SOPHIENSÆLE
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    Allee der Kosmonauten



    Bewertung und Kritik zu

    ALLEE DER KOSMONAUTEN
    von Sasha Waltz
     
    Premiere: 23. September 1996 
    Sophiensaele, Berlin

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    Mit Allee der Kosmonauten wurden 1996 die Sophiensæle eröffnet. Entstanden an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter, erzählt das Stück von einer Ära des Zusammenlebens ohne Hintertüre. Rund um die Wohnzimmercouch einer Plattenbauwohnung stauen sich Gefühle und Bewegungsimpulse einer Dreigenerationenfamilie. Sasha Waltz’ unbehaglich-komische Choreografie des Aufeinanderhockens und Aneinandergeratens spielt mit den Grenzen des Tanzbaren.

    Mit: Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, Takako Suzuki u.a.

    Regie, Choreografie: Sasha Waltz
    Bühne: Sasha Waltz, Thomas Schenk
    Kostüme: Annette Bätz, Sasha Waltz & Guests
    Licht: André Pronk
    Video: Elliot Caplan
    Komposition, Musik: Hanno Leichtmann, Lars Rudolph
    Komposition, Akkordeon: Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola
    Repetition: Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola
    Dramaturgie: Jochen Sandig


    WIR EMPFEHLEN

    4.5 von 5 Sterne
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    Verspieltes, an Marthaler erinnerndes Frühwerk
    3 years ago
    Kritik
    Im September 1996 hatte diese Choreographie ihre Premiere: Berlin-Mitte war damals noch Großbaustelle mit unzähligen Freiräumen. Einen davon nutzte eine Gruppe um die damals 33jährige Sasha Waltz: sie gründeten im ehemaligen Handwerksvereinshaus die Sophiensaele, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer festen Größe der freien Szene entwickelten. „Allee der Kosmonauten“ war die Eröffnungspremiere der neuen Spielstätte und bescherte Waltz prompt eine Einladung zum Theatertreffen 1997. Dass dieses mit bescheidenem Etat entwickelte Frühwerk weit von der Opulenz der jüngsten Arbeiten der mittlerweile international gefragten Star-Choreographin entfernt ist, ist selbstverständlich. Heute arbeitet Waltz bei „Exodos“ oder „Kreatur“ mit gefragten Modedesignern, großem Ensemble aus bekannten Namen und mit raffinierten Sound- und Lichteffekten. Aber auch mit einem abgewohnten Sofa, einem Akkordeon und sechs Tänzer*innen konnte Waltz damals eine überzeugende Arbeit entwickeln. An der Inszenierung „Allee der Kosmonauten“ – benannt nach einer großen Verbindungsstraße zwischen Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf – fällt die Verspieltheit auf. Fast wie im Musikkabarett mixt Waltz verschiedene Stilrichtungen von berühmter Filmmusik über Klassik bis zum Schlager, der in diesem Drei-Generationen-Plattenbau-Haushalt besonders gerne gehört wird. Der feine Humor, der genaue Blick auf Alltagssituationen und das präzise Timing der Pointen erinnern an Christoph Marthaler, der in jenem Jahr mit zwei Inszenierungen zum Theatertreffen eingeladen war und stilprägend wirkte. In Erinnerung bleibt vor allem, wie schlafwandlerisch-geschickt die Tänzer*innen dem Holzbrett ausweichen, das ein Kollege gedankenlos mit sich herumschleppt. Aus der Ur-Besetzung ist nur noch Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola dabei. Er und seine Mitspieler*innen beherrschen die ungelenken, staksigen Bewegungen perfekt: Oft wirken sie wie Zombies, eingefroren, roboterhaft und minimalistisch, bis sich die aufgestaute Energie der Frustrierten, die auf engem Raum aufeinanderhocken, wieder Bahn bricht. Weiterlesen
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    0 von 0 Person(en) gefiel diese Kritik
    Kult
    3 years ago
    Kritik
    ''Es ist und bleibt erstaunlich, dass und wie die Choreografin ihr beinah gesamtes Lebensoevre pflegt und immer wieder abruft; die Besetzungslisten weisen dann zumeist (naturgemäß, denn so ein TänzerInnenleben ist besonders "endlich") neue Namen auf, und das weltweit womöglich vom Ensemblegeist her einzigartige Prinzip der Sasha Waltz & Guests erweist sich so als immer wieder funktionierend.  Ich vermute, dass der Musiker und Tänzer Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, einer der längsten und stabilsten Kampfgefährten Waltz', schon damals bei der Uraufführung auch als Vater (einer von den sechs Figuren dieses phänomenalen Wende- und Familienkurzstücks) mitgewirkt hatte - von ihm gingen dann gestern Abend, als es in der Volksbühne Berlin ein neuerliches Wiederaufleben erfuhr, die innigsten Impulse aus!!  Interessant und aufschlussreich zu sehen, welcher unartifizieller Einfallsreichtum, welche gut gelaunte Federleichtigkeit und also immanente Komik dieser wunderbaren Arbeit anzumerken ist! Die Waltz war früher einfach bodenständiger, "normaler" als es ihre Jahr um Jahr doch immer kompliziertereren Großprojekte bis zur Gegenwart geworden sind. Natürlich, sie entwickelte und sie entwickelt sich, und man weiß letztlich nicht, wohin sie letztlich wirklch will...'' schreibt Andre Sokolowski am 4. März 2019 auf KULTURA-EXTRA
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