch ist das eine perfekte, an das Original angelehnte Aufführung. Aber wer eine wirklich berührende "West Side Story" erleben will, hat dazu eher die Gelegenheit in der Komischen Oper Berlin. Da hat Barrie Kosky Schicksale inszeniert, die einen wirklich etwas angehen, und auch musikalisch spielt das dort in einer ganz anderen Liga – zehnmal wieder in der kommenden Spielzeit – eine Empfehlung …'' schreibt Andreas Göbel auf rbbKultur
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0 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Der Klassiker ganz klassisch
  · 07.07.19
Die West Side Story - ein Musical-Klassiker, der sich um zwei Banden dreht, die sich bekämpfen. Und zwischen den Fronten Maria und Tony, zwei Liebende, die am Ende keine Chance haben. So der Inhalt in Kurzform; an den Melodien dieses weltbekannten Musicals wie Maria, Tonight, America, I Feel Pretty oder Somewhere aus der Feder Leonard Bernsteins ist wohl kaum jemand vorbeigekommen.
Dieser Tage nun ist die Geschichte von der Upper Westside zu Gast in der Staatsoper unter den Linden, gleichzeitig auch als erste Sommer-Gastbespielung seit der Wiedereröffnung im umgebauten und sanierten Opernhaus, noch bis zum 14. Juli.
Und der Prolog lässt ahnen, in welche Richtung der Abend geht. Es ist weniger der blutige Krieg der beiden Banden, der präsentiert wird als vielmehr die tänzerische Umsetzung der Konflikte, auf der der Fokus liegt. Das Erbe von Jerome Robbins, dem ersten Regisseur und Choreografen der West Side Story ist unübersehbar, er nutzte den Tanz als Kunstform, um die rivalisierenden Gruppen zu charakterisieren, darüber hinaus auch als zentrales Kommunikationsmittel. Joey Mc Neelys jetzige Inszenierung funktioniert ganz im Geiste des Originals, auch bei ihm wird die tänzerische Umsetzung zum Mittelpunkt.
Und die rivalisierenden Kämpfe sind überzeugend choreografiert, das vor allem australische Ensemble agiert mit viel Temperament, Präzision und höchster Professionalität. Allen voran Chloé Zuel, die in der Rolle der Anita sowohl schauspielerisch als auch tänzerisch mit ihrer Rolle verwachsen scheint. Wofür sie sich am Ende auch den größten Applaus abholt. 
Das Bühnenbild besteht aus beweglichen Seitenteilen, mit Balkonen und Feuertreppen, auf der Hinterwand ebenfalls wechselnde Videoinstallationen, die monochrom auch mal zu einem beeindruckenden Bild des vor ihr tanzenden Ensembles wird, die Lichttechnik unterstützt effektvoll.
So wie die vor allem jungen Darsteller auch gesanglich überzeugen, allen voran Sophie Salvesani als Maria und Todd Jacobson als Tony, auch wenn ihnen die Leidenschaft ein wenig abgeht.
Schön aber, wie das Immigrantenthema aufgenommen wird, zum Beispiel im deutlichen spanischen Dialekt der Sharks, aus Puerto-Rico kommend, im Gegensatz zu den Jets, die sich trotz polnischer Wurzeln als Platzhirsche sehen. In Sachen Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass hat sich in über 60 Jahren also nicht viel geändert seit der Uraufführung 1957 am New Yorker Broadway.
Das Publikum zeigt sich begeistert, mit Standing Ovations.
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„Only you, you're the only thing I'll see forever
In my eyes, in my words and in everything I do
Nothing else but you
Ever
And there's nothing for me but Maria “
(„Tonight“ aus „West Side Story“)

Warum faszinieren uns noch immer tragische Liebesgeschichten? Warum fiebern wir immer wieder mit, wenn sich Romeo und Julia, Tony und Maria, Jack und Rose und aktuell im Kino auch Emil und Milou die ewige Treue schwören? Wir tun das, weil wir daran glauben möchten, dass Liebe alle Grenzen überwindet und Oberflächlichkeiten wie eine unterschiedliche Herkunft, Religion und Hautfarbe keine Rolle spielen – zumindest nicht, wenn es um die wahre Liebe geht.

Das ist auch der Grund dafür, warum das Musical „West Side Story“, eine moderne Romeo und Julia-Geschichte und ein Musical-Klassiker, noch immer auf mich und auf Millionen von anderen Zuschauern eine nie endende Faszination ausübt.

„West Side Story“ wurde im Jahr 1957 uraufgeführt, hinter dem Musical stehen vier geniale Köpfe: der Komponist Leonard Bernstein, der Choreograf Jerome Robbins, der Autor Arthur Laurents und der Songtexter Stephen Sondheim. Auch die Verfilmung im Jahr 1961, die meine Lieblingsverfilmung darstellt, wurde mit zehn Oscars ausgezeichnet. Auf die baldige neue Verfilmung durch den Mastermind Steven Spielberg bin ich auch sehr gespannt.

Doch zunächst wollte ich mir die international preisgekrönte Produktion von Joey McKneely, die weltweit als einzige Jerome Robbins' Originalchoreografie von der Broadway-Premiere 1975 zeigt, nicht entgehen lassen. Am Samstag, den 6. Juli 2019, wartete ich mit zahlreichen anderen begeisterten Zuschauern auf die Premiere.

