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Bewertung und Kritik zu

KIRKPINAR
Caner Teker
Premiere: 10. Januar 2020 
Sophiensaele Berlin

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Zum Inhalt: Caner Teker eignet sich Techniken des türkischen Öl-Wrestlings (Yağlı Güreş) an und eröffnet damit neue queere Räume. In dem traditionellen Kampfsport treten zwei eingeölte Ringer in Büffellederhosen gegeneinander an und versuchen, die Schultern des Gegners auf den Boden zu drücken. Die beiden marginalisierten Performer*innen in Kırkpınar brechen mit diesen hypermaskulinen Machtdynamiken und stellen stattdessen Fragen nach Verletzlichkeit und Intimität in den Mittelpunkt.

Mit Caner Teker, Aaron Ratajczyk

Choreografie: Caner Teker
Musik: Lou Drago, Valeria Anna Zwoboda
Dramaturgische Begleitung: Isabel Gatzke


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Queere Perspektive klug umgesetzt
  · 13.01.20
''Caner Teker geht es um das Miteinander im Kampf. Beide verharren Kopf an Kopf oder Kopf an der Schulter des anderen geborgen, Kraft und Druck gehen nicht in ein Niederkämpfen sondern in ein Halten und Stützen. Die Griffe wirken fest und zärtlich und wenn sie einander umschlingen, ineinander verknäult sind, dann geht es nicht um Macht und Sieg und Unterwerfung, auch nicht um Erotik oder sexualisierte Handlung sondern um eine langsam fließende Bewegungs- und Paar-Harmonie voller Sanftmut und Fürsorge und um eine Intimität, die den anderen nicht bedrängt sondern umsorgt. Das ist also eine völlige Umdeutung, eine Umwertung des Kampfsportes, fernab von Siegern und Besiegten, von unnahbarer kraftstrotzender Männlichkeit und Potenzgehabe oder Heldenpathos.

Caner Teker hat einen Abschluss in Bildender Kunst und studiert derzeit noch an der renommierten School für New Dance Development in Amsterdam. Mit "Kirkpinar" ist es gelungen, die queere Perspektive, den Blick aus nicht-heteronormativer sondern aus einer gender-fluiden Perspektive klug und sinnlich und tanzkünstlerisch umzusetzen. Das haben mit anderen Themen und Ideen schon viele versucht, gerade in den letzten Jahren, in denen queere und queerfeministische Ansätze bei den Tanztagen sehr präsent waren – wirklich geglückt ist es wenigen. Dies ist eine sehr starke Choreographie, in der auch der Kuss der beiden am Ende ein gemeinsames Atmen ist.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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Queere Umdeutung eines klassischen Ringkampfs
  · 12.01.20
Caner Tekker, in Duisburg aufgewachsen und derzeit in Amsterdam noch mitten im Studium, nimmt sich in „Kirkpinar“ ein Event von nationaler Bedeutung in der Türkei vor. Seit Jahrhunderten, der Überlieferung nach erstmals seit 1361, treten dort mit Olivenöl eingeriebene Kämpfer zum Ringen an.
Dieser Wettkampf huldigt den klassischer Männlichkeitsbildern: dem Mythos vom starken, ritterlichen Helden, der seine Kräfte im Wettkampf misst und den unterlegenen Gegner zu Boden drückt, schließlich komplett unterwirft.

Tekker und sein Co-Performer Aaron Ratajczyk beginnen ihre Performance mit recht lagatmig-umständlichen Aufwärmübungen und bauen sich aus Stahl-Konstruktionen eine kleine Kampfarena in der Kantine der Sophiensaele, wo ihre Choreographie Premiere hatte.

Langsam nähern sie sich an und dekonstruieren ihren Ringkampf zu einem intimen Duett. Mit nackten, eingeölten Oberkörpern und in Biker-Lederhosen versuchen sie, aneinander Halt zu finden. Aus dem archaischen Duell Mann gegen Mann wird ein oft fast zärtliches Miteinander-Ringen. Aggressivere Momente fließen in Phasen engumschlungener Harmonie. Mit einem Kuss endet die „Kirkpinar“-Performance und arbeitet damit überdeutlich die verdrängte Homoerotik des traditionellen Wrestling-Festivals heraus, das inzwischen sogar auf der Liste des immateriellen UNESCO-Kulturerbes steht.

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