Die Geschichte von „West Side Story“ spielt in New York City der 1950er Jahre. Es herrscht ein Bandenkrieg zwischen rivalisierenden Jugendbanden: zwischen den US-amerikanischen Jets und der puerto-ricanischen Sharks.
Riff, der Wortführer der Jets, schlägt seinen Jets einen alles entscheidenden Kampf zwischen ihnen und den Sharks vor. Dafür möchte er auch seinen Freund Tony zurückholen.
Tony, der Mitbegründer der Jets, ist aus der Gang ausgetreten.
Auf einem Tanzabend der Schule verliebt sich Tony in Maria. Maria, die sich ebenfalls in Tony verliebt, ist aber die Schwester von Bernardo (Anführer der Sharks). Auf Marias Balkon gestehen sich beide ihre Liebe und schwören sich ewige Treue.
Am nächsten Abend treffen sich beide Gangs, um den Kampf um die Straßen von New York zu entscheiden. Maria hat zuvor jedoch Tony gebeten, den Kampf zu verhindern. Doch Riff wird im Laufe des Kampfes von Bernardo erstochen. Tony rächt daraufhin seinen Freund und ersticht Bernardo.
Tony gelingt es, Maria davon zu überzeugen, dass Bernardos Tod nicht geplant war. Beide entschließen sich, fortzugehen und an einem anderen Ort zusammen zu leben. Hat ihre junge Liebe eine Chance oder scheitert ihre junge Beziehung an dem Bandenkrieg?

An dem Abend, an dem Maria Tony begegnet, trägt sie ein weißes Kleid mit einem roten Band, das ihre Unschuld und Jungfräulichkeit unterstreicht. Zum ersten Mal wiedersetzt sich Maria ihrem Bruder Bernardo und verliebt sich in Tony, der aus einer anderen Kultur stammt und der Widersacher ihres Bruders ist.
In dieser Rolle der unschuldigen jungen Frau, die mit der Entscheidung für die Liebe ihren eigenen Weg geht, glänzt Sophie Salvesani. Sophie Salvesani hat in ihren jungen Jahren schon viele Erfahrungen auf der Bühne sammeln können (Christine in „Das Phantom der Oper“ und Cosette in „Les Misérables“  in der Produktion der Ipswich Musical Theatre Company) und überzeugte auch auf dem Premierenabend nicht nur mit ihrem Schauspiel, sondern mit einer unglaublich starken Sopranstimme, bei der ich oft Gänsehaut hatte.

In dem sehr jungen Cast beeindruckt Todd Jacobsson, der bereits in der preisgekrönten australischen Produktion von „The Book Of Mormon“ brillierte, mit der Figur Tony. Genauso wie Maria will er den Bandenkrieg endlich beenden und kämpft für das Recht auf die wahre Liebe. Voller Inbrunst sang an dem gestrigen Abend Jacobsson meine Lieblingslieder aus dem Musical. Eine grandiose Stimme!

Zwar bestechen die beiden Hauptdarsteller durch ihre großartigen Stimmen, doch den Preis für die beste schauspielerische Leistung des Abends würde ich Chloé Zuel verleihen.
In „West Side Story“ verkörpert Zuel sehr authentisch die feurige und temperamentvolle Anita, die ihren Bernado zwar über alles liebt, aber auch ihren eigenen Kopf hat, was sie sehr häufig unter Beweis stellt. Chloé Zuel ist eine Ausnahmeerscheinung, was das Tanzen, Singen und Schauspielern betrifft und bekam zurecht den meisten Applaus an dem Abend.

Auch Lyndon Watts, der zuletzt in ganz Australien als Jafar in Disneys „Aladdin“ überzeugte, interpretiert hervorragend die Rolle des Bernardo, die eines leidenschaftlichen und sich um seine Schwester sorgenden Puerto Ricaners.

Auch Noah Mullins hat mir gestern in seiner Rolle des Anführers Riff sehr gefallen. In seinem Schauspiel und seiner Art, sich zu bewegen, erinnerte er mich stark an den in Deutschland sehr bekannten Musicaldarsteller Anton Zetterholm.

Donald Chan und das Orchester spielten alle weltberühmten Kompositionen von Leonard Bernstein: „Maria“, „Tonight“, „Somewhere“ und „America“ gingen sofort in mein Herz und begleiteten noch die ganze Nacht meine Gedanken und Träume. Auch die Originalchoreografie von Jerome Robbins, in der die Jets vor allem Ballettelemente tanzten und die Sharks viele Flamenco-Elemente auf der Bühne zeigten, war wunderschön anzusehen und bekam häufig Szenenapplaus.

Mein Fazit: Verletzte Ehre, Bandenkrieg, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile gegenüber den anderen (und zwar von beiden Seiten), aber auch die wahre Liebe – davon handelt das Kultmusical „West Side Story“. Diese gelungene Inszenierung mit einem talentierten jungen Cast, einer wunderschönen Musik und bezaubernden Tänzen läuft noch bis zum 14. Juli 2019 in der Staatsoper Unter den Linden und zieht dann nach Dresden (17.7.- 4.8.19).


© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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